Grundschule

Von Lena Sonnenburg

Die Corona-Pandemie begleitet uns weiter. Die Freude ist groß, dass nun alle Schüler*innen in die Klassen zurückkehren dürfen. Aber bis wann? Werden mutierte Viruszellen den Präsenzunterricht bald wieder einschränken? Müssen Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern dann wieder mit Einschränkungen und neuen Formen der Kommunikation und des Unterrichts arbeiten und leben? 

Die Erwachsenen beschäftigt neben den eigenen Sorgen und Nöten auch das Wohlbefinden der Schüler*innen: Wie geht es den Kindern nach Monaten der Einschränkungen? Können sie diese überhaupt verarbeiten? Woran werden sie sich aus dieser Zeit erinnern? Konnten wir den Jüngsten unserer Gesellschaft das geben, was sie brauchten?

Prof. Dr. Sascha Neumann von der Universität Tübingen hat bereits während des ersten Lockdowns mit Forschungen zum „Well-Being“ von Kindern während der Corona-Krise begonnen Vgl. Wohlbefinden von Kindern & Jugendlichen - YouTube.

Bei den weltweiten Befragungen der Studie „COVID KIDS - Understanding the influence of COVID-19 on children’s and adolescents’ school experience and subjective well-being“ wurde deutlich, dass Schüler*innen ihre Freunde sehr vermissen, der Pandemie jedoch auch Positives abgewinnen können, wie zum Beispiel mehr Zeit mit den Eltern und Geschwistern zu haben. Knapp die Hälfte der befragten 6- bis 16-Jährigen gab an, dass es ihnen mit Schulschließungen gut oder sehr gut geht (Stand: erster Lockdown), dennoch haben sowohl die Zufriedenheit mit der verbrachten Zeit sowie die allgemeine Lebenszufriedenheit aller Befragten abgenommen. 45% der Kinder und Jugendlichen erklärten mit ihrem Leben seit der Corona-Krise sehr unzufrieden oder unzufrieden zu sein; auch ihr Zutrauen in die eigene Fähigkeit, mit der Situation umgehen zu können, nimmt mit der Zeit stark ab. Freunde nicht mehr zu sehen,wird als der größte Einschnitt von den Befragten wahrgenommen, deutlich vor dem fehlenden Kontakt zu den Großeltern oder der fehlenden Möglichkeit eines Urlaubs. Kinder und Jugendliche machen sich in dieser Zeit viele Sorgen, zum Beispiel um ihre Freunde. 70 – 90 % der Befragten befürchten zudem die Erkrankung nahestehender Menschen. Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen verspüren darüber hinaus Langeweile und Einsamkeit, wodurch unter anderem die Mediennutzung in dieser Altersgruppe deutlich zugenommen hat. Zudem äußern die Befragten Unsicherheit in Bezug auf ihre Zukunft. Hier sind vor allem Kinder und Jugendliche betroffen, die vor Übergängen wie den Besuch einer neuen Klasse, Schule oder einer anderen Institution stehen. Weiter ist bei den Kindern und Jugendlichen eine deutliche Angst vor der Dauer der Krise zu erkennen. Der Anteil von Befragten mit Sorgen, die sich direkt auf die Bewältigung der aktuellen schulischen Anforderungen beziehen, liegt allerdings bei eher geringen 30 bis 50 %.

Doch was bedeuten diese Forschungsergebnisse für den schulischen Bereich? Was können Lehrkräfte zum Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen beitragen?

Prof. Dr. Susanne Andresen (Vizepräsidentin des dt. Kinderschutzbundes) und Dr. med. Gabriele Frei (Fachärztin und Sprecherin der Landesgruppe des Berufsverbandes für Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik) formulierten es beim Feierabend-Talk der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen im Januar 2021 in etwa so: Für Schüler*innen ist es wichtig, Nähe, Bewegung und Spaß zu erleben beziehungsweise zu haben. Sie brauchen feste Ansprechpartner*innen in den Schulen, einen guten Austausch drüber, wie es ihnen gerade geht, und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Kinder und Jugendliche sollten gefragt werden, was sie brauchen und wollen – auch schulisch. Die Annahme und das Verständnis sind in dieser Zeit für die psychische Gesundheit sehr viel wichtiger als das Erreichen einzelner Klassenziele. 

Dies alles gilt es bei der Unterrichtsplanung und -gestaltung zu beachten – und zwar gerade im Religionsunterricht. Er bietet den Raum dafür, dass das zur Sprache kommen kann, was den Schüler*innen gerade auf der Seele liegt. Die Materialien für den Religionsunterricht in der Grundschule, die hier auf den folgenden Seiten vorgestellt werden, leisten dazu einen Beitrag. Es sind Ideen und Bausteine, die im Laufe der Pandemie gewachsen sind und die dazu anregen, die aktuelle Situation aufzugreifen. Alle Materialien müssen an die jeweilige Situation und an die Bedürfnisse der Kinder angepasst werden. Die Seite wird nach und nach erweitert. Schauen Sie ab und zu mal rein.