AKTUELLE THEMEN

Neugeborenes
Foto: Victor Ramos, Pixabay

Konflikte aushalten und menschlich gestalten – Verantwortungsethik im Umgang mit frühestem menschlichen Leben

von Peter Dabrock

Wir alle werden geboren. Zum einen teilen Menschen das biologische Ins-Leben-Kommen mit den nicht menschlichen Tieren. Zum anderen bildet das Geboren-Werden für jeden Menschen den Einstieg in die menschliche Lebensform mit den Möglichkeiten von Beziehungen, Fürsorge, kommunikativer Freiheit und Selbstbestimmung, aber auch von Erfahrungen der eigenen Endlichkeit und von Widerfahrnissen von Verletzbarkeit und Gewalt. Denken wir an „Geburt” und „Geburtlichkeit”, kommen nicht nur Bilder tiefer Liebe für den schutzbedürftigen und nach Zuneigung schreienden Säugling in den Sinn, sondern ebenso Bilder von Schmerz, Tod, Krankheit und enttäuschter Hoffnung. Zudem war und ist nicht jede Schwangerschaft gewollt, und so wundert es nicht, dass der Schwangerschaftsabbruch ein die Menschheit begleitendes Phänomen ist. Noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden Frauen dabei kaum gemeinschaftlich oder staatlich unterstützt. Oft mussten sie versuchen, „ihr” Problem allein und rechtlich wie gesundheitlich oft höchst risikoreich zu „lösen”.

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Foto: Tomasz Mikołajczyk, Pixabay

Digitalisierung als Herausforderung für Unterrichtsprozesse religiöser Bildung

von Jens Palkowitsch-Kühl

Es ist wohl eines der Themen unserer Zeit: die Digitalisierung. Vielerorts heißt es „Mut zum Wandel“. Die Suche nach zukunftsträchtigen Strategien, mit diesem Prozess „umzugehen“, gerät immer mehr in Fahrt. Denn: Digitalität ist ubiquitär – die Technologisierung der Kultur ist unaufhaltsam und lässt sich aus unserem Leben nicht mehr wegdenken. Sie verbindet bzw. durchdringt sowohl Privat- als auch Berufsleben durch permanente Resonanzen dessen, was alle als das „Internet“ bezeichnen. Keinesfalls sind das heutzutage bloße Webseiten (Web 1.0) oder das Mit-Mach-Internet (Web 2.0), definiert durch die Social Media, sondern zunehmend auch das Internet der Dinge (Web 3.0), bei dem digitale Agenten in unserem Auftrag (durch Algorithmen) die Wissens- und Informationsdatenbanken der Welt analysieren. Neuartige Interfaces, wie virtuelle persönliche Assistenten auf Namen wie Alexa und Siri hörend, lassen das Internet neu in die Lebenswelt integrieren. Warum noch selbst denken, wenn die Frage „Was ist die Wurzel aus 8“ innerhalb von Sekundenbruchteilen auf Zuruf beantwortet wird? Wieso Fakten der Weltgeschichte lernen, wenn man doch einfach sein Smartphone mit „Hey Google!“ fragen kann?

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PRAXIS

Schülerinnen und Schüler im Video-Chat – didaktische Hinweise

Foto: Steven Weirather, Pixabay

Von Lena Sonnenburg

Das Jahr 2020 hat – erzwungenermaßen – zu einer intensiveren Beschäftigung mit digitalen Methoden, digitalen Tools und digitalem Unterricht geführt. Bereits vorher waren einige Kolleg*innen wahre Expert*innen, was den Einsatz von Microsoft-Teams oder IServ angeht. Nun aber ziehen viele andere nach und werden in Bezug auf digitalen Unterricht immer sicherer. 

Dieser Text soll vor allen diejenigen ansprechen, die sich selbst noch nicht als Halb- oder Vollprofis im digitalen unterrichten verstehen. 

Ich hoffe mit einigen Good-Practise-Beispielen weitere Anregungen für den Unterricht zu geben.

