AKTUELL

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Wie „systemrelevant” ist Religion aus der Perspektive der beruflichen Pflege?

von Hartmut Remmers

Als systemrelevant werden angesichts der gegenwärtigen Corona-Pandemie unter anderem jene Bereiche und beruflichen Aktivitäten bezeichnet, die in irgendeiner Weise einen Bezug zum Gesundheitssystem haben und einen Beitrag leisten, die gesundheitliche Versorgung aufrechtzuerhalten und zu sichern. Eine wichtige Voraussetzung des systemischen Funktionierens besteht darin, dass die Arbeits- und Leistungsfähigkeit sorgender Berufe unter Einschluss auch der ärztlichen Berufe dauerhaft gewährleistet werden kann. Dies ist nicht nur eine physische Frage, sondern eine Frage geistig-seelischer Antriebsressourcen und Motivationen.

Eine Systemrelevanz der Religion ließe sich allenfalls im Hinblick auf ihr transzendentes Heilsversprechen mit innerweltlicher Sinnstiftung behaupten. In gewisser Weise ist dieses Heilsversprechen in säkularer Gestalt an die moderne Medizin übergegangen – allerdings mit einem lediglich ersehnten Sieg über Krankheit und Tod. Endlichkeit bleibt eine unumstößliche Lebenstatsache als Grund letzter Sinnfragen, auf die religiöse, mehr und mehr pluralisierte und zugleich entkirchlichte Praktiken Antworten zu geben suchen. In ihrer Funktion als „Kontingenzbewältigungspraxis“ (Hermann Lübbe) scheint Religion insofern unverzichtbar zu sein.

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Warum ist Religionskritik gut für Religion?

von Andreas Kubik

Die im Titel gestellte Frage ist auf den ersten Blick recht einfach zu beantworten: Religionskritik ist deshalb gut für Religion, weil sie dazu beiträgt, Unzulänglichkeiten und Fehlentwicklungen von Religion aufzuzeigen und sich damit an ihrer Verbesserung zu beteiligen („Religionsverbesserung“ war auch der Ausdruck, den die Aufklärungstheologie für die Reformation benutzte.) Von daher ist ein erheblicher – wenn nicht sogar der bei weitem größte – Teil der Kritik an Religion eigentlich von einem Interesse an ihr motiviert.

Darüber hinaus gibt es aber auch Religionskritik, welche nicht mehr aus Interesse an der Verbesserung von Religion heraus formuliert wird, sondern sich letztlich gegen alle Religion richtet. Diese Religionskritik zeigt sich mithin auch von religiösen Reformbestrebungen unbeeindruckt; aus politischen Gründen sind ihr vielleicht liberale Religionen lieber als orthodoxe, aber letztlich wäre nach Meinung der radikalen Religionskritik die Welt besser dran, wenn es gar keine Religion gäbe. 

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PRAXIS

„Für den Notfall" - Krisenplan und Krisenmanagement für die Schule

Bild: Ulrike Mai, Pixabay

Von Ute Baierlein und Thomas Barkowski

Krisenpläne?“ – vor Jahren haben wir für diesen Begriff noch befremdetes Kopfschütteln geerntet. „Krisen sind doch nicht planbar!“ Inzwischen wissen Ministerien und Schulleitungen und Lehrkräfte: Krisensituationen kommen auf Schulen zu und zwingen zum Handeln, will man nicht in einen Zustand der Lähmung und Handlungsunfähigkeit verfallen, oder, wie früher üblich, die Schülerinnen und Schüler im Blick auf die Bewältigung sich selbst überlassen. Dramatische Amokläufe und Massaker in Schulen haben uns schreckliche Szenarien vor Augen geführt. Aber geradezu alltäglich ist die Situation, dass der Tod eines Schülers, einer Lehrkraft durch Unfall, Suizid, Gewalttat oder Krankheit eine Schule belastet. Dafür – und auch für die ganz umfassenden Krisen und Katastrophen – versuchen wir in diesem Artikel Konzepte und Hilfestellung zur Orientierung vorzustellen. Wir tun das auf der Basis der Erfahrungen und Ergebnisse, die in Bayern Schul- und Notfallseelsorge in Zusammenarbeit mit der Schulpsychologie erarbeitet und erprobt haben.

