AKTUELLE THEMEN

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Spiel und Inklusion

Von Ulrich Heimlich

Nachdem in der UN-Kinderrechtskonvention,, die von der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1989 unterzeichnet worden ist, neben dem Recht auf Spiel auch die Rechte von Kindern mit Behinderung deutlich betont worden sind, ergibt sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die von der Bundesre-publik Deutschland im Jahre 2009 unterzeichnet worden ist, nun die gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung im Sinne der Inklusion als Leitbild zu praktizieren. Die UN-BRK bezieht alle Lebensbereiche und den gesamten Lebenslauf mit ein. Ziel ist insbesondere der Abbau von Barrieren und die Bereitstellung von angemessenen Vorkehrungen für mehr Teilhabe. Inklusion ist somit nicht nur eine Aufgabe für Bildungseinrichtungen wie Kindertageseinrichtungen und Schulen, sondern ebenso im Beruf, in der Freizeit und im öffentlichen Raum.3 Dem Spiel kommt bei dieser Aufgabe, besonders bezogen auf Kinder und Jugendliche, eine besondere Rolle zu. 

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Foto: truthseeker08, Pixabay

Ethik am Ende des Lebens

Von  Reiner Anselm

Von Ludwig Wittgenstein stammt die viel zitierte Feststellung „Der Tod ist kein Ereignis des Lebens. Den Tod erlebt man nicht“1. Der Tod ist der Verlust jeder Aktivität des Menschen, ein Zustand vollkommener Passivität. Manche Ethiker*innen haben daraus die Folgerung abgeleitet, dass Nachdenken über den Tod sinnlos sei: Eine Aussage über den Tod zu treffen sei uns endlichen Wesen nicht möglich, und das gelte natürlich auch für die Frage, was ein guter Tod sein könne. Diese zugegebenermaßen eher akademische Frage mag hier auf sich beruhen. Denn eine Ethik am Ende des Lebens fokussiert ja gar nicht in erster Linie den Tod, sondern das Sterben. Und hier kann gar kein Zweifel bestehen, dass das Sterben Bestandteil des Lebens ist und damit auch einen Bestandteil der Lebensführung darstellt. Dennoch ist Wittgensteins Bemerkung von herausragender Bedeutung gerade auch für diese Fragen einer Ethik des Sterbens. Denn der Gedanke, dass der Tod nach dem Verlust jeder Aktivität der Zustand vollständiger Passivität sei, strahlt aus auf die beiden zentralen ethischen Fragen am Ende des Lebens: 1. Wann beginnt dieser Zustand und 2. wie verhält sich das Tun des Einzelnen in der letzten Lebensphase zu der Passivität des Todes?

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PRAXIS

Beim Namen gerufen – Namensgebung beziehungsweise Namenstag. Ideen für die Jahrgänge 11 - 13

Foto: Ben Ehmke (CC BY-NC 2.0)

Von Kirsten Rabe

Eine motivierende Einstiegsmöglichkeit zu diesem thematischen Schwerpunkt der Kampagne #beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst liegt auf der Hand: die Schüler*innen zu bitten, die Bedeutung des eigenen Namens zu recherchieren. Und nicht nur das – ergänzend kann man den Jugendlichen die Frage (an die eigenen Eltern) mit auf den Weg geben, ob es möglicherweise eine Geschichte dazu gibt, wie sie zu ihrem Namen gekommen sind. Erfahrungsgemäß bringen einzelne Schüler*innen solche Geschichten mit, die manchmal witzig sind, manchmal nachdenklich machen.

Im gemeinsamen Gespräch über die eigene Namensgebung kann deutlich werden, dass einzelne Jugendliche ganz bewusst nach einem besonderen Menschen benannt worden sind. Das kann die eigene Oma sein, das können biblische Figuren oder auch Heilige sein. Religionsprüfungskurse der gymnasialen Oberstufe werden häufig sowohl von evangelischen als auch katholischen Schüler*innen besucht.