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„Stürzen wir nicht fortwährend?“ – Ein Praxisbeispiel zur Erschließung literarischer Texte durch die Gestaltung von Comics im Religionsunterricht

Von Anna Suslov

Wie vermochten wir, das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten?“

Nietzsche lässt einen „tollen Menschen“ sprechen, der die Menschen als Gottesmörder entlarvt und gnadenlos die Folgen ausmalt. Dabei springen die sprachlichen Bilder die Leser*innen regelrecht an und lassen sie fast schon körperlich erfahren, welch folgenschwerer Schritt hier thematisiert wird: „Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden?“ Nietzsche fordert also im Gegensatz zu Feuerbach, Marx und Freud – mit deren Theorien wir uns im Religionskurs 12 im Zusammenhang mit dem Kompetenzbereich „Streit um die Wirklichkeit Gottes – Was hält der Kritik stand?“ auseinandergesetzt hatten – nicht erst, den Gottesglauben aufzugeben, sondern postuliert vielmehr, dass diese Abwendung von Gott längst stattgefunden habe.

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Jesus segnet die Kinder (Mk 10, 13-16) – Eine Bewegungsgeschichte für Krippenkinder

Foto: Bill Kasman, Pixabay

Von Gerta Hoffrichter

Zum Abschluss eines Krippenjahres verlassen häufig Kinder unsere kirchliche Einrichtung, um in einen städtischen Kindergarten zu wechseln. Deshalb legen wir in den Wochen vorher den besonderen Fokus auf den Übergang in die neue Situation und den neuen Lebensabschnitt. Wir nehmen in den Blick, dass sich für alle Beteiligten Veränderungen ergeben, die einschneidend sind und verunsichern können. Deshalb ist in dieser Situation für Kinder, Eltern und auch Fachkräfte hilfreich, eine achtsame Begleitung anzubieten. Dabei sollen auch Angebote gemacht werden, die Kinder stärken und ihnen Mut machen. Biblische Begegnungsgeschichten erzählen davon, dass Jesus Menschen, die abgewiesen oder ausgegrenzt werden, anspricht und zum Leben ermutigt. Die Perspektive der Kinder wird insbesondere in der Geschichte der Kindersegnung aufgegriffen: Die Freunde Jesu versuchen, die Kinder davon abzuhalten, zu Jesus zu gehen. Jesus dagegen weist die Erwachsenen zurecht, wendet sich den Kindern zu und segnet sie. Außerdem stellt er ihren Glauben und ihr Vertrauen auf Gott heraus und macht Kinder in dieser Hinsicht zum Vorbild für Erwachsene.

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futurzwei – Visionen und Utopien erzählen

Foto: ThisIsEngineerin, Pexels

Von Andreas Behr

Man könnte den Eindruck bekommen, dass Jugendliche sich heute schwer tun, eigene Visionen zu entwickeln.1 Gespräche mit mehr als 200 jungen Menschen zwischen 15 und 26 Jahren lassen Gründe erahnen, warum junge Menschen kaum über allgemeine Vorstellungen von heiler (Um)welt hinaus zu träumen wagen. Ihre Visionen erschöpfen sich darin, davon zu träumen, dass sie einst mit einer heilen Familie in einer sauberen Umwelt finanziell abgesichert leben. Selbst wenn sie Erfahrungen von Ausgrenzung und Benachteiligung erleben, wagen sie sich mit ihren Visionen nicht sehr weit vor. Junge LGBQTs2 wünschen sich schlicht eine Welt, in der sie nicht mehr auffallen. Hauptschulabbrecher können sich nicht einmal vorstellen, einmal eine feste Anstellung zu haben oder sich die Zukunft anderweitig positiv auszumalen, obwohl das ja durchaus realistisch wäre und noch längst kein unerfüllbarer Traum. Ist die Realität so herausfordernd, dass die Energie für eine größere Vision nicht reicht?

