AKTUELL

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Digitalisierung als Herausforderung für Unterrichtsprozesse religiöser Bildung

Von Jens Palkowitsch-Kühl

Es ist wohl eines der Themen unserer Zeit: die Digitalisierung. Vielerorts heißt es „Mut zum Wandel“. Die Suche nach zukunftsträchtigen Strategien, mit diesem Prozess „umzugehen“, gerät immer mehr in Fahrt. Denn: Digitalität ist ubiquitär – die Technologisierung der Kultur ist unaufhaltsam und lässt sich aus unserem Leben nicht mehr wegdenken. Sie verbindet bzw. durchdringt sowohl Privat- als auch Berufsleben durch permanente Resonanzen dessen, was alle als das „Internet“ bezeichnen. Keinesfalls sind das heutzutage bloße Webseiten (Web 1.0) oder das Mit-Mach-Internet (Web 2.0), definiert durch die Social Media, sondern zunehmend auch das Internet der Dinge (Web 3.0), bei dem digitale Agenten in unserem Auftrag (durch Algorithmen) die Wissens- und Informationsdatenbanken der Welt analysieren. Neuartige Interfaces, wie virtuelle persönliche Assistenten auf Namen wie Alexa und Siri hörend, lassen das Internet neu in die Lebenswelt integrieren. Warum noch selbst denken, wenn die Frage „Was ist die Wurzel aus 8“ innerhalb von Sekundenbruchteilen auf Zuruf beantwortet wird? 

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Photo by Devin Avery on Unsplash

Zukunft der Schule – Schule der Zukunft

Von Margret Rasfeld

In welcher Welt wollen wir leben? Was sind die großen Schlüsselprobleme und Herausforderungen? Was brauchen junge Menschen zum Aufwachsen mit Vernunft und Zuversicht? Welches Wissen, welche Haltung, welche Kompetenzen? Was ist der Sinn von Schule im 21. Jahrhundert? Die UN Global Education First Initiative sagt dazu: Für Bildung ist es nicht ausreichend, Individuen hervorzubringen, die lesen, schreiben und rechnen können. Bildung muss transformativ sein und gemeinsame Werte ins Leben tragen. Sie muss eine aktive Fürsorge für die Welt und für die, mit der wir sie teilen, kultivieren. Bildung muss für die Beantwortung der großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, Bedeutung haben. Eine Transformation des Denkens und Handels ist erforderlich. Bildung muss sich in vollem Umfang ihrer zentralen Aufgabe widmen, Menschen zu helfen, gerechte, friedliche, tolerante und inklusive Gesellschaften zu gestalten. Das ist auch meine Überzeugung, für die ich seit Jahren eintrete.

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PRAXIS

Rollenbilder in der Kinder- und Jugendliteratur – Lektüreideen für die Schule

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Baltscheit, Martin: Eul doch, Carlsen 2016, ISBN 978-3-86742-577-3, Bilderbuch, 48 Seiten, 14,99 €, ab 6 Jahren

Von Ulrike Fiene

In den Sozialwissenschaften wird der Begriff „Gender“ definiert als durch die Gesellschaft und Kultur geprägte Geschlechtereigenschaften einer Person. Dieses soziale Geschlecht wird ausdrücklich abgegrenzt von dem biologischen Geschlecht. Die Geschlechterrolle, die in einer Gesellschaft vorherrscht, ist also kein biologisches Phänomen, sondern ein sozial-kulturelles.

Es gibt keine homogen männliche oder homogen weibliche Gruppe in einer Gesellschaft, auch wenn es Staaten gibt und Zeiten gab, die diese Wunschvorstellung gerne manifestieren und auch noch kombinieren mit „besser“ oder „schlechter“, mehr oder weniger Wert. Jungen sind anders – Mädchen auch. Jungen lesen anders, sie bevorzugen in der Regel andere Inhalte und oft andere Genres als Mädchen. Der Buchmarkt geht auf diese Wünsche ein und versucht, Buchreihen für Mädchen oder Buchreihen für Jungen zu verkaufen.

Unter diesem Titel zeigt Andreas Venske, dass sich das Bild der Frau in Deutschland stark gewandelt hat. Frauen sind heute auf Chefposten, vor allem in Wirtschaftsunternehmen, noch eher die Ausnahme. Durch mangelnde Fähigkeiten ist dies nicht zu erklären.

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Mit Psalm 23 Trauer und Hoffnung Raum geben - Eine Andacht für die Kita

Image by Myriam Zilles from Pixabay

Von Frauke Lange

Trauer und Tod gehören zu den Erfahrungen, die auch schon Kinder machen müssen. Und so begegnen wir in der Kita immer wieder Situationen, in denen Kinder sich mit dem Tod konfrontiert sehen und es notwendig ist, darauf zu reagieren. Die Feier einer Andacht ist eine solche Möglichkeit.