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Digitale Ideen für einen abwechslungsreichen Religionsunterricht in Corona-Zeiten

Foto: Gerd Altmann, Pixabay

Von Dirk Bischoff und
Michaela Veit-Engelmann

Nach einer in der Geschichte der BRD einmaligen Zwangspause hat der Schulunterricht wieder begonnen. Doch die Hoffnung, dass es sich dabei um den ersten großen Schritt in Richtung schulischer Normalität handelt, ist schnell verflogen. Noch immer sind viele Schüler*innen im Homeschooling und kehren wenn überhaupt erst kurz vor den Ferien in die Schulen zurück. Und dort findet bis auf Weiteres der Unterricht nur in halbierten Klassen statt, gelten Abstandsregeln und herrscht Maskenpflicht, sobald ein*e Schüler*in den Sitzplatz verlässt. Das Kurssystem soll aus Gründen des Infektionsschutzes möglichst ausgesetzt werden.

Die Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, auch unter diesen Bedingungen abwechslungsreichen, methodisch kreativen und inhaltlich spannenden Unterricht zu gestalten.

Da viele Unterrichtselemente, die in „normalen Zeiten“ selbstverständlich zum Einsatz kämen, jetzt nicht angewandt werden dürfen, werden hier digitale Alternativen für gängige Methoden und Sozialformen vorgestellt und erläutert. Um damit im Unterricht zu arbeiten, benötigen die Schüler*innen lediglich ein Smartphone oder Tablet bzw. sollten in der Klasse ggfs. Laptop und Beamer vorhanden sein.

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Medizin und ethische Fragen im Film

Von Nicole Schwarzer und Anja Klinkott

Am Sterbebett seiner Mutter erkennt ein Arzt seine eigenen Grenzen. Ein junger Mann am Beginn seines Erwachsenseins wird mit seinem Tod zum Lebensretter einer Mutter zweier Söhne. Ein junger Attentäter konfrontiert Lebensretter mit seinen Gedanken. Ein unsympathischer Cowboy übernimmt Verantwortung für seine Gesundheit und stellt sich damit einem mächtigen System entgegen.

In allen Geschichten lernen wir Menschen kennen, die an ihre Grenzen kommen, moralisch und ethisch. Wir erleben Mediziner*innen, Ärzt*innen und medizinisches Personal in den Konflikten zwischen Opfer und Täter*in, zwischen am Leben erhalten und sterben lassen, zwischen den Eltern, die ihre Kinder loslassen müssen, und den Kindern, deren Eltern weiterleben dürfen. Wir erleben sie zwischen politischen Interessen und dem Schicksal der einzelnen Person.

Diese Menschen kümmern sich als erste um die Schwächsten in unserem Leben. Sie stehen direkt neben ihnen, wenn es ihnen schlecht geht, wenn Körper und Geist nicht mehr das tun, was unsere Gesellschaft fordert. Diese Helfenden stehen immer wieder an den Wendepunkten unseres Lebens, am Beginn und am Ende. Das ist ihr Auftrag. In diesem Frühjahr sind sie besonders in unseren Fokus gelangt und wir haben Raum, uns darüber bewusst zu werden und Fragen zu stellen.

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Vom Traurig-Sein und Trauern - Umgang mit trauernden Kindern und Jugendlichen

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Von Hanne Shah

Jeder Mensch erfährt in seinem Leben verschiedene Formen des Verlustes. Jedes Kind ist hin und wieder traurig. Es schmerzt und macht auch traurig, wenn die Mutter verreist, der Hamster gestorben oder die Klassenarbeit schlecht gelaufen ist. Traurigkeit kann wehtun und in manchen Fällen sicherlich sogar verzweifeln lassen. Sie äußert sich oft durch Weinen und ist für einen Außenstehenden klar erkennbar. Dieses ernstzunehmende, schmerzhafte Gefühl verläuft in der Regel linear – und unterscheidet sich schon darin ganz grundsätzlich von Trauer. Traurigkeit indes gehört zum Leben. Allmählich wird der Schmerz weniger und irgendwann hört er auf. Man kann und sollte traurige Erfahrungen keinem Kind ersparen, denn der Umgang mit schmerzlichen Gefühlen ist ein wichtiger Lernprozess.

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Ein Gedankenexperiment – Wer darf überleben?

Von Christina Harder

Zwanzig Schülerinnen und Schüler der Philosophie-Abschlussklasse einer internationalen Schule in Jakarta stellen sich folgendem Gedankenexperiment: Eine Atombombenexplosion löst eine gewaltige nukleare Apokalypse aus. Die Schüler*innen stehen vor dem Eingang eines Bunkers, der ein Jahr lang Schutz bietet und Überleben sichert. Der Bunker ist jedoch lediglich für zehn Personen konstruiert. Nur für zehn Personen sind ausreichend Sauerstoff und Vorräte für ein Jahr vorhanden. Die Schüler*innen müssen nun entscheiden: Wer darf in den rettenden Bunker und überleben?

