AKTUELL

Bild: Gerd Altmann, Pixabay

Influencer als Vorbilder? – Eine Bestandsaufnahme und Impulse für den Religionsunterricht

von Manfred L. Pirner und Nastja Häusler

Während wir diesen Essay schreiben, ist das Rezo-Video immer noch in aller Munde. Zur Erinnerung: Eine Woche vor der Europa-Wahl am 26. Mai 2019 veröffentlichte der „YouTuber“ Rezo sein selbstgedrehtes Video mit dem Titel „Die Zerstörung der CDU“, das bis zum Wahlsonntag-Abend zwölfeinhalb Millionenmal angeklickt wurde (bis Ende Juni sind es 15,3 Millionen Klicks geworden). In diesem 55-minütigen Video zeigt er nach eigenen Angaben mit Quellen und Fakten belegt, wie vor allem Politiker der CDU, aber auch solche der anderen Parteien der großen Koalition „lügen, wie ihnen grundsätzliche Kompetenzen für ihren Job fehlen, […] sie sich augenscheinlich an verschiedenen Kriegsverbrechen beteiligen, wie sie Propaganda und Unwahrheiten gegen die junge Generation einsetzen, wie bei ihrer Politik der letzten Jahrzehnte die Reichen immer mehr gewinnen und alle anderen immer mehr ablosen und dass nach der Expertenmeinung von zigtausend deutschen Wissenschaftlern die CDU aktuell unser Leben und unsere Zukunft zerstört“.

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Mehr als „Verantwortung“ und „Mitgeschöpflichkeit“. – Überlegungen zu den Tiefendimensionen einer theologischen Tierethik jenseits der schönen Phrasen

von Simone Horstmann

Die Begegnung mit (nicht-menschlichen) Tieren hat heute beinahe automatisch eine ethische Dimension: Angefangen beim Problem der Tierversuche, dem Artensterben, der Fleisch-Frage bis zur Haltung von sog. Haus-, Zoo- oder Nutztieren, scheint es immer schon ausgemacht, dass diese Themenfelder mit den Instrumenten der Ethik zu bearbeiten sind. Auch die (Systematische) Theologie hat die Beschäftigung mit den Tieren bislang nahezu ausschließlich als ethische Aufgabe begriffen.  Die Verortung der ‚Tier-Frage‘ in der theologischen Ethik folgt durchaus einem berechtigten Interesse – immerhin nehmen wir viele Tierbegegnungen in unserem Alltag als konkrete Handlungs-, Entscheidungs- oder Konfliktsituationen wahr. Gleichwohl wird die Einordnung der Tiere in den Zuständigkeitsbereich der Ethik auch zu einem Problem, das ich in drei methodischen Anmerkungen skizzieren möchte:

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PRAXIS

Meine Learningsnacks für den RU – einfach mal ein Häppchen zwischendurch…

Foto von Roberto Nickson von Pexels

Von Dirk Bischoff und
Michaela Veit-Engelmann

An den Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen gewinnt das schulische Leben langsam wieder an Fahrt; immer mehr Klassen kehren in die Schulen zurück. Doch noch sind viele Schüler*innen zu Hause und sind darauf angewiesen, dass ihre Lehrkräfte sie mit abwechslungsreichem und möglichst selbsterklärendem Material versorgen, anhand dessen sie den zentralen Stoff der jeweiligen Fächer bearbeiten. 

Die hier vorgestellten Beispiele für ein Homeschooling im Onlinemodus wurden erstellt mit dem Tool Learningsnacks, das es den Schüler*innen ermöglicht, unmittelbar online auf andere Seiten zuzugreifen, Videos anzusehen oder durch Onlineabstimmungen zumindest indirekt über die Meinungsbildung der anderen Schüler*innen ihrer Klasse informiert zu werden. Ein Vorteil dieser App ist es, dass die Schüler*innen sie via Link oder QR-Code sehr gut auf ihren Smartphones nutzen können, sollte kein PC zur Verfügung stehen. (Dass das digitale Lernen, gerade im Religionsunterricht, allerdings auch schnell an seine Grenzen stößt, soll hier nicht unerwähnt bleiben: Die Learningsnacks beschränken sich in den interaktiven Elementen auf Fragen, die nach einem „richtig/falsch“-Muster angelegt sind und deshalb leider nicht dazu anregen, jenseits dieser Kategorien tiefergehend über eigene Meinungen, Eindrücke oder Emotionen nachzudenken.)

