AKTUELL

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Ich bin ausgeschüttet wie Wasser (Ps 22,15) – Stress und Burnout in der modernen Arbeitswelt und der evangelisch-reformatorische Glaube

Von Christhard Lück und Inga Effert

„Ich bin nur noch gestresst.“ – „Mir wird alles zu viel.“ – „Meine Batterie ist leer.“ – „Rien ne va plus – nichts geht mehr.“ Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich überlastet, gestresst, müde, erschöpft und ausgebrannt. Stress und Burnout (von engl. [to] burn out: „ausbrennen“ oder „durchbrennen“) scheinen zum neuen Volksleiden zu werden. Laut einer Auswertung der Daten von über vier Millionen Versicherten der Betriebskrankenkassen von 2015 [1] hat sich die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von psychischen Beschwerden, zu denen auch „Burnout“ [2] zählt, in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Psychische Störungen stellen damit mittlerweile die Diagnose mit der „längsten durchschnittlichen Dauer der Krankschreibung“ [3] auf der Arbeitnehmerseite dar. Die Weltgesundheitsorganisation hat den Arbeitsstress daher als eine „der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts“ identifiziert und in der Studie „Global Burden of Disease“ dramatisch steigende Kosten für Arbeitgeber und Krankenkassen prognostiziert.

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„Kirche des gerechten Friedens” werden: Ein Pilgerweg durch die Bibel

Von Martin Schindehütte

Woran orientieren wir uns auf dem Weg zu einer „Kirche des gerechten Friedens”? An unserem Glauben! An der Quelle unseres Glaubens, an der Bibel. Ich will Sie daher einladen zu fünf Stationen auf einen „Pilgerweg durch die Bibel“. In der Bibel können wir erkennen, woraus wir leben und wofür wir Gott einfach nur danken können. Sie führt uns vor Augen, was wir als schreiendes Unrecht zu beklagen und öffentlich zu machen haben. Sie zeigt uns, wo Veränderung zum Frieden stattfindet und Gottes Güte uns zur Umkehr leitet. 

Bei einem Pilgerweg suchen wir aktiv besondere Orte auf, die uns wichtig sind. Wir bleiben eine Weile an diesen Orten. Wir nehmen wahr, was sie bedeuten. Wir beten zu Gott um Erkenntnis und Erleuchtung. Aber wir verharren dort nicht. Wir gehen mit einem neuen Blick, beunruhigt und auch gestärkt, bewegt und ermutigt unseren Weg weiter. So mag das vielleicht auch sein an den Orten, die wir nun in der Bibel aufsuchen und kurz verweilen ...

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PRAXIS

Jesus segnet die Kinder (Mk 10, 13-16) – Eine Bewegungsgeschichte für Krippenkinder

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Von Gerta Hoffrichter

Zum Abschluss eines Krippenjahres verlassen häufig Kinder unsere kirchliche Einrichtung, um in einen städtischen Kindergarten zu wechseln. Deshalb legen wir in den Wochen vorher den besonderen Fokus auf den Übergang in die neue Situation und den neuen Lebensabschnitt. Wir nehmen in den Blick, dass sich für alle Beteiligten Veränderungen ergeben, die einschneidend sind und verunsichern können. Deshalb ist in dieser Situation für Kinder, Eltern und auch Fachkräfte hilfreich, eine achtsame Begleitung anzubieten. Dabei sollen auch Angebote gemacht werden, die Kinder stärken und ihnen Mut machen. Biblische Begegnungsgeschichten erzählen davon, dass Jesus Menschen, die abgewiesen oder ausgegrenzt werden, anspricht und zum Leben ermutigt. Die Perspektive der Kinder wird insbesondere in der Geschichte der Kindersegnung aufgegriffen: Die Freunde Jesu versuchen, die Kinder davon abzuhalten, zu Jesus zu gehen. Jesus dagegen weist die Erwachsenen zurecht, wendet sich den Kindern zu und segnet sie. Außerdem stellt er ihren Glauben und ihr Vertrauen auf Gott heraus und macht Kinder in dieser Hinsicht zum Vorbild für Erwachsene.

