AKTUELLE THEMEN

Bild: Gerd Altmann, Pixabay

Kann Medizin immer gerecht sein? Wer entscheidet?

von Heiner Wedemeyer

m Rahmen der aktuellen COVID-19 Krise, die unser Gesundheitssystem in einem bisher nicht bekannten Ausmaß belastet, hat der Deutsche Ethikrat am 27. März 2020 Empfehlungen zur Bewältigung der Pandemie vorgelegt.1Neben den Ratschlägen, die Kapazitäten des Gesundheitssystems soweit wie möglich aufzustocken, stellt der Rat aber auch klar, dass es aktuell von großer Bedeutung ist, Politik und Gesellschaft dafür zu sensibilisieren, mögliche Konfliktszenarien auch als normative Probleme zu verstehen. Der Ethikrat fordert, dass Ärzt*innen so weit wie möglich bei kritischen Entscheidungen entlastet werden sollten. Die Verantwortung, in „Situationen katastrophaler Knappheit medizinischer Ressourcen über Leben und Tod zu entscheiden“, sollte nicht allein einzelnen Ärzt*innen aufgebürdet werden. Es stellt sich somit die Frage, nach welchen Kriterien ein Patient auf Intensivstation aufgenommen und künstlich beatmet wird, während andere Patienten abgewiesen werden müssen. Welches Leben ist mehr wert? Gibt es akzeptierte und allgemein angewandte „gerechte“ Algorithmen, an denen sich Krankenhäuser ausrichten können? 

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Schon wieder nur gespielt? – Die Bedeutung des Spiels in der frühkindlichen Entwicklung

von Ulrike Labuhn

Mein Kind hat heute wieder nur gespielt.“ Wie oft hören Erziehende in Kindertagestätten diesen Satz. Es ist nicht immer einfach, Eltern deutlich zu machen, dass es gerade das Spiel ist, das alle Schätze der Bildung bereits in sich trägt. Aus dem Althochdeutschen kommend bedeutet spil Tanzbewegung, also eine leichte Tätigkeit, die allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird, zum Vergnügen und zur Entspannung ohne bewussten Zweck. Und doch bietet gerade diese tänzerisch anmutende Leichtigkeit die Basis für kognitive, motorische und soziale Entwicklung sowohl beim Menschen als auch bei zahlreichen Tierarten.

Während Erwachsene das Spiel in erster Linie als Entspannung, Spaß und Abschalten in Abgrenzung zur Arbeit verstehen, bezeichnet die Reformpädagogin Maria Montessori das Spiel als die Arbeit des Kindes – eine Definition, die sich in vielen aktuellen Bildungsplänen wiederfindet. 

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PRAXIS

Vier Unterrichtsideen für die Grundschule zum Judentum

Bild: Kevin Sanderson, Pixabay

Von Lena Sonnenburg

Die Unterrichtseinheit zum Schabbat ist im Rahmen des Projekts #beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland entstanden. Mit den folgenden Stunden soll der jüdisch-christliche Dialog gefördert werden, zusätzlich sind die Stunden aber auch an das Kerncurriculum der Grundschule anschlussfähig. Dort heißt es, dass die Schüler*innen ihre Dialogkompetenz erweitern sollen, indem sie „sich mit religiösen […] Fragen auseinandersetzen, eigene Fragen, Überzeugungen und religiöse Erfahrungen mit anderen teilen, sich darüber austauschen, andere Perspektiven einnehmen, sich mit verschieden Religionen […] auseinandersetzen sowie Regeln für einen respektvollen Dialog mit anderen berücksichtigen“

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„Ich mache einen Entwurf von ihm und sorge, dass er ihm ähnlich wird.“ – Unterrichtsbausteine zu einer medizinethischen Anfrage für die Jahrgänge 10-13

Photo by Lindy Baker on Unsplash

Von Kirsten Rabe

Bertolt Brecht wird bei seiner kurzen Anekdote „Wenn Herr K. einen Menschen liebte“  vermutlich nicht an einen Menschen gedacht haben, dessen körperliche Geschlechtsmerkmale nicht in die binäre Einteilung in Männlich und Weiblich passen.  Zwischen 1935 und 1955, als Brechts „Geschichten vom Herrn K.“ entstanden, war der gesellschaftliche, politische und medizinische Umgang mit diesen Menschen vor allem eines: zerstörerisch.

Und doch ist Brechts Beobachtung, dass Menschen im Umgang miteinander Bilder entwerfen, diese Bilder sich selbst und dem Gegenüber als Orientierungspunkt und Maßstab setzen, unweigerlich präsent, wenn man sich mit kosmetischen Operationen bei angeborenen Varianten der körperlichen Geschlechtsmerkmale beschäftigt.

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Geld und Wirtschaft: Was denken Kinder dazu?

Von Gerlinde Krehn

Für viele Kinder ist Geld sicherlich ein Thema, das in ihrem Lebensumfeld eine Rolle spielt: Wie viel Taschengeld bekommen andere Kinder? Wie bekomme ich Geld, um mir einen Wunsch zu erfüllen? Wer darf wofür Geld ausgeben? Manche Familien stellt sich auch die Frage, ob und wofür das Geld, das zur Verfügung steht, reicht. Selbst wenn das Thema nicht explizit zur Sprache kommt, spüren Kinder, wie es um die jeweilige finanzielle Situation bestellt ist, beschäftigen sich mit ihren Eindrücken und ziehen ggf. Schlüsse, die aus der Perspektive Erwachsener nie in den Blick gekommen wären und vielleicht sogar abwegig sind. 