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Vorbilder – wie sie uns prägen – Ein Unterrichtsvorschlag für die Grundschule

Von Tanja Voss

Vorbilder sind wichtig in unserem Leben. Ihnen können wir nacheifern oder uns vor Augen halten, welches Lebensziel wir verfolgen. Besonders Kinder und Jugendliche begegnen Vorbildern sehr aufmerksam; sie orientieren sich stark an ihnen. In der heutigen Zeit sind dies überwiegend Personen aus dem öffentlichen Leben oder der persönlichen Umgebung. In religiös sozialisierten Regionen prägen daneben auch Personen aus der Gemeinde oder den Vereinen vor Ort das Erwachsenwerden.

Nach Hartmut Rupp ist ein „Vorbild […] das Bild einer realen, aber auch virtuellen Person, aus der Gegenwart oder der Vergangenheit, das von einem Individuum bewundert, verehrt oder geliebt wird“.1  Darüber hinaus können Vorbilder mittels folgender Kategorien differenziert werden: Ideal, Idol, Star, Held und Modell. Bei der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit Vorbildern ist es wichtig, die Personen in ihrem jeweiligen Kontext wahrzunehmen: mit Bezug zum Glauben, mit Alltagsbezug (z. B . Jugendleiter / Teamer) oder mit Bezug zum Wohl aller Menschen (z. B. Ärzt*innen). Das Leitbild für den jeweiligen Lebensabschnitt wird durch einen personalen Bezug definiert, der es ermöglicht, in den Erlebnissen der Vorbilder mehr als eine eindrucksvolle Geschichte zu sehen.

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Impulse für Einschulungsaktionen in körperlich-räumlicher Distanz

Vom Dozierendenkollegium des RPI Loccum

Die Sommerferien haben begonnen und die Pressemitteilungen über einen Normalbetrieb der Schulen im Schuljahr 2020/2021 häufen sich. Der Wunsch nach Normalität ist groß und verständlich. Es wäre wirklich schön, auch die kommenden Ersten und Fünften Klassen ritualisiert begrüßen zu können. Sicher ist dies jedoch keinesfalls.

Doch: Ein sanfter Einstieg, eine herzliche Begrüßung, eine freundliche Geste zu Beginn sind Gelingensbedingungen für den Schulstart bzw. den Start an einer neuen Schule. Die Sehnsucht nach Verbundenheit und Gemeinschaft ist gerade jetzt bei den zukünftigen Schüler*innen hoch, denn sie haben die Erfahrungen des Eingeschlossenseins der letzten Wochen, der Unsicherheit, wie es weitergehen wird, und dem Wunsch nach Nähe mit Kamerad*innen im Gepäck.

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Inboxing – Unboxing. Konfis packen eine Themenbox ein und aus

Foto: bohed, Pixabay

Von Andreas Behr

Idee: Konfis setzen sich mit einem Thema wie z.B. „Hoffnung“ auseinander, indem sie Symbole dafür finden und sich mit den Symbolen anderer befassen. Dazu entstehen Konfi-Ketten, in denen nach dem Stille-Post-Prinzip einzelne Konfis zunächst Symbole suchen und diese in eine Box packen. Diese Box wird dann wiederum von einer weiteren Person ausgepackt, die das Auspacken kommentiert und Assoziationen zu den Symbolen äußert. Danach packt diese Person die Box erneut, wobei sie Symbole austauschen kann. Angestoßen wird die Kette durch Teamer*innen, d.h. diese packen die erste Box einer Kette. 

