Vier Fragen an Vikarin Laura Schwier aus der Landeskirche Schaumburg-Lippe über die Schulphase im Vikariat
Im Rahmen der Vikariatsausbildung gehen die Vikar*innen der Konföderation mehrere Wochen an eine Schule und unterrichten dort Religion. Die Schulphase bietet die Möglichkeit, Unterricht praktisch zu gestalten und pädagogische Erfahrungen zu sammeln – Erfahrungen, die später auch in der Arbeit in der Gemeinde wertvoll sind. Vikarin Laura Schwier, die gemeinsam mit ihren Kolleg*innen im RPI Loccum auf diese wichtige Phase religionspädagogisch und didaktisch vorbereitet wird, freut sich auf ihre Zeit in der Grundschule.
Von der Kanzel ins Klassenzimmer: Was reizt Sie an der Schulphase Ihres Vikariats?
Laura Schwier: Die Schulphase ist für mich eine spannende Gelegenheit, Schule einmal aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben. Als Schülerin kenne ich den Alltag im Klassenzimmer, und auch in meinem FSJ saß ich täglich als Hausaufgabenhilfe in der Geflüchtetenhilfe auf der Schulbank. Aber selbst Unterricht zu gestalten und den Schulalltag aktiv mitzuerleben, ist etwas anderes. Ich bin neugierig darauf, die Bedürfnisse der Schüler*innen besser kennenzulernen und zu sehen, wie sich ihre Fragen mit den Themen des Religionsunterrichts verbinden lassen.
Direkt mittendrin: Wie hat sich Ihre erste Schulwoche angefühlt?
Laura Schwier: Ziemlich zackig! Der Schulalltag ist straff getaktet. In jeder Stunde passiert eine Menge, fast ein didaktisches Feuerwerk. Mir war vorher nicht bewusst, wie viel man in sechs Schulstunden leisten kann. Gleichzeitig merkt man am Ende des Tages, wie wichtig die Ruhe danach ist – nach all der Lautstärke und dem Trubel. Genau das macht die Arbeit so spannend, denn neben dem Unterricht passiert im Schulalltag unglaublich viel.
Vom Klassenzimmer zurück in die Gemeinde: Was werden Sie aus der Schulzeit mitnehmen?
Laura Schwier: Vor allem viele pädagogische Erfahrungen. Ich lerne, Fragen anders zu stellen und in Gesprächen mit jungen Menschen neu zu diskutieren – das wird mir später besonders in der Konfiarbeit helfen. Außerdem lerne ich, genauer hinzuhören und wahrzunehmen, was Kinder und Jugendliche wirklich bewegt. Diese Erfahrungen sind für die Arbeit in der Gemeinde sehr wertvoll.
Vom Wunsch zum Beruf: Warum wollten Sie Pastorin werden?
Laura Schwier: Dass ich evangelische Theologie studiere, war für mich schon früh klar. Ich wollte immer mit Menschen arbeiten und sie in ihren Lebenssituationen begleiten. Mein Freiwilliges Soziales Jahr in einer kirchlichen Einrichtung hat diesen Wunsch noch verstärkt. Dort habe ich erlebt, wie wichtig Gemeinschaft, Unterstützung und Begleitung sein können. Besonders geprägt hat mich meine damalige Pastorin, die ich bis heute als Mentorin sehe. Ich habe erkannt: Man muss nicht auf alles fertige Antworten haben, es geht darum, gemeinsam mit Menschen unterwegs zu sein und nach Antworten zu suchen. Ich bin sicher, Gott hat mich auf den Weg hierher gebracht.
Interview und Foto: Bianca Reineke, Öffentlichkeitsarbeit RPI