Für eine Andacht in der Kita zum Thema „Trauer und Hoffnung“ bietet sich als inhaltliches Zentrum der 23. Psalm an. Er enthält eine Fülle von Bildern, die die Geborgenheit bei Gott ausdrücken, aber das „finstere Tal“ nicht verschweigen.

Psalm 23 ist ein bildhafter und bekannter Text, der in einer Krisensituation sprachfähig für Trauerprozesse machen und in der Auseinandersetzung mit der Angst helfen kann. Um zum einen eine Distanz zur unmittelbaren Lebenssituation der Kinder zu wahren, aber auf der anderen Seite an eventuelle Erfahrungen der Kinder anzuknüpfen, soll das Thema, „Trauer und Hoffnung“, damit aber auch „Sterben und Tod“ am Beispiel der Begegnung mit einem älteren Menschen, der am Ende seines Lebens steht, aufgegriffen werden.

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Ein Raum der Stille für alle? - Zur Arbeit mit Texten von Dreizehnjährigen

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© Grigory Kravchenko (CC BY) 

Von Bärbel Husmann

Die nachfolgenden Texte sind im Rahmen einer Klassenarbeit entstanden, die im Anschluss an eine Unterrichtssequenz „Religion im Alltag“ gestellt wurde. Es sind insofern authentische Texte, als sie nicht eigens im Unterricht inhaltlich vorbereitet worden waren, sondern zeigen, wie Schülerinnen und Schüler einer siebten Klasse im Anforderungsbereich III (Transfer) mit Fragen von Religion in der Öffentlichkeit umgegangen sind. Die Positionierungen der Kinder sind wie ihre Begründungen unterschiedlich und mehr oder weniger komplex – und in ihrer Vielfalt und ehrlichen Selbsteinschätzung überraschend.  

Die Texte lassen sich unterrichtlich nutzen, um mit Schülerinnen und Schülern ein Nutzungskonzept für einen „Raum der Stille“ zu erarbeiten.[2] Sie bieten den Vorteil, dass „schwierige“ Argumente – wie zum Beispiel jenes, dass Schüler den Raum verwüsten könnten, oder jenes, dass man (als Muslima!) nicht gerne umgeben von christlichen Schülern beten würde – nicht als eigenes Argument vorgebracht werden müssen, sondern als Argument einer dritten Person diskutiert werden können.

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„Was ist Dein Wunder?“ – Film-Projekte mit Konfirmand*innen

Photo by Obregonia D. Toretto from Pexels

Von Christian Nickel

Großstadtlärm überall. Sie steht an einer Kreuzung. Hinter ihr fährt eine Straßenbahn der Linie „M1“ vorbei. Die Kamera fängt ihre ganze Person frontal ein. Die Umgebung scheint an ihr vorbei zu eilen. Schnitt auf das Gesicht. Ihre Augenlieder sind geschlossen. Sie wirken aufeinandergepresst. Ihr Gesicht ist fleckig rot. In ihren Augenwinkel sammelt sich Tränenflüssigkeit. Aus dem Off hört man die Frage eines Interviewers. „Was ist Ihr Wunder?“

Diese Szene führt nah an eine Protagonistin und ihr Leben heran. Bis dieser dichte Moment möglich wurde, mussten viele Hände ineinandergreifen. Aus einer ersten Idee wurde ein Plan für einen Film. Die Recherche fand heraus, was sehenswert an der Geschichte ist. Am Storyboard wurden geplante Szenen oft neu sortiert. Ein Drehbuch fiel dieses Mal kürzer aus. Die Technik kümmerte sich um Beleuchtung, Ton und Kamera, Drehort und Requisiten. Nachdem alles „im Kasten“ war, erstellte die Postproduktion zusammen mit der Regisseurin einen fertigen Film.

Gefilmt wurde die Szene mit einem Smartphone. Annähernd alle Jugendlichen haben ein solches Gerät bei sich. Ihr digitales Leben findet nicht bloß im Konsum fremder Inhalte statt. Momente des eigenen Lebens in Bild und Film festzuhalten und sie online zu teilen, gehört zu ihrem Alltag. Mit Stories auf Instagram, durch Clips in der WhatsApp-Gruppe, Snaps, animierten Gifs und anderem entsteht ein digitales Selbst. Interessant sind diese eher kurzen Filme, weil die Produzent*innen gleichzeitig Protagonist*innen sind und ihre Themen im Vordergrund stehen.

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Aktueller Podcast

Die Schule als Hamsterrad? – Gesundheit stärken durch Selbsterhaltung und Selbstgestaltung

Prof. Dr. Peter Paulus

Vortrag von Prof. Dr. Peter Paulus (Universität Lüneburg) 

Rezension

Michael Klessmann: Ambivalenz und Glaube, Warum sich in der Gegenwart Glaubensgewissheit zu Glaubensambivalenz wandeln muss, Stuttgart 2018, 289 Seiten, 34,00 EUR

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