Minister Philippi für Social-Media-Verbot für Kinder

Nachricht 11. Februar 2026

Die EU-Kommission kritisiert, dass Funktionen von TikTok die Nutzer süchtig machen und ihre Gesundheit gefährden und droht deshalb mit Strafen. Unterdessen fordert Niedersachsens Gesundheitsminister mehr Aufklärung und klare Altersgrenzen.

Hannover (epd). Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) hat sich für klare Altersbegrenzungen bei sozialen Netzwerken ausgesprochen. „Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige wäre sinnvoll, wie es zum Beispiel im vergangenen Jahr in Australien eingeführt wurde“, sagte Philippi am Montag mit Blick auf die aktuelle Debatte der EU-Kommission zu einem Verbot der Plattform „TikTok“. Zugleich bezog er sich auf Meldungen von Kinderärzten, dass bereits Kleinkinder zu häufig Medien und insbesondere Beiträge im Internet konsumierten.

Die Debatte um den ungesunden Medien- und Onlinekonsum von Kindern und Jugendlichen sei nicht neu, räumte der Minister ein. „Was aber neu ist, ist die Dimension, die mittlerweile erreicht ist.“ Die jüngsten Zahlen der Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeigten, dass rund 96 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren täglich das Internet nutzten, primär für digitale Kommunikations- und Unterhaltungsangebote. Gleichzeitig sei die durchschnittliche wöchentliche Nutzungsdauer digitaler Medien in diesem Alter in den vergangenen Jahren gestiegen.

Folgeschäden vermeiden durch Aufklärung

Die Folgeschäden von Online- und Mediensucht ließen Kinderärzte nun bereits bei Kleinkindern Alarm schlagen, betonte Philippi. „Dieses Suchtverhalten von Kindern und Jugendlichen darf Politik nicht einfach hinnehmen.“ Er sprach sich für ein bundesweites Maßnahmenpaket aus, um den Kindern und Jugendlichen zu helfen. Zudem brauche es mehr Aufklärung der Eltern. Es müsse Erwachsenen verdeutlicht werden, dass Medienkonsum ein hohes Suchtpotenzial habe. „Kinder müssen von uns geschützt werden, da ihnen die weitreichenden Folgen des Medienkonsums noch gar nicht bewusst sein können.“

Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche die Video-Plattform TikTok aufgefordert, ihr Angebot grundlegend zu überarbeiten. Die vom chinesischen Technologiekonzern „ByteDance“ gegründete Social-Media-Plattform weise eine manipulative, Abhängigkeit fördernde Struktur und Gestaltung auf, hieß es. Damit verstoße TikTok gegen die EU-Verordnung „Digital Services Act“. Dem Konzern drohen Millionenstrafen.

epd lnb bjs mig