„Gerade jetzt gilt: Suche Frieden und jage ihm nach“
Frieden bleibt eines der zentralen Themen unserer Zeit.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Eskalationen im Nahen Osten, Interventionen und wachsende geopolitische Machtkonflikte (etwa zwischen China, Russland und den USA) sowie vielfältige Formen digitaler Desinformation weitere Konflikte fordern Politik, Gesellschaft und Kirche gleichermaßen heraus.
Auch in Schule und Gemeinde stellt sich die Frage, wie angesichts von Gewalt, Ohnmacht und Hass die Hoffnung auf Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden lebendig bleiben kann.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) verurteilt den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als „eklatanten Bruch des Völkerrechts“ und ruft zu Solidarität mit den Opfern auf, ohne ohne die Suche nach gerechten und dauerhaften Friedensordnungen aufzugeben. Landesbischof Ralf Meister betonte die „doppelte Herausforderung, Leid zu lindern und langfristige Friedensperspektiven offen zu halten“.
Der bewaffnete, brutale Konflikt zwischen Hamas und Israel bleibt eine der schwierigsten Fragen internationaler Politik. Die beispiellosen Terrorangriffe der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 haben eine neue Eskalationsstufe eröffnet und unermessliches Leid verursacht. Israels militärische Reaktionen führten zugleich zu massiven Zerstörungen im Gazastreifen und einer humanitären Katastrophe. Die EKD erklärte ihre „unerschütterliche Solidarität mit den Menschen in Israel“, mahnte aber ebenso, die Not der Zivilbevölkerung in Gaza nicht aus dem Blick zu verlieren.
Gleichzeitig erinnert die dramatische humanitäre Lage im Sudan und Südsudan daran, dass auch jenseits der großen politischen Schlagzeilen (Bürger-)Kriege und Hunger Millionen Menschen bedrohen. Kirchen und Hilfswerke versuchen dort, Friedensinitiativen, Bildungsprojekte und Versöhnungsarbeit zu stärken – oft unter schwierigsten Bedingungen.
Friedensethik der Kirchen steht damit vor einer doppelten Aufgabe: klare Parteinahme für das Leben und die Würde der Opfer – und zugleich der beharrliche Einsatz für Perspektiven der Deeskalation, Gerechtigkeit und Versöhnung. Diese Spannung fordert auch die Bildungsarbeit in Schule und Gemeinde heraus.
Die hier zusammengestellten Materialien bieten Impulse für Religionsunterricht, Konfirmandenarbeit und Gemeindepädagogik: Sie verbinden aktuelle Stimmen der Kirchen mit friedenspädagogischen Ansätzen, biblischen Grundlagen und liturgischen Elementen. Damit laden sie dazu ein, Friedensfragen kritisch zu bearbeiten – und zugleich Hoffnung wachzuhalten.