Der Umgang mit dem eigenen Taschengeld ist für viele Kinder eher gewohnt, aber die Einordnung in einen größeren Zusammenhang und die Wahrnehmung vielfältiger Aspekte im Kontext von Geld, Wert und Handel fällt vielen Kindern eher schwer. Aber welches Verständnis haben Kinder eigentlich vom Thema Wirtschaft?

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Medizin und ethische Fragen im Film

Von Nicole Schwarzer und Anja Klinkott

Am Sterbebett seiner Mutter erkennt ein Arzt seine eigenen Grenzen. Ein junger Mann am Beginn seines Erwachsenseins wird mit seinem Tod zum Lebensretter einer Mutter zweier Söhne. Ein junger Attentäter konfrontiert Lebensretter mit seinen Gedanken. Ein unsympathischer Cowboy übernimmt Verantwortung für seine Gesundheit und stellt sich damit einem mächtigen System entgegen.

In allen Geschichten lernen wir Menschen kennen, die an ihre Grenzen kommen, moralisch und ethisch. Wir erleben Mediziner*innen, Ärzt*innen und medizinisches Personal in den Konflikten zwischen Opfer und Täter*in, zwischen am Leben erhalten und sterben lassen, zwischen den Eltern, die ihre Kinder loslassen müssen, und den Kindern, deren Eltern weiterleben dürfen. Wir erleben sie zwischen politischen Interessen und dem Schicksal der einzelnen Person.

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Konfus lesen Psalmen

Von Andreas Behr

Dies ist eine digitale Konfi-Einheit zu dem Psalmen. Am Ende steht eine Psalmlesung, in der alle Konfis gemeinsam einen Psalm aus der Bibel und einen eigenen Psalm lesen. 

Dazu braucht es folgende Bedingungen: 

  • Die Konfis brauchen ein Smartphone.
  • Über einen Messenger oder die KonApp sollte die Konfi-Gruppe verbunden sein.
  • Im Team, das die Konfi-Arbeit verantwortet, muss jemand in der Lage sein, Audiodateien zu bearbeiten.
  • (Für das Ergebnis ist es schön aber nicht notwendig, wenn sich im Team auch Leute finden, die wissen, wie eine Audiodatei mit Bildern unterlegt und so zu einem kleinen Film gemacht werden kann, der ins Netz gestellt wird.)
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Der Luther-Koffer

Koffer
© Martin Fisch (CC BY-SA 2.0)

Von Matthias Hülsmann

Man nehme einen schlichten Pappkarton, bestücke ihn mit den im Folgenden erläuterten Gegenständen, lasse die Teilnehmenden in einem Stuhlkreis Platz nehmen und stelle den Karton in die Mitte. Zur Auflockerung lege man auf den Karton ein Blatt mit dem Satz: „Am 31. Oktober 1617 nagelte Martin Luder seine 99 Prothesen an die Schlossküche zu Württemberg“ und der kleinen schriftlichen Aufforderung „Finde die Fehler!“

Dann stelle man im freien Gespräch die Fehler richtig. Der Satz müsste nämlich heißen: „Am 31. Oktober 1517 nagelte Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg.“

Dann ziehe man das schwarze Tuch heraus, das im Karton obenauf liegt, und decke den geöffneten Karton damit ab. Mit der Aufforderung „Phantasieren Sie mal! Was könnte das schwarze Tuch Ihrer Meinung nach mit der Reformation zu tun haben?“ beginnen die Teilnehmenden, ihre Einfälle auszutauschen. Dabei ist die Assoziation „das finstere Mittelalter“ genauso naheliegend wie „alles schwarzsehen“ oder „Depressionen“.

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Nachrichten

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Osnabrück (epd). Die Universität Osnabrück bietet ab dem kommenden Wintersemester einen englischsprachigen Master-Studiengang zur Konfliktforschung und Friedensförderung an. Ziel des neuen ...

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Oldenburg (epd). Das "Oldenburger Portal" für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft ist am Montag im Internet freigeschaltet worden. Mit den Seiten präsentierten sich Künstlerinnen und Künstler ...

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Abiturpreis 2021

Im Jahr 2021 möchten die leitenden Geistlichen der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen erneut Abiturientinnen und Abiturienten würdigen, die im Prüfungsfach Evangelische Religion hervorragende Leistungen erbringen.

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Religionen im Gespräch

Wohlfahrt auf islamisch

Wolfgang Reinbold mit dem Geschäftsführer des Vereins An Nusrat e.V., Adeel Shad.

Neues aus dem RPI

„Die Situation ist aktuell nicht einfach!“ – Dietmar Peter bietet ein digitales Barcamp für Fachseminarleiter*innen an

Einmal im Monat lädt Dietmar Peter, Stellvertretender Rektor des Religionspädagogischen Instituts Loccum, zum digitalen Austausch ein. Zugeschaltet sind dann zwischen 8 und 15 ...

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„Alles ist ständig in Bewegung!“ – Vier Fragen an Claudia Seiler, Organisationsleitung am Religionspädagogischen Institut Loccum (RPI)

Am 16. März 2020 begann Claudia Seiler, 50, aus Schinna als Organisationsleitung am RPI Loccum; nur drei Tage später ging das Institut in den ersten Lockdown. Im Interview blickt sie zurück auf ...

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Podcast

Übergänge gestalten und deuten - Aufgabe und Funktion von Ritualen (nicht nur) im Jugendalter

Vortrag von Dr. Lars Charbonnier (Pastor, Dozent an der Führungsakademie für Kirche und Diakonie Berlin)

Rezension

Norbert Reck: Der Jude Jesus und die Zukunft des Christentums – Zum Riss zwischen Dogma und Bibel. Ein Lösungsvorschlag; Mainz 3. Auflage 2021, 192 Seiten; 22,00 €

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