AKTUELL

Image by Gerd Altmann from Pixabay

Mehr als „Verantwortung“ und „Mitgeschöpflichkeit“. – Überlegungen zu den Tiefendimensionen einer theologischen Tierethik jenseits der schönen Phrasen

Von Simone Horstmann

Die Begegnung mit (nicht-menschlichen) Tieren hat heute beinahe automatisch eine ethische Dimension: Angefangen beim Problem der Tierversuche, dem Artensterben, der Fleisch-Frage bis zur Haltung von sog. Haus-, Zoo- oder Nutztieren, scheint es immer schon ausgemacht, dass diese Themenfelder mit den Instrumenten der Ethik zu bearbeiten sind. Auch die (Systematische) Theologie hat die Beschäftigung mit den Tieren bislang nahezu ausschließlich als ethische Aufgabe begriffen.1  Die Verortung der ‚Tier-Frage‘ in der theologischen Ethik folgt durchaus einem berechtigten Interesse – immerhin nehmen wir viele Tierbegegnungen in unserem Alltag als konkrete Handlungs-, Entscheidungs- oder Konfliktsituationen wahr. 

Lesen Sie hier mehr
Image by Gerd Altmann from Pixabay

Weihnachten entdecken mit Hilfe bekannten und unbekannten Brauchtums

Von Martin Küsell

Die Antwort auf diese Frage kann einerseits "Nein" lauten. Denn auch die Weihnachtsbräuche sind in ihrer Vielzahl erforscht. Die Ergebnisse sind denjenigen, die sich dafür interessieren, zugänglich. Aber es lohnt sich dennoch, das Thema aufzugreifen. Vielleicht wird Bekanntes in Erinnerung gerufen, und nicht jede/jeder ist Expertin/Experte. Im Unterricht ist die Methode, die im folgenden vorgestellt wird, ein möglicher Weg, die Schülerinnen und Schüler mit Weihnachtsbrauchtum und seinen Wurzeln bekannt zu machen. Und diese Aufgabe stellt sich für jede Generation neu. Denn mit keinem Fest unseres Kulturkreises verbindet sich so viel Brauchtum wie mit Weihnachten. Es hat längst die Begrenzung, ein christliches Fest zu sein, überschritten, so wie es auch in seiner Geschichte nichtchristliche Elemente aufgenommen hat. Das mit diesem Fest verbundene Brauchtum ist historisch gewachsen. Es war in der Vergangenheit von starken regionalen Eigenheiten geprägt und führte so zu einer großen Vielfalt. Davon ist nicht viel geblieben. 

Lesen Sie hier mehr

PRAXIS

Ethische Urteilsbildung am Beispiel „Tierversuche“ – Ein Unterrichtsentwurf für den Sekundarbereich I, Gymnasium

Von Jeanette Kantuser

Der Umgang mit Tieren – sei es bei der Tierhaltung, in der Diskussion um Fleischverzicht bei der Ernährung oder in Bezug auf Sinn und Unsinn von Tierversuchen – ist ein Thema, das viele Schüler*innen interessiert. Das Nachdenken über Tierversuche bietet daher gute Möglichkeiten, das Interesse der Jugendlichen mit den in Jg. 9/10 curricular vorgegebenen Themen in den Themenbereichen „Mensch“ und „Ethik“ zu verbinden – auch wenn das Thema „Tierversuche“ nicht explizit im Kerncurriculum des RU benannt ist. Das Leitthema für Jg. 9/10 für den Themenbereich Ethik (Sterben und Tod als Anfragen an das Leben) wird in den vorgestellten Unterrichtsideen daher auf das Sterben von Tieren als Anfrage an menschliches Handeln erweitert. Das Leitthema für den Themenbereich „Mensch“ (Zuspruch und Anspruch Gottes als Grundlage christlicher Lebensgestaltung) ist unmittelbar anschlussfähig an ethische Fragestellungen. Auch die biblischen Basistexte (1 Mose 1,26-28) sowie die verbindlichen Grundbegriffe (z.B. Ebenbild Gottes, Schöpfungsauftrag) weisen Überschneidungen auf. 

Lesen Sie hier mehr

Gottesdienst für Mensch und Tier – Ein Praxisbericht

cow-2788835_640

Von Lea Nickel

Tiere sind Menschen gute Begleiter, Freudenbringer im Alltag, Lebensretter, unverzichtbar für gute Milch. Treue Hunde bleiben bei ihren Besitzern, Katzen haben ihren eigenen Kopf und manche schmusen gerne. Pferde laufen stolz auf der Koppel, feinfühlig reagieren sie darauf, wer auf ihrem Rücken reitet. Ein Leben ohne Nutztiere ist für viele Menschen nicht vorstellbar.

