AKTUELLE THEMEN

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Antisemitismus an Schulen

von Julia Bernstein und Florian Diddens

In den vergangenen Jahren ist mit einer Medienberichterstattung über Angriffe auf jüdische Schüler*innen der Antisemitismus an Schulen als ein über lange Zeit vernachlässigtes Problem für die Öffentlichkeit sichtbar geworden. In der Institution Schule, die ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag nach dem Antisemitismus entgegenzuwirken verpflichtet ist, konkretisiert sich der Antisemitismus als gesellschaftliches Problem.

Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland bildet sich in der Schule als gesellschaftlicher Mikrokosmos ab, darüber hinausgehend strukturiert sich das Problemfeld entlang einer spezifischen Eigengesetzlichkeit antisemitischer Diskriminierung, wie auf der Grundlage der Darstellung der Befunde einer soziologisch-qualitativen Studie mit Fokus auf die Perspektiven der Betroffenen und deren Divergenz zur Problemwahrnehmung von Lehrkräften rekonstruiert wird.

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Foto: cottonbro, Pexels

Einheit in der Vielfalt - Zur Situation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland

von Walter Homolka

Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland steht aktuell vor drei besonderen Herausforderungen: erstens die Zusammenarbeit zwischen einheimischen deutschsprachigen und zugewanderten russischsprachigen Juden zu verbessern; zweitens die jüdische Jugend viel stärker als bisher in die Gemeindearbeit einzubeziehen; und schließlich drittens einen geeigneten Zugang zur Gruppe der nicht-halachischen Juden in Deutschland zu finden.

Das ist das Ergebnis der empirischen Studie „Juden und jüdische Bildung im heutigen Deutschland“, die der L. A. Pincus Fund for Jewish Education in the Diaspora (Jerusalem) im Jahr 2010 erstellt hat. Das Team um den Soziologen Eliezer Ben-Rafael befragte dazu über 1.000 Personen inner- und außerhalb jüdischer Gemeinden. In den Interviews mit führenden Repräsentant*innen jüdischer Institutionen kristallisierte sich schon damals heraus, dass das Judentum in Deutschland aktuell vor den genannten drei besonderen Herausforderungen steht.

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PRAXIS

Jüdisches Leben in Deutschland – Filmtipps aus der Medienarbeit im Haus kirchlicher Dienste

Von Nicole Schwarzer und Anja Klinkott

Jedes Jahr gedenken wir der Zeiten, als sich in Deutschland Hass gegenüber Jüd*innen Bahn brechen konnte. Und heute haben Menschen in Deutschland wieder Angst: Menschen, die in der Öffentlichkeit eine Kippa tragen und bedroht werden. Familien, die einen Gottesdienst feiern zum Fest der Versöhnung und nur durch eine schwere, verriegelte Tür dem grausamen Hass nicht zum Opfer fallen. Jugendliche, die einen zierlichen Davidstern an der Halskette lieber verstecken, wenn sie allein zu Fuß unterwegs sind.

Wie ist das Verhältnis zwischen Jüd*innen und Christ*innen in Deutschland heute – immer auch mit dem Blick auf die Vergangenheit? Was heißt es heute in diesem Land eigentlich jüdisch zu sein? Was macht diesen Glauben aus? Und wo sehen sich Jüd*innen selbst in unserer Gesellschaft?

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„Was ist Dein Wunder?“ – Film-Projekte mit Konfirmand*innen

Foto: Shutterbug75, Pixabay

Von Christian Nickel

Großstadtlärm überall. Sie steht an einer Kreuzung. Hinter ihr fährt eine Straßenbahn der Linie „M1“ vorbei. Die Kamera fängt ihre ganze Person frontal ein. Die Umgebung scheint an ihr vorbei zu eilen. Schnitt auf das Gesicht. Ihre Augenlieder sind geschlossen. Sie wirken aufeinandergepresst. Ihr Gesicht ist fleckig rot. In ihren Augenwinkel sammelt sich Tränenflüssigkeit. Aus dem Off hört man die Frage eines Interviewers. „Was ist Ihr Wunder?“

Diese Szene führt nah an eine Protagonistin und ihr Leben heran. Bis dieser dichte Moment möglich wurde, mussten viele Hände ineinandergreifen. Aus einer ersten Idee wurde ein Plan für einen Film. Die Recherche fand heraus, was sehenswert an der Geschichte ist. Am Storyboard wurden geplante Szenen oft neu sortiert. Ein Drehbuch fiel dieses Mal kürzer aus. 

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Medienkoffer zum Judentum

Foto: Ri Butov, Pixabay

Von Lena Sonnenburg

Wie vielfältig sich Jüdisches Leben 75 Jahre nach der Shoah in Deutschland entwickelt hat, lässt sich besonders gut in Hannover ablesen: Dort gibt es drei Synagogen und ein jüdisches Zentrum der Begegnung. Doch nicht überall in Niedersachsen ist Judentum so sichtbar wie hier. In vielen Gegenden ist es schwierig, mit Schüler*innen eine Synagoge zu besuchen, Glaubensvertreter*innen zu befragen oder Kultgegenstände in den Händen zu halten.

