AKTUELL

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RPI Loccum (CC BY-NC-SA 2.0)

Religionsfern, spirituell suchend – oder einfach „ausgetreten“? – Facetten konfessionsloser Lebensführung an den Lernorten Gemeinde und Schule

Von Bernd Schröder

Jede Kirchengemeinde weiß davon zu berichten, dass es im eigenen Parochialbezirk Menschen gibt, die sich verbitten, den Gemeindebrief in den Briefkasten geworfen zu bekommen, und dass bei Taufen immer häufiger Menschen, die keiner Kirche zugehören, unter den Eltern oder im engeren Familienkreis zu finden sind, bisweilen auch als sogenannte Taufzeugen aufgerufen werden. In der Schule ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler, bei denen keine Konfession vermerkt wurde, unübersehbar – sei es, weil sie noch nicht getauft sind, weil sie keiner Religionsgemeinschaft angehören oder auch nur, weil sie bzw. ihre Eltern nicht möchten, dass ihre Religionszugehörigkeit bekannt wird. Im Wachsen begriffen ist auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die den Ethikunterricht besuchen: Bundesweit waren es im Schuljahr 2015/16 in allen Formen des allgemeinbildenden Schulwesens 983.000 Schülerinnen und Schüler oder 15,2 Prozent. (Zum Vergleich: Am evangelischen Religionsunterricht nahmen 2.215.000 Schülerinnen und Schüler bzw. 35,2 Prozent teil, am katholischen 1.925.000 bzw. 33,6 Prozent.)

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 © lander2006 (CC BY 2.0)

Von Stigmata und Tattoos: Körperzeichen im Wandel der Zeiten

Von Hans Jürgen Luibl

Tätowierungen oder Tattoos sind Mode, genauer gesagt: Körper-Mode, wenn vielleicht auch eine Mode, die ihren Höhepunkt schon hinter sich hat. Diese faszinierend-befremdliche Körper-Mode zu verstehen, dazu gibt es etliche Versuche – siehe Literaturverzeichnis. Im Folgenden wird keine neue Hypothese entwickelt, sondern zu einem Spaziergang durch die Kulturgeschichte eingeladen. Dieser führt in die Weite und Abgründe des absonderlichen Phänomens des Ritzens, der Einzeichnungen in den eigenen Körper, den individuellen Körper, der damit ein (aus-)gezeichneter wird und damit in den kollektiven Körper, die Gemeinschaft.

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PRAXIS

Rollenbilder in der Kinder- und Jugendliteratur – Lektüreideen für die Schule

Von Ulrike Fiene

In den Sozialwissenschaften wird der Begriff „Gender“ definiert als durch die Gesellschaft und Kultur geprägte Geschlechtereigenschaften einer Person. Dieses soziale Geschlecht wird ausdrücklich abgegrenzt von dem biologischen Geschlecht. Die Geschlechterrolle, die in einer Gesellschaft vorherrscht, ist also kein biologisches Phänomen, sondern ein sozial-kulturelles.

Es gibt keine homogen männliche oder homogen weibliche Gruppe in einer Gesellschaft, auch wenn es Staaten gibt und Zeiten gab, die diese Wunschvorstellung gerne manifestieren und auch noch kombinieren mit „besser“ oder „schlechter“, mehr oder weniger Wert. Jungen sind anders – Mädchen auch. Jungen lesen anders, sie bevorzugen in der Regel andere Inhalte und oft andere Genres als Mädchen. Der Buchmarkt geht auf diese Wünsche ein und versucht, Buchreihen für Mädchen oder Buchreihen für Jungen zu verkaufen.

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„Du hast ihn nie verraten, deinen Plan von Glück!“ – Vom Umgang mit dem „unerwarteten“ Tod in der Popmusik

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Engel auf dem Ohlsdorfer Friedhof, Hamburg. Foto: Oxfordian Kissuth/Wikipedia

Von Franziska Jaap

Jährlich sterben in Deutschland rund 850.000 Menschen an ganz unterschiedlichen Todesursachen. Schülerinnen und Schüler werden sowohl mit natürlichen als auch nicht natürlichen Todesursachen im familiären Umfeld sowie im Bekannten- und Freundeskreis immer wieder konfrontiert. Häufig fehlen ihnen jedoch die Sprache und auch die (Lebens-)Erfahrung mit diesem endgültigen Abschied umzugehen. Religion bzw. religiöse Erfahrungen können dann ein „Anker“ sein, der Schülerinnen und Schülern Halt und Sicherheit gibt. 

Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist! (Victor Hugo). Musik stellt, folgt man Victor Hugo, vielfach die Brücke zwischen Sprache und Empfindung dar, die gerade in solch existentiellen Momenten wie dem Tod Trost und Hoffnung ausspricht, ohne sich anzubiedern oder unpassend zu wirken.