Diese Idee ist inspiriert von den sogenannten Unboxing-Videos im Internet. 
Wikipedia beschreibt „unboxing“ folgendermaßen: „Unboxing (vom engl. to unbox für „auspacken“) ist ein Begriff aus der Netzkultur. Er bezeichnet ein Online-Video, das von einer Person aufgezeichnet, kommentiert und auf einem Internet-Videoportal veröffentlicht wird. Das Video zeigt, wie ein Produkt der Verpackung entnommen und vorgestellt wird.“ 

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Prophetenworte, Trostworte – Nicht nur für den Unterricht

Image by Dimitris Vetsikas from Pixabay

Von Dietmar Peter

Die Worte der Propheten zeichnen immer wieder neue Bilder der Treue Gottes zu den Menschen. So eröffnet die Zusage: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jesaja 66,13) eine Dimension des Trostes, die viel mehr als ein „Alles wird gut“ ist. Gott sieht die zerbrochenen Hoffnungen. Er nimmt das Elend eines Menschen ernst und macht es zu seiner eigenen Sache.

Trost ist ein umfassendes Geschehen. Es befreit und gibt Geströsteten Mut zum Leben. Getröstete erhalten festen Grund unter den Füßen, ein weiter Horizont öffnet sich.

In Zeiten der Corona-Krise werden Prophetenworte bedeutsamer. Sie eröffnen Möglichkeiten, Ermutigung und Perspektiven für die Zukunft zu finden.

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„Das Herz pocht und das ist Gott.“ – Theologische Gespräche in der Kindertagesstätte

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Von Angela Kunze-Beiküfner

Lena (6): Der liebe Gott ist wie eine liebe Mutter, die früh ihre Kinder auf den Spielplatz zum Spielen schickt und am Abend ruft sie sie wieder rein.

Tina (4) singt: Ich bin so froh, Gott ist so lieb, meine Mama zieht mich groß. Alle, alle Menschen haben mich lieb. Alle freuen sich, wenn ich komme, weil ich so lieb bin. Meine Mama hat mir den Namen Tina gegeben. Alle freuen sich, wenn ich komme. Der Opa springt in die Luft. Gottes Liebe ist so groß!

Hagia (5): Ich habe alle Menschen lieb, auch die, die ich nicht kenne. Ich habe die Liebe Gottes in mir. Ich bin nämlich wie Gott – ich mache ja mit Gott mit. Gott hat das zu mir gesagt.

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Nachrichten

Landeskirche Hannovers unterstützt Kirche im Libanon

Hannover (epd). Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers unterstützt die Evangelische Kirche in Syrien und dem Libanon (NESSL) mit einer Soforthilfe von 10.000 Euro aus dem ...

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Vom Rad in die Kirche - Einfach mal innehalten: In Deutschland gibt es rund 350 Radwegekirchen

Von Stefanie Walter (epd) Eine alte Klosterkirche, eine Kirche im Schafstall, ein Dom: Radwanderer können auf ihren Touren in vielen schönen Kirchen Halt machen und zur Ruhe ...

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1.000 Kraniche für den Frieden - 75 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki

Von Andreas Rehnolt (epd) Die zwölfjährige Sadako Sasaki aus Hiroshima starb zehn Jahre nach dem Abwurf der Atombombe an Leukämie. Einer alten Legende nach faltete sie 1.000 Papier-Kraniche, in ...

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Evangelische Kirche denkt über flexible Kirchensteuer nach

Berlin/Hannover (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, kann sich eine flexiblere Gestaltung der Kirchensteuer besonders für junge ...

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oneminutesky

Wahrheitsfrage
Spiritueller Impuls von Simone Liedtke

Podcast

Religiöse Bildung in den Schulen

PD Dr. Silke Leonhard im Gespräch. NDR-Info: Blickpunkt Diesseits am 10. November 2019

Neue Kerncurricula an Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen

Die Neuerungen der Kerncurricula für das Fach Evangelische Religion an Grund-, Haupt-, Real- und Oberschulen und die daraus resultierenden Aufgaben für die Fachkonferenzen werden in zwei Videopräsentationen erläutert.

Zu den Videopräsentationen

Rezension

Hilal Sezgin: Artgerecht ist nur die Freiheit. Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen. 2. Aufl. München 2014, 301 Seiten. 16,95 €

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