AKTUELL

Foto: S. Hermann & F. Richter, Pixabay

Muße – Spielen – Glauben. – Flucht aus dem Bann der Zwecke

von Fulbert Steffensky

In den „Abenteuern des Tom Sawyer“ von Mark Twain finde ich folgende Geschichte.2) Der Knabe Tom wird von seiner Tante bestraft, weil er mit einem zerrissenen Hemd nach Hause kommt. Er muss an einem herrlichen Frühlingsmorgen einen Zaun anstreichen. Lustlos ist er an seiner Strafarbeit, als sein Altersgenosse Ben Rogers auftaucht und ihn wegen seiner Zwangsarbeit verspottet: „Hallo, alter Junge, musst wohl heute feste ran, was?“ Tom beachtet den Spott nicht und tut listig, als sei das Anstreichen ein höchstes Vergnügen. Ben will Anteil an diesem Vergnügen und bittet darum, ebenfalls pinseln zu dürfen. Scheinbar widerwillig und ungern überlässt Tom seinem Freund den Pinsel und die Arbeit. Vergnügt und befreit von der Pflicht schaut er zu, wie Ben an seiner Stelle den Auftrag der Tante erledigt. Was für Tom lustlose Pflichterfüllung ist, ist für Ben Spiel und Vergnügen. Ben ist ein „Müßiggänger“, obwohl er arbeitet. Er handelt aus freiem Willen, ohne ein Ziel zu verfolgen. Das nennt man Muße.

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Warum Menschen glauben

von Barbara Weber

Jede bekannte Kultur basiert auf einem religiösen Fundament. Religion spielt in der Menschheitsgeschichte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wissenschaftler suchen schon lange nach Erklärungen dafür, warum Menschen glauben – und verfolgen auch heute noch sehr unterschiedliche Ansätze.

Abhängig von Betrachtungsweise und Weltanschauung gibt es unterschiedliche Definitionen von Religion. Aber alle Religionen kennzeichnen universale Elemente wie Sinnfindung, moralische Orientierung und den Glauben an übernatürliche Mächte.

„In der Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen ist man interessanterweise wieder bei der Definition angelangt, die Charles Darwin selber – er hat ja Theologie studiert – damals schon verwendet hat“, sagt der Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume, „nämlich den Glauben an höhere Wesen, an ,super empirical-agents‘, oder ,supernatural agents‘, wie die englischsprachigen Kollegen sagen, das heißt, wenn wir uns zueinander verhalten als Menschen, ist das soziales Verhalten. Wenn wir uns aber gegen Wesenheiten verhalten, an die wir glauben können, Ahnen, Geister, Gottheiten, Aliens, Engel, dann ist das religiöses Verhalten.“

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PRAXIS

Geld und Wirtschaft: Was denken Kinder dazu?

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Von Gerlinde Krehn

Für viele Kinder ist Geld sicherlich ein Thema, das in ihrem Lebensumfeld eine Rolle spielt: Wie viel Taschengeld bekommen andere Kinder? Wie bekomme ich Geld, um mir einen Wunsch zu erfüllen? Wer darf wofür Geld ausgeben? Manche Familien stellt sich auch die Frage, ob und wofür das Geld, das zur Verfügung steht, reicht. Selbst wenn das Thema nicht explizit zur Sprache kommt, spüren Kinder, wie es um die jeweilige finanzielle Situation bestellt ist, beschäftigen sich mit ihren Eindrücken und ziehen ggf. Schlüsse, die aus der Perspektive Erwachsener nie in den Blick gekommen wären und vielleicht sogar abwegig sind. 

Der Umgang mit dem eigenen Taschengeld ist für viele Kinder eher gewohnt, aber die Einordnung in einen größeren Zusammenhang und die Wahrnehmung vielfältiger Aspekte im Kontext von Geld, Wert und Handel fällt vielen Kindern eher schwer. Aber welches Verständnis haben Kinder eigentlich vom Thema Wirtschaft?

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Mentorinnen und Paten in der Konfirmandenarbeit

Foto: congerdesign, Pixabay

Von Frauke Laging, Willem Heins
und Andreas Behr

In der Konfirmandenarbeit versuchen wir, Jugendliche mit der biblischen Botschaft vertraut zu machen. Sie sollen die Kirche und ihre Kirchengemeinde kennenlernen und dort als mündige Christinnen und Christen kirchliches Leben mitgestalten. Dabei treffen die Jugendlichen – insbesondere im Gottesdienst – auf vieles, was ihnen fremd ist. Und so kommt es immer wieder zu Irritationen auf beiden Seiten: Die Konfis fühlen sich unwohl, nicht wirklich willkommen und manchmal auch überfordert, wenn sie das Gefühl haben, von ihnen wird ein bestimmtes Verhalten erwartet, das man ihnen aber nicht vermittelt hat. Andererseits fühlen sich Gemeindeglieder, die sich eigentlich freuen, dass Jugendliche den Weg in die Kirche finden, dann doch gestört. Sie verstehen das Verhalten der Jugendlichen nicht. 

