AKTUELL

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Vom Vorbild zum Gegenüber – Ein Essay zu Jugend und Vorbildern

von Wilfried Drews

Manche Jugendliche verehren Stars, manche himmeln sie an. Andere junge Menschen benennen Eltern, Geschwister, Verwandte oder Freunde als ihre Vorbilder. Jugendliche erweisen Vorbildern Anerkennung und Hochachtung, sei es, weil sie erfolgreich sind oder sie ein hohes Ansehen genießen. Sie identifizieren sich mit ihnen beispielsweise auf Grund besonderer Leistungen, bemerkenswerter Charakterzüge oder auf Grund von Eigenschaften, die sie selbst wertschätzen. Manche nutzen sie als Möglichkeit, um sich zu orientieren. Ebenso gibt es junge Menschen, die sagen, dass sie keine Vorbilder haben und diese bewusst ablehnen. Wieder andere können mit der Fragestellung gar nichts anfangen. Die Antwort auf die Frage nach der Beziehung von Jugendlichen zu Vorbildern kann ganz unterschiedlich ausfallen. All diese Einstellungen spiegeln sich in der außerschulischen Jugendbildung.

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Foto: Gert Altmann. Pixabay

Spiel und Inklusion

von Ulrich Heimlich

Nachdem in der UN-Kinderrechtskonvention1, die von der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1989 unterzeichnet worden ist, neben dem Recht auf Spiel auch die Rechte von Kindern mit Behinderung deutlich betont worden sind, ergibt sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die von der Bundesre-publik Deutschland im Jahre 2009 unterzeichnet worden ist, nun die gemeinsame gesellschaftliche Aufga-be, Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung im Sinne der Inklusion als Leitbild zu praktizieren.2 Die UN-BRK bezieht alle Lebensbereiche und den gesamten Lebenslauf mit ein. Ziel ist insbesondere der Abbau von Barrieren und die Bereitstellung von angemessenen Vorkehrungen für mehr Teilhabe. Inklusion ist somit nicht nur eine Aufgabe für Bildungseinrichtungen wie Kindertageseinrichtungen und Schulen, sondern ebenso im Beruf, in der Freizeit und im öffentlichen Raum.3 Dem Spiel kommt bei dieser Aufgabe, besonders bezogen auf Kinder und Jugendliche, eine besondere Rolle zu. 

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PRAXIS

„Die 12“ oder „Was ist dir im Leben wichtig?“ – Unterrichtseinheit für die Sek I zum Thema „Nachfolge“

Von Jana Milchner und Linda Schnackenberg

Das Thema „Nachfolge“ knüpft unmittelbar an der Lebenswelt der Jugendlichen an. Die Jünger setzen sich mit viel Engagement für die Verkündigung der Botschaft Jesu ein. Der Fokus in ihrem Leben war klar: Jesus. Die Schülerinnen und Schüler sollen motiviert werden, ebenfalls einen Fokus in ihrem Leben zu setzen und sich zu überlegen, was in ihrem Leben wichtig ist. Dies könnten Familie, Hobbies, Freunde, etc. sein.

Die Schülerinnen und Schüler können am Beispiel der Jünger lernen, dass es sich lohnt, sich für etwas einzusetzen. Zunächst muss man sich für eine Sache, für die man sich einbringen möchte, entscheiden. Nicht immer fällt diese Auswahl leicht. Die Jugendlichen heute sind konfrontiert mit einer Flut an Möglichkeiten des Engagements. Zu denken wäre hierbei an ein Hobby, die Mitarbeit in einem Verein, die Ausübung einer Sportart oder das Engagement in einer Partei. Sie werden motiviert, selber aktiv zu werden und ihre zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll einzusetzen, um ihnen persönlich wichtig erscheinende Ziele zu erreichen. Für Jugendliche ist dieses Engagement häufig mit Aufwand verbunden. Oft muss etwas investiert oder etwas anderes dafür aufgegeben werden.

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„Taufe als Reinigung“ mit Konfi4-Kindern entdecken

Von Daniel Konnerth

In der Arbeit mit Konfis im Grundschulalter ist Elementarisierung besonders wichtig. Im vorliegenden Beispiel soll in einem ersten gemeinsamen Zugang zur Taufe kindgerecht erarbeitet werden, dass Taufe von Sünde reinigt. Die metaphorische Beschreibung von innerer Reinigung wird über ganz profane Reinigungsmittel zugänglich. Kinder entwickeln dann eigene Metaphern, mit denen sie innere Reinigung beschreiben können.