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Filmtipps zum Thema „Mensch und Tier“

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Von Marion Wiemann

Das Verhältnis von Mensch und Tier ist Gegenstand des philosophischen Diskurses seit der Antike. Ursprünglich wurde dem Tier dabei durchgängig ein niederer (Stellen-)Wert im Vergleich zum Menschen eingeräumt. Begründet wurde dies u.a. mit dem biblischen Schöpfungsmythos und der daraus resultierenden Sonder- bzw. „Höherstellung“ des Menschen. Da das Tier als minderwertig angesehen wurde, stellte man es in Konsequenz den Dingen gleich (vgl. Aristoteles, Descartes, Kant). Diese Sichtweise auf die Tiere hat sich erst spät geändert. Haltungen, die demgegenüber die Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier betonen, leiten daraus eine Gleichwertigkeit ab, die sich auf die Leidensfähigkeit der Tiere oder ihren Lebenswillen beruft (vgl. Bentham, Schweitzer).

Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier ist sehr widersprüchlich. In westlichen Gesellschaften wird der Hund gerne als „bester Freund“ bezeichnet, mit ähnlich großer Zuneigung widmet man sich Katzen, Ziervögeln oder Schildkröten. In Deutschland lebt in jedem dritten Haushalt ein Tier. „Nutztiere“ wie Kühe, Schweine und Hühner werden dagegen unter Bedingungen gehalten, die Tierschützer grausam nennen.

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„Diese Kirche ist keine Kirche!“ – Kirchenraumpädagogische Einsichten und Ausblicke

Von Antje Roggenkamp
und Jürgen Heumann

Als Göttinger und Oldenburger Studierende gemeinsam die Göttinger Jacobikirche erkundeten, äußerte eine Oldenburger Studierende spontan: „Diese Kirche ist keine Kirche!“ Der Ausruf gab zu denken – nicht nur den Göttinger Studierenden. Befand sich die Seminargruppe doch im Innenraum einer gotischen Hallenkirche, deren kunstgeschichtlicher Rang unumstritten ist: die in gedämpften Renaissance-Farben ausgestalteten tanzenden Säulenpfeiler, die Fenster von Johannes Schreiter zum Psalm 22 und last but not least der in Deutschland einzig erhaltene, seit 1402 in Gebrauch befindliche Wandelaltar machen die Kirche zu einer Attraktion für Bildungsreisende. Und es war genau dieser Eindruck, den die Studierende offensichtlich zu artikulieren suchte: „Diese Kirche ist keine Kirche, sondern ein Museum.“ 

Als wir einige Wochen später beim Gegenbesuch die in der Innenstadt von Oldenburg gelegene Lambertikirche3 betraten, „wiederholte“ sich die Szene. Einer Göttinger Studentin entfuhr es wiederum spontan: „Diese Kirche ist keine Kirche!“ Die dreireihig übereinander geordneten Logen sowie das nach oben hin offene, Licht durchflutete Kuppeldach ließen sie an ein Theater denken. 

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Nachrichten

Bremen: Gemeindehaus wird zum Hospiz umgebaut

Bremen (epd). Im Bremer Osten soll im Gemeindehaus der evangelischen Andreas-Kirchengemeinde ein neues stationäres Hospiz für unheilbar erkrankte Menschen in ihrer letzten Lebensphase entstehen. ...

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Käßmann: Tracking von Kindern ist "ein Albtraum"

Berlin/Hannover (epd). Die Theologin Margot Käßmann rät Eltern davon ab, ihre Kinder zu tracken. Anstatt die eigenen Kinder zu überwachen, sollten Eltern ihnen vertrauen, schrieb die frühere ...

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Schule ohne Schulbücher und Stundenplan

Bei der Loccumer Konferenz für Didaktische Leitungen an Oberschulen und Gesamtschulen standen Fragen rund um die Digitalisierung im Zentrum. Die Oberschule in Gehrden hat vieles von dem ...

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KMK-Präsidentin Hubig befürwortet Pakt für bessere Rechtschreibung

Berlin/Hannover (epd). Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig (SPD), hält einem Zeitungsbericht zufolge einen Pakt für bessere Rechtschreibung für geboten. "Lesen, ...

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Frieden und Zivilcourage: Sechs Schulen gewinnen Preise

Hannover (epd). Sechs niedersächsische Schulen haben sich im vergangenen Jahr mit Initiativen um ein friedliches Zusammenleben, Respekt, Toleranz und die Stärkung demokratischer Werte besonders ...

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Aktueller Podcast

Neue Ansätze in der Kirchenpädagogik

Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Rupp (Heidelberg) 

Rezension

Hilal Sezgin: Artgerecht ist nur die Freiheit. Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen. 2. Aufl. München 2014. 301 Seiten. 16,95 €

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