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„Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“Hermeneutische und didaktische Überlegungen zu einer wohlbekannten Schüler(innen)äußerung

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Von Johannes Kubik

Wohl jede Religionslehrkraft, sicher aber jede Religionslehrkraft, die schon einmal in der Oberstufe unterrichtet hat, kennt die Situation: In bestimmten Unterrichtssituationen, in denen die Lernenden eigentlich Farbe bekennen müssten, ihr eigenes Urteil nennen und erklären können sollten, ziehen sie sich auf die Formel zurück: „Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Wie stehst du zur Auferstehungsvorstellung? – „Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Wie stehst du zur Frage nach der Legitimität aktiver Sterbehilfe? – „Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Der Satz begegnet quasi überall. Eine Zeitlang ging es mir in meinem Unterricht so, dass ich in solchen Situationen so perplex war, dass ich es weder hinbekam, genauer hinzuschauen, was mit diesem Satz in der jeweiligen Situation eigentlich genau gemeint war, noch, etwas zu entgegnen, das den Unterricht produktiv weitergeführt und dem Lernenden womöglich doch noch plausibel gemacht hätte, warum es sich lohnen könnte, ein eigenes Urteil zu fällen. Auch die Religionsunterrichts-Denkschrift „Religiöse Orientierung gewinnen, Evangelischer Religionsunterricht als Beitrag zu einer pluralitätsfähigen Schule“ der EKD von 2014 hat etwas Ähnliches vor Augen, wenn es dort heißt ...

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Die Rechte von Kindern und Jugendlichen - Eine Unterrichtssequenz für eine dritte oder vierte Grundschulklasse im Rahmen einer Einheit zum Thema Kinderarmut

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Von Nicola Kottner

Für viele Kinder ist es selbstverständlich, einen Namen zu haben, genug zu essen und ein Recht auf Gesundheit zu haben, spielen zu können oder sich erholen zu dürfen. Gerade in Grundschulklassen erlebt man es aber auch immer wieder, dass Kinder an der Armutsgrenze leben und von Armut bedroht sind. In der Schule wird die Realität wachsender Unterschiede von reich und arm sichtbar, treffen die Gegensätze von Kindern, denen alle Wünsche erfüllt werden können und solchen, die an oder unter der Armutsgrenze leben, aufeinander.

Mit der Thematisierung von Kinderrechten kann zum einen die Problematik von Armut und ihrer Konsequenzen für die Lebensgestaltung bewusst gemacht werden. Dabei liegt der Schwerpunkt vor allem darauf, für die unterschiedlichen Lebensbedingungen zu sensibilisieren. Zum anderen bietet das Thema auch einen Ansatzpunkt, das Bewusstsein der Kinder für ihre eigenen Rechte zu wecken und zu stärken. 

Im November dieses Jahres jährt sich die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention zum 20. Mal. Am 20. November 1989 wurde die UN-Konvention von der Generalversammlung der Vereinten Nationen unterzeichnet. Mittlerweile haben alle Staaten mit Ausnahme der USA und Somalia die Konvention ratifiziert. Die Konvention enthält 54 Artikel, die erstmals soziale, kulturelle und wirtschaftliche Rechte für Kinder in einem völkerrechtlich bindenden Vertrag festlegen.

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Herausforderung Digitalisierung – Filmtipps für die Bildungsarbeit in Schule und Kirchengemeinde

Photo by Obregonia D. Toretto from Pexels

Von Marion Wiemann

Digitale Medien und deren Einsatzmöglichkeiten und Nutzen spalten den gesellschaftlichen Diskurs. Eine Seite preist die Chancen, die sich beruflich und privat ergeben. Alles wird schneller, einfacher und schöner und ist noch dazu kostenlos. Die Gegenseite warnt vor Datenmissbrauch, Entgrenzung der Arbeitszeit und Suchtgefahren. Wichtig ist es, gerade im Hinblick auf Heranwachsende, diese zu einer Medienmündigkeit zu erziehen, die den Spaß an digitalen Medien, deren Nutzen und Möglichkeiten nicht verteufeln, die aber auch Gefahren und Risiken sowie ökonomische Zusammenhänge thematisieren.

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Podcast

Rezension

Anna-Katharina Szagun
Nur Gott selbst kann wissen, ob es ihn gibt!
Langzeitstudie zur frühkindlichen Entwicklung von Gotteskonzepten in zunehmend säkularen Kontexten. Gera/Jena 2018

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