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„... aber ich persönlich kann nicht ganz an ihn glauben.“ – Religionskritik in Theologischen Gesprächen in der Grundschule

Eine positive Gesprächsatmosphäre und ein gleichberechtigter Dialog auf Augenhöhe sind wesentliche Voraussetzungen, damit Kinder über ihren (Nicht-)Glauben miteinander ins Gespräch kommen. – © vgajic/iStock

Von Nina Rothenbusch
und Lena Sonnenburg

„... aber ich persönlich kann nicht ganz an ihn glauben, denn ich kenne ihn ja nicht, und es gibt keinen Beweis dafür, dass es ihn gibt.”

So wie Markus geht es vielen Kindern im Religionsunterricht der Grundschule. Sie können „nicht so ganz an ihn [Gott] glauben“, denn sie sind wenig oder gar nicht religiös sozialisiert, fühlen sich nicht sprachfähig, wenn es um ihren Glauben geht, haben unterschiedliche Vorstellungen von Gott oder sagen, dass man sich kein Bild von Gott machen dürfe. Und doch sind die meisten von ihnen spirituell interessiert, ohne dass sie dies näher beschreiben können. Manche suchen auch nach Beweisen für die Existenz Gottes, nach den „richtigen“ Antworten auf ihre religiösen Fragen.

Dass es diese „richtigen“ und schnellen Antworten im Religionsunterricht oft nicht gibt, müssen die Schüler*innen erst lernen. Dass hier seitens der Religionslehrkräfte ein echtes Interesse an kindlichen Gedanken und Fragen besteht, dass sie zur Selbsttätigkeit aufgefordert sind und eine kritische Auseinandersetzung von ihnen gefordert wird, ist nicht selbstverständlich für die Schüler*innen.

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Spiel im Film – Filmtipps aus der Medienarbeit im Haus kirchlicher Dienste

Von Nicole Schwarzer

Kinder leben im Spiel. Sie spielen das Leben. Die Grenze zwischen den beiden Begriffen verläuft nicht gerade und klar, selbst nicht für Alan Turing, der es nicht versteht, wenn die Menschen nie das sagen, was sie denken, und dann trotzdem wollen, dass man sie versteht. Der eigenbrötlerische Mathematiker musste im Team spielen, um ein Stück Welt in einem der schlimmsten Kriege unserer Geschichte zu retten. Zwei große Jungs spielen Hase und Igel und verlieren und gewinnen beide ein Stück Lebenswirklichkeit. Seniorinnen finden sinnstiftende Spiele für die Zeit nach ihrer Beruflichkeit, David Kadel zeigt das Spiel mit dem Fußball von Profi Davie Selke. Kinder spielen Beerdigung und eine Großmutter spielt, wie man die Pferde der Enkelin im virtuellen Stall pflegt.

Die hier vorgestellten Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme machen es uns möglich, dem Spiel in unserem Leben eine Bedeutung zuzuschreiben.

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„Nur noch kurz die Welt retten …“ - Unterrichtsideen und Praxisbeispiele zum Themenfeld „Burnout und Rechtfertigung“ im evangelischen Religionsunterricht am Beispiel von Elija und den Emmausjüngern

Bild: Pete Linforth, Pixabay

Von Inga Effert

Leistungs- und Zeitdruck, Stress, Überlastung – nur noch kurz die Welt retten: Tim Bendzko bringt in seinem Lied „Nur noch kurz die Welt retten“ (2011) nicht nur die Hektik und Zeitnot, sondern vor allem auch die Schwierigkeit zum Ausdruck, unterschiedliche Termine, Verpflichtungen und Lebensbereiche miteinander zu vereinbaren.