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Medizinische und ethische Fragen im Film

Von Nicole Schwarzer und Anja Klinkott

Am Sterbebett seiner Mutter erkennt ein Arzt seine eigenen Grenzen. Ein junger Mann am Beginn seines Erwachsenseins wird mit seinem Tod zum Lebensretter einer Mutter zweier Söhne. Ein junger Attentäter konfrontiert Lebensretter mit seinen Gedanken. Ein unsympathischer Cowboy übernimmt Verantwortung für seine Gesundheit und stellt sich damit einem mächtigen System entgegen.

In allen Geschichten lernen wir Menschen kennen, die an ihre Grenzen kommen, moralisch und ethisch. Wir erleben Mediziner*innen, Ärzt*innen und medizinisches Personal in den Konflikten zwischen Opfer und Täter*in, zwischen am Leben erhalten und sterben lassen, zwischen den Eltern, die ihre Kinder loslassen müssen, und den Kindern, deren Eltern weiterleben dürfen. Wir erleben sie zwischen politischen Interessen und dem Schicksal der einzelnen Person.

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"Ich frage mich ..." – Godly Play als spielerischer Zugang zur Bibel und zum Glauben

Von Marie Sophie Kitzinger

Meine erste Erfahrung mit Godly Play liegt schon einige Jahre zurück. Dennoch kann ich mich sehr gut an meine erste Geschichte erinnern. Zu dieser Zeit studierte ich Grundschullehramt unter anderem mit dem Fach Evangelische Religion. Im Rahmen eines religionspädagogischen Seminars zur Kinder- und Jugend-theologie wurde auch der religionspädagogische Ansatz Godly Play vorgestellt.1 Und das Erlebte ließ mich staunen.


Zu Beginn wurden wir an der Tür empfangen. Alle Seminarteilnehmenden wurden einzeln begrüßt und willkommen geheißen. Wir traten in den vorbereiteten Raum. Ein Kreis aus Sitzkissen lag bereit und mittig saß unsere Seminarleiterin auf dem Boden. 

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Nachrichten

Zeugnistelefone mehr als eine Woche lang geschaltet

Lüneburg (epd). Kinder und Jugendliche mit Zeugnissorgen können von Mittwoch an mehr als eine Woche lang Schulpsychologinnen und -psychologen erreichen. Das Zeugnistelefon der Regionalen ...

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"Und da soll man nun Trost spenden" - In Corona-Zeiten stößt die Sterbebegleitung an ihre Grenzen

Hameln/Peine (epd). Die Corona-Einschränkungen führen dazu, dass Menschen einsam sterben und Angehörige daran verzweifeln, ihre Liebsten nicht begleiten zu dürfen. Das wirkt sich auf die ...

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Hilfsorganisationen bieten "Impftaxis" für Senioren an

Hannover (epd). Hilfsorganisationen in Hannover wollen Senioren mit einem kostenlosen Shuttle-Service zum Impfzentrum bringen. Ehrenamtliche Helfer des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Deutschen ...

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Neues aus dem RPI

Keine Angst vorm Regenbogen! – Sechs Fragen zum Thema sexuelle Vielfalt an Kirsten Rabe, Dozentin am Religionspädagogischen Institut Loccum

Die Wahrnehmung sexueller Vielfalt ist seit einigen Jahren in den Curricula und Lehrplänen aller Fächer festgeschrieben. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass das Thema auch in den konkreten ...

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RPI Loccum weitet Online-Services aus – eBooks, Podcasts und Online-Tagungen: Religionspädagogisches Institut Loccum ist in allen Bereichen digital vertreten

Viermal im Jahr erscheint der „Loccumer Pelikan“, das Fachmagazin des Religionspädagogischen Instituts Loccum (RPI). Mehr als 10.000 Abonnent*innen erhalten das gedruckte Heft per Post. Doch ...

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Religionen im Gespräch

Sind Christen „Ungläubige"?

Wolfgang Reinbold im Gespräch  mit dem Islamwissenschaftler Dr. Hakki Arslan von der Universität Münster

Podcast

Interkulturelle Kompetenz in der Schule entwickeln

Vortrag von Prof. Dr. Ulf Over (Universität Bremen)