Mensch und Tier sind Teil von Gottes Schöpfung und von Gott in Relation zueinander in seine Schöpfung gesetzt. Ihre Beziehung ist dabei vielfältig, von jeher geprägt durch eine große Abhängigkeit voneinander, aber auch gezeichnet von Missständen im Umgang des Menschen mit den Tieren.
Ein Gottesdienst für Mensch und Tier verlangt nach einem anderen Ort. In den allermeisten Kirchen muss auf den Einlass von Tieren mit Rücksicht auf Allergiker*innen verzichtet werden. Gerade in ländlichen Regionen bieten sich Höfe, Ställe, Reitanlagen an.

Lesen Sie hier mehr

Sehnsucht nach dem Aufreißen des Himmels – Bausteine für einen schulischen Adventsgottesdienst

Weihnachten
 © Groman123 (CC BY-SA)

Von Silke Leonhard

Advent ist eine Zeit, in der schulisch viel Trubel herrscht und die Ingebrauchnahme von Symbolen und Ritualen in der Schule gewaltig steigt. Die (Über-)Fülle, die auch je nach Schuljahrstaktung durch eine Anhäufung von Klassenarbeiten und andere Termine gesteigert wird, steht dem Advent als Zeit der sehnsuchtsvollen Erwartung eher entgegen.

Der gottesdienstliche Entwurf, der in Teilen durchgeführt wurde, baut auf der Erfahrung: Mit dem Übergang von Herbst zu Winter, vom bußebezogenen Kirchenjahresende zum Neubeginn der Christuserwartung, von der Dunkelheit zum erhofften Licht verändern sich Haltungen und Verhältnisse zum Leben. Die Wahrnehmung von Advent als eine Zeit des Übergangs, in welcher der Schmerz der Dunkelheit und die Sehnsucht nach Licht zusammenkommen, kann durch gottesdienstliche Feiern im Sinne der Unterbrechung (J. B. Metz) sensibilisiert und gestärkt werden. Mit ihnen – sei es in wöchentlichen Andachten, einmaligem (Vor-)Weihnachtsgottesdienst oder in anderen gottesdienstlichen Elementen, kann in der Schule die Schwelle von Schmerz und Sehnsucht, von der Klage über Leid, Tod, Entbehrung und Unheil zur Hoffnung auf Heil und erfüllendem Leben religiös begangen werden.

Lesen Sie hier mehr

Mitgespielt: Krippenspiel mit echten Tieren

krippenspiel
© Michael Beat (CC BY)  

Von Ingrid Illig

Alljährlich zum zweiten Advent zieht es viele Menschen, Groß und Klein, Jung und Alt, warm gekleidet und bepackt mit Kissen und Wolldecken hinauf in die Wittenburger Kirche bei Elze. Dort wird seit vielen Jahren Samstag und Sonntag ab 16 Uhr die biblische Geschichte von der Geburt Jesu lebendig. Nicht nur Maria und Josef, Herodes, die Hirten, die Weisen aus dem Morgenland, die Engel und die hartherzigen Wirtsleute tragen dazu bei, sondern vor allem die Tiere, die in dieser Inszenierung eine besondere Rolle spielen und zu einem großen Teil die Anziehungskraft ausmachen.

Im Jahr 1997 entstand für das 500. Jubiläum der Klosterkirche Wittenburg bei Elze ein eigenes Historienspiel, das mit sehr großem Erfolg aufgeführt wurde. Die Klosterkirche gliedert sich in zwei Teile auf, einer ist Kirchraum mit Altar und angegliederter Sakristei, der andere leerer Raum (Westkirche), der zeitweise bestuhlt wird und für Ausstellungen und Konzerte genutzt wird. Von der Westkirche gehen Treppen hoch zur Empore und zur Orgel, außerdem bildet eine massive Tür den Übergang zur Kirche. 

Lesen Sie hier mehr

LOCCUMER PELIKAN 4/2019

Aktueller Podcast

Religiöse Bildung in den Schulen

leonhard1
PD Dr. Silke Leonhard

NDR-Info: Blickpunkt Diesseits am 10. November 2019.

PD Dr. Silke Leonhard im Gespräch

Rezension

Hilal Sezgin: Artgerecht ist nur die Freiheit. Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen. München 2014. 301 Seiten. 16,95 €

Lesen Sie hier mehr ...