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Die Ärzte „Abschied"

Von Kirsten Rabe

Mit ihrem Song „Abschied“ haben Die Ärzte ihre Fans verwirrt. Lange und rätselhaft ankündigt, lässt er offen, wessen Abschied hier nun eigentlich besungen wird.
Die ersten 47 Sekunden, so legen es der Text und ein sehr gelungenes Fan-Video  nahe, stellen die legendäre Berliner Punkrockband ins Zentrum: ihre Konzerte, ihre Erfolge, ihre begeisterten Fans:

Manchmal ist es einfach Zeit zu geh‘n,
doch wenn der Tag gekommen ist, sagt niemand dir Bescheid.
Ich weiß, es fällt dir schwer, das einzuseh‘n,
und traurig fragst du mich: Ist es denn wirklich schon so weit?

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Influencer als Vorbilder? – Eine Bestandsaufnahme und Impulse für den Religionsunterricht

Foto: Gerd Altmann, Pixabay

Von Manfred L. Pirner und Nastja Häusler

Während wir diesen Essay schreiben, ist das Rezo-Video immer noch in aller Munde. Zur Erinnerung: Eine Woche vor der Europa-Wahl am 26. Mai 2019 veröffentlichte der „YouTuber“ Rezo sein selbstgedrehtes Video mit dem Titel „Die Zerstörung der CDU“, das bis zum Wahlsonntag-Abend zwölfeinhalb Millionenmal angeklickt wurde (bis Ende Juni sind es 15,3 Millionen Klicks geworden). In diesem 55-minütigen Video zeigt er nach eigenen Angaben mit Quellen und Fakten belegt, wie vor allem Politiker der CDU, aber auch solche der anderen Parteien der großen Koalition „lügen, wie ihnen grundsätzliche Kompetenzen für ihren Job fehlen, […] sie sich augenscheinlich an verschiedenen Kriegsverbrechen beteiligen, wie sie Propaganda und Unwahrheiten gegen die junge Generation einsetzen, wie bei ihrer Politik der letzten Jahrzehnte die Reichen immer mehr gewinnen und alle anderen immer mehr ablosen und dass nach der Expertenmeinung von zigtausend deutschen Wissenschaftlern die CDU aktuell unser Leben und unsere Zukunft zerstört“.

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Civil Powker – Ein Lernspiel zu zivilem Engagement in internationalen Konflikten

Von Karl-Heinz Bittl

Täglich berichtet die Tagesschau von Krisen, Kriegen und Konflikten in der Welt. So landet das Leid aus der Ferne im eigenen Wohnzimmer und hinterlässt vielfach ratlose, manchmal abgestumpfte Gesichter. Eine scheinbare Ohnmacht, dass man selbst nichts dagegen machen könne, führt nicht selten in unserer Bevölkerung zum verstärkten Ruf nach der so genannten internationalen Gemeinschaft, die mittels eines Militärschlags den „Frieden sichern“ soll. So tauchen bspw. Ideen zu einem Militärschlag bei einem möglichen Giftgaseinsatzes in Idlib (Syrien) auf. Ein Militäreinsatz zur Gewalteinhegung scheint also hierzulande ein recht bekanntes Interventionsmittel zu sein. Weitaus weniger bekannt sind hingegen die zivilen Mittel, die wir in Deutschland haben, um uns vor der eigenen Haustür gegen globale Gewalteskalationen zu engagieren. Bei vielen jungen Menschen spielen lokale Probleme eine größere Rolle, weil sie näher dran sind. Um so wichtiger ist es deshalb, auch für globale Themen zu sensibilisieren. Was näher ist, sind die Konflikte, die durch diese Weltthemen in den Stadtteil oder das Klassenzimmer geraten. So bspw. die Mitschülerin, die aus einem Kriegsgebiet kommt oder der Mitschüler, dessen Eltern aus Griechenland nach Deutschland gezogen sind, da sie keine Zukunft mehr in ihrem Land sahen.

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Nachrichten

Käßmann: Gleichberechtigung ist Illusion

Weltfrauentag 8. März Hannover (epd). Die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft ist aus Sicht der Theologin Margot Käßmann noch längst nicht verwirklicht. "Es ist eine Illusion, dass so ...

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Althusmann wirbt für Lockerungen mit Augenmaß

Hannover (epd). Niedersachsens stellvertretender Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) hat vor einer zunehmenden "Corona-Müdigkeit" gewarnt. "Die Menschen in unserem Bundesland leben in einem ...

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Neues aus dem RPI

Mögen Konfis Gottesdienst? – Vier Fragen an RPI-Dozent Andreas Behr

Andreas Behr hat als Gemeindepastor jahrelang mit Konfis gearbeitet. Jetzt legt der Dozent für Konfirmand*innenarbeit am RPI Loccum eine Arbeitshilfe vor, die sich vor allem der Gestaltung von ...

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Neuer Austausch zum Thema Schulseelsorge

Bettina Wittmann-Stasch, als Dozentin am RPI Loccum zuständig für Schulseelsorge, startet einen neuen ABENDTALK SCHULSEELSORGE. Alle 14 Tage sind Schulseelsorger*innen und Lehrer*innen eingeladen ...

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oneminutesky

Traumfänger

Spiritueller Impuls von Simone Liedtke

Podcast

Übergänge gestalten und deuten - Aufgabe und Funktion von Ritualen (nicht nur) im Jugendalter

Vortrag von Dr. Lars Charbonnier (Pastor, Dozent an der Führungsakademie für Kirche und Diakonie Berlin)

Rezension

Christian Weber: Wie andere Kulturen die Bibel sehen. Ein Praxisbuch mit 70 Kunstwerken aus 33 Ländern, Zürich 2020, 260 Seiten u. Begleit-DVD, 29,90 €

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