Durch Übertragung dieser Metaphern auf die Taufe finden die Kinder zu einer eigenen theologischen Ausdrucksweise.

Den Kindern wird ein breites Sammelsurium von Reinigungsgegenständen und Reinigungsmitteln vorgelegt. Sie überlegen gemeinsam, wie man diese Gegenstände sinnvoll ordnen bzw. aufräumen kann. An die Begrifflichkeit des Aufräumens könnte später angeknüpft werden, wenn es um das Thema Beichte geht. Wenn die Kinder nicht selbst auf die Idee kommen, wird ihnen vorgeschlagen, die Dinge danach zu ordnen, ob man damit Menschen, Tiere oder Dinge reinigen kann.

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Filmtipps zum Thema „Lebensort Gemeinde – Lernort Kirche“

Von Anja Klinkott

Sie sind viel mehr als ein Treffpunkt für Gottesdienste, Kindergottesdienste, Konfirmand*innen oder für den Seniorenkreis: (Kirchen-)gemeinden und Kirchen sind Lehr- und Lernorte für Menschen. Die Kirche im Dorf oder im Stadtteil ist ein weithin sichtbarer Mittelpunkt, etwas, auf das man allein von der überragenden Höhe aufmerksam wird. Sie erzählt lebendige Geschichte aus Jahrhunderten. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende finden hier Aufgaben, regen Menschen an, miteinander und füreinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen. Wer erinnert sich nicht, als 2015 mit den vielen Geflüchteten die Gemeindehäuser Anlaufstellen für Hilfe aller Art wurden, nicht zuletzt sehr oft für Sprachkurse. Über religiöse Grenzen hinweg verbinden sie die Lebenserfahrungen verschiedener Generationen, Geschlechter und Kulturen.

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Religiöse Feierelemente in nichtreligiösen Feiern

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Von Emilia Handke

Bereits der aufgetragene Titel hebt altbekannte Probleme im soziologischen Umgang mit dem Religionsbegriff auf das Tableau: Was nämlich sind nichtreligiöse Feiern, die sich gleichwohl religiöser Elemente bedienen? Wer legt fest, wann es sich bei Feiern offiziell um religiöse oder nichtreligiöse handelt? Geht es hier primär um das Selbstverständnis der Teilnehmenden oder das der verantwortlichen Akteure? Und was trägt die inhaltliche Signatur der Feiern und Feierorte für eine angemessene religionssoziologische Wesensbestimmung bei?

Der Titel führt in das heterogene Feld all derjenigen Feiern, die sich in- sofern im intermediären Raum zwischen Kirche und Zivilgesellschaft bewegen, als dass sie sich (auch) explizit an Menschen wenden, die in organisationssoziologischer Hinsicht der wachsenden Zahl der sog. Konfessionslosen zuzurechnen sind. Mitunter firmieren sie in der Praktischen Theologie unter dem Titel „Riskante Liturgien“

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Mit Schülerinnen und Schülern der Sek II von der (Un-)Verfügbarkeit Gottes sprechen

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 © stck.xchng

Von Kirsten Rabe

Mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II über die Gottesfrage zu sprechen, setzt voraus, dass sie sich einlassen auf etwas, das von dem einen als zu privat, von der anderen als Fremderfahrung, von einem dritten als ganz vertraut empfunden werden kann. Hinzu kommt, dass alles menschliche Reden von Gott (R. Bultmann) ein subjektives ist, das nur aus der Gott-Mensch-Beziehung heraus verstanden werden kann und will. Damit gibt sich der Unterrichtsgegenstand selbst letztlich in unterschiedlicher Hinsicht gleichermaßen verfügbar wie unverfügbar.

Die Gottesfrage im Religionsunterricht immer auch zugleich aus der Perspektive der Anthropologie zu stellen, liegt nicht nur theologisch auf der Hand, sondern ermöglicht didaktisch Chancen für den Unterricht. Jugendliche dieser Jahrgangsstufen stellen verstärkt die Frage nach der eigenen Identität und der persönlichen Lebensgeschichte. Sie machen Erfahrungen von Freiheit und Machbarkeit ebenso wie die von Begrenzung und Ohnmacht. Dabei kann die Frage nach Gott, nach seiner Gegenwart und Abwesenheit, Teil dieser persönlichen Erfahrungen sein.

