Eine Hildesheimer Professorin forscht zu den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf das Lernen von Schülern. Die Erkenntnisse sollen in Lernkonzepte an niedersächsischen Schulen einfließen.
Hildesheim (epd). Die Hildesheimer Professorin Johanna Fleckenstein startet ein Forschungsprojekt zu den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf schulisches Lernen. Durch die rasante Entwicklung von KI hätten sich die Möglichkeiten für Lernende in den vergangenen Jahren grundlegend verändert, sagte Fleckenstein am Dienstag. „Über die Auswirkungen der eigenständigen Nutzung dieser Technologien auf das Lernen wissen wir bislang aber noch zu wenig.“ Mithilfe experimenteller Studien und längerfristiger Untersuchungen an niedersächsischen Schulen will Fleckenstein herausfinden, welche Chancen und Risiken die selbstständige Nutzung von KI für die kognitiven Fähigkeiten und die Lernmotivation Jugendlicher und junger Erwachsener birgt.
Dabei sollen Schüler beispielsweise über ein Schuljahr begleitet werden, um zu untersuchen, wie sich ihre KI-Nutzung, ihre Kompetenzen und ihre Motivation gegenseitig beeinflussen. „Wenn Schüler KI für Hausaufgaben, Präsentationen oder Texte nutzen, können sie damit sehr gute Ergebnisse erzielen“, erläuterte Fleckenstein. „Aber bedeutet das auch, dass sie dabei etwas lernen? Und wie verändert sich ihre Motivation, solche Aufgaben künftig eigenständig zu bearbeiten?“
Vorhaben wird mit zwei Millionen Euro gefördert
Mit ihrer Forschung wolle sie dazu beitragen, die Chancen und Risiken von KI für das Lernen besser zu verstehen, fügte die Wissenschaftlerin hinzu. „Langfristig wollen wir unsere Erkenntnisse nutzen, um gemeinsam mit Schulen Konzepte für einen lernförderlichen Einsatz von KI zu entwickeln. Denn entscheidend ist nicht allein, ob KI genutzt wird, sondern vor allem wie.“ Fleckenstein leitet an der Universität Hildesheim bereits eine Forschungsgruppe zum Einsatz KI-gestützter Feedbacksysteme beim Lernen.
Für ihr Vorhaben erhält Fleckenstein eine sogenannte „Niedersachsen-Impuls-Professur“. Mit dieser Förderung unterstützen das Landeswissenschaftsministerium und die VolkswagenStiftung die Hochschulen des Bundeslandes dabei, vielversprechende junge Forscherinnen und Forscher in frühen Karrierephasen für den Standort Niedersachsen zu gewinnen oder dort zu halten. Die Forschung zu KI und Lernen wird mit rund zwei Millionen Euro gefördert.
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