So suchen Gemeinden nach Wegen, wie sie Konfis und andere Gemeindeglieder miteinander ins Gespräch bringen können. Die Jugendlichen könnten dann von den erfahreneren Älteren lernen, wie Kirche, Gemeinde und Gottesdienst „funktionieren“. Im Gegenzug wächst das Verständnis für die Konfis, die zum Beispiel nicht aus bösem Willen ihr Handy im Gottesdienst anlassen, sondern weil sie gar nicht verstehen können, was daran störend sein soll, wenn man nebenbei mal bei WhatsApp reinschaut. Das machen sie ja auch sonst den ganzen Tag, ohne dass sie etwas verpassen, was um sie herum geschieht. So meinen sie jedenfalls. Ein Gespräch auf Augenhöhe mit einem älteren Gemeindeglied bringt hier sicher mehr, als wenn Jugendlichen schlicht verboten wird, das Handy zu nutzen. 

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Filmtipps zum Thema "Mensch und Tier"

Von Marion Wiemann

Das Verhältnis von Mensch und Tier ist Gegenstand des philosophischen Diskurses seit der Antike. Ursprünglich wurde dem Tier dabei durchgängig ein niederer (Stellen-)Wert im Vergleich zum Menschen eingeräumt. Begründet wurde dies u.a. mit dem biblischen Schöpfungsmythos und der daraus resultierenden Sonder- bzw. „Höherstellung“ des Menschen. Da das Tier als minderwertig angesehen wurde, stellte man es in Konsequenz den Dingen gleich (vgl. Aristoteles, Descartes, Kant). Diese Sichtweise auf die Tiere hat sich erst spät geändert. Haltungen, die demgegenüber die Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier betonen, leiten daraus eine Gleichwertigkeit ab, die sich auf die Leidensfähigkeit der Tiere oder ihren Lebenswillen beruft (vgl. Bentham, Schweitzer).

Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier ist sehr widersprüchlich. In westlichen Gesellschaften wird der Hund gerne als „bester Freund“ bezeichnet, mit ähnlich großer Zuneigung widmet man sich Katzen, Ziervögeln oder Schildkröten. In Deutschland lebt in jedem dritten Haushalt ein Tier. „Nutztiere“ wie Kühe, Schweine und Hühner werden dagegen unter Bedingungen gehalten, die Tierschützer grausam nennen.

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Zwischen Freiheit und Verantwortung: Schwangerschaftsabbruch als ethisches Konfliktfeld – Unterrichtsideen für die Jahrgänge 9-13

Bild: Gerd Altmann, Pixabay

Von Kirsten Rabe

Im Jahr 2019 sind laut Statistischem Bundesamt 778.100 Kinder geboren.Für dasselbe Jahr sind 100.893 Schwangerschaftsabbrüche registriert.2 Das Verhältnis dieser Zahlen stimmt nachdenklich. 

Betrachtet man die Angaben der in den vergangenen Jahren an das Statistische Bundesamt gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche (s. Abb. auf der folgenden Seite), zeigen sich Wellenbewegungen; insgesamt aber liegen sie nah beieinander.3

Die jeweiligen rechtlichen Begründungen für den Schwangerschaftsabbruch fielen 2019 – und das kann als exemplarisch gelten – vor allem unter die Beratungsregelung (97.001), gefolgt von der medizinischen Indikation (3.875) und der kriminologischen Indikation (17). Die meisten Abbrüche geschahen vor der zwölften Schwangerschaftswoche (97.974); ein deutlich geringerer Anteil zwischen der zwölften und 21. Schwangerschaftswoche (2271) und nach der 22. Woche waren es noch 648 Abbrüche.4 

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„… geheiligt werde dein Name“ – Ein Unterrichtsbeispiel zur ersten Bitte des Vaterunser für das 3./4. Schuljahr

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Gott ist da, wo ...

