Freundschaft, Liebe und Vertrauen
Stranger Things“ ist eine der erfolgreichsten Serien der letzten Jahre. In diesem Jahr hat die Serie mit der fünften Staffel ihren glorreichen Abschluss gefunden und am Tag der Veröffentlichung zeitweise den Streaminganbieter lahmgelegt. Die Serie spielt in den 1980er-Jahren im fiktiven Ort Hawkins in Indiana. Der stimmige Soundtrack,1 die Kulissen, jegliche Requisiten wurden sorgsam ausgewählt und nehmen den*die Zuschauer*in mit in dieses Zeitalter. Die Atmosphäre der Serie ist düster gehalten und besticht durch ihre Spannung, auch wenn es manchmal etwas langatmig wird. Stranger Things ist eine Mischung aus Horror, Thriller, Science-Fiction und Drama. Gleichzeitig wird eine klassische Coming-of-Age Geschichte erzählt. In der Serie geht es um Jugendliche unterschiedlichen Alters, die zu einem Freundeskreis zusammenwachsen. Der besondere Wert von Freundschaft gerade im Teenageralter und die Frage, was sie ausmacht und konstituiert, ist mithin eines der hier virulenten Themen. Die gezeigten Charaktere gehören nicht zu den klassischen Gewinnertypen, auf die alle in der Schule aufschauen. Sie gehen ihren Hobbies nach, verdienen sich neben der Schule noch etwas Geld und müssen sich mit ihrer Zukunft auseinandersetzen. Dies ermöglicht es den Zuschauer*innen, sich in die Protagonist*innen hineinzuversetzen und ihre Geschichte emotional mitzuerleben.
Während der Staffeln durchleben die Protagonist*innen eine Menge Abenteuer, bei denen es um Leben und Tod geht. Auch wenn ich nicht mehr alle Seriendetails erinnere, da die Serie bereits 2016 gestartet ist und ich gerade erst vor kurzem die letzte Staffel gesehen habe, kann ich verschiedene Werte aus der Serie mitnehmen. Es geht neben Freundschaft vor allem um Liebe und Vertrauen. Den Serienmachern gelingt es gut, die Charaktere langsam aufzubauen und die diversen Verbindungen unter den Jugendlichen authentisch darzustellen. Man kann den Protagonist*innen quasi beim Erwachsenwerden zusehen, denn auch der Cast der Serie war zum Serienbeginn wirklich jung. So sehen wir im Verlauf der Staffeln, wie die jungen Schauspieler*innen langsam zu Erwachsenen werden und ihre gespielten Charakter gleich mit. Als Zuschauer*in kann man sich gut in die freundschaftlichen Beziehungen der Personen einfühlen und noch einmal die jugendliche Frische miterleben. Ein bisschen erinnert mich die Art der Geschichte an den Film „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“ nach einer Story von Stephen King, der 1986 herauskam und ebenfalls ein Coming-of-Age-Abenteuer darstellt. Auch in diesem Film spürt man die nostalgische Erinnerung an die eigene Jugend und das starke Band zwischen den Hauptdarsteller*innen. Wer daher mit dem Gruselfaktor umgehen kann und etwas für die 1980er-Jahre übrig hat, wird die Serie feiern, wenn man nicht eh schon alle Staffeln und Folgen in einem Serienmarathon gesehen hat.
Anmerkungen
- Dieser verschaffte nicht zuletzt der 1980er-Popmusikikone Kate Bush ein veritables Comeback.