Dies ist (nicht nur) Jugendlichen aus ihrer Lebenswelt bekannt: Nach dem Schultag folgen Hausaufgaben, möglicherweise Nachhilfe, der Sportverein und/oder die Musikschule, am Wochenende wird für Klassenarbeiten gelernt, der Sportwettkampf steht an und Zeit für die Freunde soll auch noch da sein. Der Alltag vieler Jugendlicher ist oft hektisch und von Zeit- und Leistungsdruck geprägt. Gute Noten haben, den Sportwettkampf gewinnen, viele Freunde haben und beliebt sein. Dabei spielt auch die Nutzung der neuen Medien eine große Rolle: Alle 18 Minuten wird die aktuelle Beschäftigung durch die Nutzung des Smartphones unterbrochen, Jugendliche nutzen ihr Handy im Schnitt drei Stunden am Tag.Dabei belegen neuere Studien, dass die Nutzung des Smartphones und die damit einhergehende ständige Erreichbarkeit und Vernetzung via Facebook, WhatsApp, Telefon und E-Mail u.a. zu Depressionen führen kann und das Stressempfinden erhöht. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Jugendliche das Gefühl haben, dass das moderne Leben immer komplexer und stressiger wird. Knapp ein Drittel gibt an, sich dauerhaft erschöpft zu fühlen. Burnout ist damit längst kein reines „Erwachsenenproblem“ mehr, sondern betrifft ebenfalls Schülerinnen und Schüler. 

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Aspekte der Reformation kirchenpädagogisch erschließen – Eine Erkundung in der Schlosskapelle Gifhorn

Foto: Radler59 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46788822

Von Christiane-Barbara Julius

Mit seiner Schlosskapelle beherbergt das Schloss Gifhorn eine Kostbarkeit protestantischen Kirchenbaus – diese gilt es kirchenpädagogisch zu erschließen und fruchtbar zu machen für das Verstehen von (Orts-) Geschichte, Theologie und Architektur zur Zeit der Reformation.

Wie die Inschrift am Kämpfer der oberen Empore der Kapelle dokumentiert, wurde sie 1547 errichtet. Damit gilt die Schlosskapelle Gifhorn als drittältester protestantischer Kirchenneubau nach Neuburg an der Donau (1543) und Torgau (1544) Sie liegt heute etwas versteckt hineingebaut in die Nordostecke des Schlosses und verbirgt den Eingang der ebenerdigen Kasematten durch eine hervorstehende Treppe – aber vom Schlosshof aus betrachtet fällt sie sofort durch ihren dekorativen Eingangsbereich mit Empore und Arkadengang sowie ihre beiden hohen, zweibahnigen, an die Gotik angelehnten Maßwerkfenster als ein „anderer“ Ort auf. Auch der repräsentative, im Stil der Renaissance im Weserraum gebaute Giebel mit zentral aufgesetztem Glockenhäuschen zeigt: Mit dem Bau dieser Kapelle bekennt sich ihr Bauherr sichtbar als – protestantischer – Herzog.

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Bewegung und Tanz: Ausdrucksform des Glaubens – Bibliotanz zu Psalm 30 für den Sekundarbereich I und Konfi-Arbeit

tanz
© fab to pix (CC BY-SA 2.0)  

Von Astrid Thiele-Petersen

Der Begriff „Spiel“ meint, dass etwas mobil ist, dass da Freiraum mit Möglichkeit zu Bewegung und Verwandlung ist. Somit ist Bewegung eine spielerische Form, Spielraum im Körper, im Raum, im Begegnungsraum mit anderen zu entdecken.

Tanz gilt als eine besondere Form des Bewegungsspiels. Hugo Rahner sagt in seinem spieltheologischen Standardwerk Der spielende Mensch: „Alles Spiel ist […] im Grunde seines Wesens ein Tanz, ein Reigen um die Wahrheit. Immer war das sakrale Spiel ein Tanzspiel.” 

Tanz als Teil kultureller Bildung erfährt heute erneut einen Aufschwung. Durch die Arbeit des britischen Choreografen Royston Maldoom,, der Tanzprojekte mit tanzunerfahrenen Kindern und Jugendlichen aller Schulformen entwickelt hat, boomt die pädagogische Arbeit mit Tanz in Schulen. Die Gründung des Bundesverbandes „Tanz in Schulen“ zeugt vom Bedarf an Qualitätssicherung und Öffentlichkeitsarbeit für Tanz als Element schulischer Bildungsarbeit. Die Community-Dance-Bewegung liegt besonders auch durch Kooperationen zwischen Schule und außerschulischen Bildungsträgern im Trend; sie bringt ganze Schulklassen mit Kantoreien in Verbindung, die in Kirchen gemeinsam biblisch inspirierte Werke zu geistlicher Musik aufführen. In Gemeinden und auf kirchlichen Festivals bringen Jugendliche eigene Choreografien zu modernen christlichen Popsongs in Jugendgottesdiensten zur Aufführung.