Von Anna-Maria Klassen

Das Vaterunser – ein Text, mit dem die Botschaft Jesu im Kern ausgesagt ist, der zum Zentrum der christlichen Überlieferung und Glaubenspraxis 1 gehört und der Christenmenschen aller Zeiten, aller Konfessionen und jeden Ortes miteinander verbindet. Wenn sie nicht wissen, was sie beten sollen, so können sie diese Worte gebrauchen. Aber wissen sie, was sie da beten? „Was ist das?“, fragen die Lehrer der Kirche.2 „Was ist das?“, fragt auch die Unterrichtseinheit Mit Gott reden – Das Vaterunser (3./4. Schuljahrgang), in deren Kontext die vorgestellte Stunde steht. In der Einheit wird die Besonderheit der christlichen Rede zu Gott erarbeitet, indem der nicht immer leicht verständliche Text des Vaterunser gedeutet wird. Beginnend mit einer allgemeinen Stunde zu Wesen und Funktion des Gebets schreitet die Einheit die einzelnen Bitten des Vaterunser Stunde für Stunde ab. Eine fortlaufende Ergebnissicherung in Form eines Vaterunserhefts (M 1)3 ist sinnvoll, um den Zusammenhang der einzelnen Stunden für die Schüler und Schülerinnen zu verdeutlichen.

Die für Jesus charakteristische Anrede Gottes als Vater fungiert als Überschrift für das gesamte Gebet, vor deren Hintergrund die einzelnen Bitten zu verstehen sind. 4 Aus der Beziehung des Kindes Gottes zu seinem Vater heraus sind die Betenden dazu befähigt, Gott zu vertrauen und um alles zu bitten, was sie für ein gelingendes Leben benötigen. Die Bitte „… geheiligt werde dein Name“ schließt sich als erste der sieben Bitten direkt an die Anrede an und steht damit zu jener in enger inhaltlicher Verbindung.

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"Gut, dass der Hirte eine Schulter hat." - Bibliodrama mit Kindern

Von Lissy Weidner

Marvin hockt gespannt wie ein Flitzebogen unter der Decke. Jetzt, wo Lisa reingeholt und das Verschen gesungen ist, kommt es drauf an: Wird sie merken, dass er fehlt? „Marvin!“, ruft Lisa stolz. Mit einem Ruck wirft Marvin die Decke nach hinten ab. Sie hat ihn vermisst! Jetzt darf er nach draußen. Und er schaut schnell noch mal in die Runde. Dass er auch ja gleich merkt, wer fehlt!

Etwas später laufen Lisa und Marvin zu Musik hinter Jakob her. Er hat den „Führstock“ und darf bestimmen, wie die Kinderschlange der Bärengruppe durch den Bewegungsraum geht: Schnell oder langsam, auf den Knien oder stehend, geradeaus oder mit vielen Kurven. Bis die Musik kurz stoppt und der Stock an Tessa geht. Jetzt darf sie führen.

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Konfis feiern Weihnachten

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Nachrichten

Kultusminister unterstützt Vorschlag zu Homeschooling vor Weihnachten

Osnabrück/Hannover (epd). Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) unterstützt den Vorschlag des Koalitionspartners CDU einer vorsorglichen Isolation für Schüler kurz vor ...

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Käßmann: Maske ist ein Zeichen für Solidarität

Hannover (epd). Die Theologin Margot Käßmann hat angesichts steigender Corona-Zahlen dazu aufgerufen, noch intensiver füreinander einzustehen und mehr Verantwortung für das Gemeinwohl zu ...

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Religiöse Begründung hat Konsequenzen für Staatsanwalt

Oldenburg (epd). Nachdem ein Staatsanwalt in einem Berufungsverfahren wegen Kindesmisshandlung vor dem Landgericht Oldenburg sein Plädoyer für eine milde Strafe mit Zitaten aus der Bibel begründet ...

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Gemeinsame Erklärung zum Religionsunterricht

Land und Kirchen vereinbaren Ausnahmeregelung zur Sicherstellung des Religionsunterrichtes

Auch in der aktuellen Krisenlage und unter erschwerten organisatorischen Bedingungen soll in niedersächsischen Schulen der Religionsunterricht aufrechterhalten werden. Dabei kann der Religionsunterricht auch konfessionell-kooperativ als gemeinsamer Unterricht insbesondere für evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler erteilt werden, der zugleich offen ist für Schülerinnen und Schüler anderer Religionen und Weltanschauungen.

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Spiritueller Impuls

oneminutesky – Sackgasse

Impuls von Simone Liedtke

Podcast

Die Schule als Hamsterrad? – Gesundheit stärken durch Selbsterhaltung und Selbstgestaltung

Vortrag von Prof. Dr. Peter Paulus (Universität Lüneburg) 

Rezension