Dieses Gedankenexperiment steht im Zentrum des Filmes „The Philosophers. Wer überlebt?“ aus dem Jahr 2013. Der geniale, zugleich undurchsichtige sowie zynische Philosophielehrer Mr. Zimit stellt das Urteilsvermögen seiner Schüler*innen zum Abschluss des Philosophiekurses auf eine harte Probe. Er fordert sie heraus. Er provoziert. Er arbeitet mit den ureigenen Methoden der Philosophie, um seine Schüler*innen zu testen. Doch – er spielt dabei selbst, zunächst unbemerkt, eine aktiv steuernde Rolle. Schon bald bekommt das Experiment eine kritische Eigendynamik; und es kommt zu einem unerwarteten, von Herrn Zimit nicht gewollten Ergebnis.

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„Dankbarkeit macht das Leben erst reich“, auch in Zeiten von Corona – Ein Beispiel für die Arbeit mit dem Tool Flinga

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Von Dietmar Peter

Der Satiriker Thorsten Stelzner aus Braunschweig hat zu Beginn der Corona-Pandemie ein bewegendes Gedicht mit dem Titel "Gute Nacht Deutschland" geschrieben und auf YouTube veröffentlicht. In den sozialen Netzwerken hat das Gedicht viel Aufsehen erregt, denn der Autor schildert im Text auf eine eigene Weise seine Gedanken.

Es ist ein leises Gedicht, Thorsten Stelzner lässt keinen Dampf über die Einschränkungen ab. Er beschreibt sensibel seine Gedanken und er ist dankbar. Damit blickt er aus einer anderen Perspektive auf die aktuelle Situation und regt zum Nachdenken an.

Das Gedicht eignet sich in besonderer Weise, um den Blick zu weiten und mit Schüler*innen anders und neu auf die aktuelle Situation zu schauen.

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Nachrichten

Aha-Effekt garantiert! – Das RPI Loccum veröffentlicht eine Arbeitshilfe für den Religionsunterricht an Grundschulen

Die Schüler*innen wuseln aufgeregt durcheinander. „Hast du meine Hirten gesehen?“ – „Hirten? Wer braucht schon Hirten? Ich muss noch die drei Könige basteln!“ – „Könige kommen bei mir nicht vor. ...

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Bedford-Strohm kandidiert 2021 nicht mehr für EKD-Spitze

München/Hannover (epd). Heinrich Bedford-Strohm zieht sich in einem Jahr von der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zurück. In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit ...

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Regionalbischof Klahr fordert "verantwortete Freiheit"

Emden (epd). Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und mit Blick auf den Reformationstag am Sonnabend (31. Oktober) hat der Emder Regionalbischof Detlef Klahr zur "verantworteten Freiheit" ...

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Kultusminister unterstützt Vorschlag zu Homeschooling vor Weihnachten

Osnabrück/Hannover (epd). Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) unterstützt den Vorschlag des Koalitionspartners CDU einer vorsorglichen Isolation für Schüler kurz vor ...

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Käßmann: Maske ist ein Zeichen für Solidarität

Hannover (epd). Die Theologin Margot Käßmann hat angesichts steigender Corona-Zahlen dazu aufgerufen, noch intensiver füreinander einzustehen und mehr Verantwortung für das Gemeinwohl zu ...

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Religionen im Gespräch

Neue Kirchen in der Stadt – Die Christian Hope Church in Braunschweig

Wolfgang Reinbold im Gespräch mit Pastor Prince Blackson Ansah

Gemeinsame Erklärung zum Religionsunterricht

Land und Kirchen vereinbaren Ausnahmeregelung zur Sicherstellung des Religionsunterrichtes

Auch in der aktuellen Krisenlage und unter erschwerten organisatorischen Bedingungen soll in niedersächsischen Schulen der Religionsunterricht aufrechterhalten werden. Dabei kann der Religionsunterricht auch konfessionell-kooperativ als gemeinsamer Unterricht insbesondere für evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler erteilt werden, der zugleich offen ist für Schülerinnen und Schüler anderer Religionen und Weltanschauungen.

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Podcast

Die Schule als Hamsterrad? – Gesundheit stärken durch Selbsterhaltung und Selbstgestaltung

Vortrag von Prof. Dr. Peter Paulus (Universität Lüneburg) 

Rezension