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Abschied aus der Schulzeit in Corona-Zeiten – würdig(end)e und ermutigende Formate

Foto: Pexels, Pixabay

Von Dozierendenkollegium
des RPI Loccum

Nach und nach werden sich die Schulen wieder mit Leben füllen, das Schuljahr läuft nicht mehr nur digital, sondern auch präsent weiter – und zugleich geht für viele Kinder und Jugendliche die Schulzeit dem Ende entgegen. Schüler*innen der Abschlussjahrgänge sind in diesem Jahr am Ende der Primarstufe bzw. der gesamten Schulzeit nur in Teilgruppen und auch nur für eine begrenzte Zeit überhaupt leiblich in der Schule. In ihrem Gepäck sind die Erfahrungen des Eingeschlossenseins der letzten Wochen, von Unverfügbarkeit, wie es weitergehen wird, und oft der Wunsch, die Klassen- und Jahrgangskamerad*innen wiederzusehen und die wohlbekannte Nähe der eigenen Schule zu spüren. Die Sehnsucht nach Verbundenheit und Gemeinschaft ist hoch – und doch nur in gewissen „Portionen“ erfahrbar. Am Ende der Schulzeit stellen sich auch Fragen: Was war? Was bleibt? Was wird kommen? Was gibt mir Zuversicht und Vertrauen? 

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Neu: Loccumer Pelikan 2/2021

Nachrichten

Widerstand gegen "Reformationsfenster": Verein startet Petition

Hannover (epd). Gegen den geplanten Einbau des von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) gestifteten „Reformationsfensters“ in die Marktkirche in Hannover formiert sich weiterer Widerstand. Gegner ...

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Käßmann: Flutkatastrophe ist keine Sintflut und keine Strafe Gottes

Hannover (epd). Die Theologin Margot Käßmann ist dagegen, die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands als neue „Sintflut“ zu bezeichnen. „Die Klimakatastrophe ist keine Strafe Gottes, sondern sie ...

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Lehrkräfte-Verband: Minister muss Präsenzunterricht besser absichern

Hannover (epd). Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL) betrachtet die Ankündigung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) mit Skepsis, im neuen Schuljahr Präsenzunterricht ...

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Neues aus dem RPI

„Es braucht Mut, um Hass zu widersprechen!“ – Das RPI Loccum veröffentlicht ein Buch mit Ideen zur Demokratieförderung im Religionsunterricht

„Die Schamgrenzen sinken“, so fasst PD Dr. Silke Leonhard, Rektorin des Religionspädagogischen Instituts Loccum (RPI), ihre aktuellen Beobachtungen zusammen. Unter Mitarbeit des gesamten ...

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Meine Zukunft gestalten

Was tun, wenn im Evangelischen Religionsunterricht Schüler*innen aller möglichen Konfessionen oder vielleicht sogar mehrheitlich bekennende Atheisten sitzen? Willkommen an der BBS! Wer hier ...

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Religionen im Gespräch

Alevitischer Religionsunterricht

Wolfgang Reinbold im Gespräch mit der Koordinatorin für den Alevitischen Religionsunterricht im Bundesverband der Aleviten (AABF), Hazal Kaya

Weiterentwicklung des Religionsunterrichts in Niedersachsen

Der konfessionell-kooperative Religionsunterricht blickt auf 20 Jahre Erfolgsgeschichte zurück – auch dank solcher Lehrkräfte wie Ihnen, die Sie theologisch kompetent, pädagogisch klug und mit viel Engagement diesen KoKoRu erteilt haben. 

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Podcast

Herausforderung Digitalisierung

Vortrag von Prof. Dr. Sandra Aßmann (Ruhr Universität Bochum) 

Rezension

Reinhold Mokrosch, Elisabeth Naurath, Michèle Wenger (Hg.):  Antisemitismusprävention in der Grundschule – durch religiöse Bildung; Göttingen 2020, 361 S., 37,99 €

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