Die Frage nach der (Un-)Verfügbarkeit Gottes ist die nach der Klärung und Vergewisserung der eigenen Gottesbeziehung. Und diese Gottesbeziehung ist grundgelegt in der durch Gott gestifteten, sein Geschöpf wertschätzenden Beziehung der imago dei. Alles Reden von Gott (und mit Gott) trifft letztlich immer wieder in dieser zentralen biblischen Aussage zusammen.

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Türen auch zu schwierigen Themen öffnen – Darstellendes Spiel im Religionsunterricht und in der Konfi-Arbeit

Foto: Monika Robak, Pixabay

Von Tanja König und Christina Harder


Das ganze Leben ist ein Spiel. Zumindest dann, wenn menschliches Leben mit all seinen Facetten (nach)gespielt wird: im Darstellenden und Szenischen Spiel.

Spiel und Spielerisches werden meistens zuerst mit reinem Spaß in Verbindung gebracht und im Gegensatz zu wirklich Ernsthaften verstanden. Insofern könnte in einem ersten Gedanken das Spiel im Religionsunterricht und auch in der Konfi-Arbeit als reiner Spaßfaktor oder Energizer gesehen werden. Bei genauerem Hinsehen jedoch bietet das Spiel einen bunten Strauß an didaktisch-methodischen Möglichkeiten für den Bildungsprozess, explizit auch den religiösen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, der die motivierenden Faktoren wie Spaß, Bewegung und Abwechslung mit ernsthaften Themen zu verbinden vermag. Darstellendes und Szenisches Spiel können dabei auch Türen zu schwierigen Themen öffnen, die anderen Zugängen verschlossen bleiben.

Die Funktion und zugleich Stärke des Darstellenden Spiels liegen in der Förderung sozialer Kompetenzen wie Selbstreflexion und Teamfähigkeit. Das Darstellende Spiel schult darüber hinaus das Empathievermögen, weil eigene Erfahrungen eingebracht und mit denen anderer verglichen werden können.

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Neue Perspektiven für junge Menschen in der Corona-Krise

Die Initiative Niedersächsischer Ethikrat (INE) fordert in einer neuen Stellungnahme vom 16. November 2020, die Perspektiven und Rechte von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Corona-Krise besser zu berücksichtigen.

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Nachrichten

Telefonseelsorger führen fast 50.000 Gespräche

Hannover (epd). Mehr als 49.000 Gespräche haben die Mitarbeitenden der sechs Telefonseelsorgestellen in der hannoverschen Landeskirche seit Januar dieses Jahres geführt. Das gab Daniel Tietjen, ...

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Evangelischer Kirchenfunk bringt "Brot für die Welt" ins Radio

Hannover (epd). Der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen-Bremen (ekn) bringt das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" landesweit ins Radio. Bereits seit Sonntag liefen Spots für die ...

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Oneminutesky

Inkarnation

Spiritueller Impuls von Simone Liedtke

UNSER FEST - Trauerrituale neu entdecken

Ein interdisziplinäres Projekt des RPI

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Gemeinsame Erklärung zum Religionsunterricht

Land und Kirchen vereinbaren Ausnahmeregelung zur Sicherstellung des Religionsunterrichtes

Auch in der aktuellen Krisenlage und unter erschwerten organisatorischen Bedingungen soll in niedersächsischen Schulen der Religionsunterricht aufrechterhalten werden. Dabei kann der Religionsunterricht auch konfessionell-kooperativ als gemeinsamer Unterricht insbesondere für evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler erteilt werden, der zugleich offen ist für Schülerinnen und Schüler anderer Religionen und Weltanschauungen.

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Podcast

Interkulturelle Kompetenz in der Schule entwickeln

Vortrag von Prof. Dr. Ulf Over (Universität Bremen)

Rezension

Rainer Möller, Clauß Peter Sajak (Hg.): Religionspädagogik für Erzieherinnen.
Ein ökumenisches Arbeitsbuch. Stuttgart 2020, 275 Seiten, EUR 27,00 €

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