Mehrere Tausend Menschen sind am Sonnabend in Hannover und Bremen für die Belange der jungen Generation auf die Straße gegangen. In Bremen kamen es zu Zusammenstößen mit der Polizei.
Hannover, Bremen (epd). Mehrere Tausend Menschen sind am Samstag in Hannover, Bremen und Göttingen für die Anliegen der jungen Generation auf die Straße gegangen. Die Kundgebungen waren Teil bundesweiter Proteste des Bündnisses „Gen Z regelt“, das zu Aktionen in mehr als 30 deutschen Städten aufgerufen hatte. Die Initiative beklagt Missstände im Bildungswesen, soziale Ungerechtigkeiten sowie steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen eine Militarisierung aus.
In Göttingen zählte die Polizei 800 Teilnehmer. Dort blieben die Proteste friedlich. In Hannover wurden 5.800 Teilnehmer registriert. Wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot startete der Demonstrationszug am Rande der Innenstadt dort zunächst verspätet. Zudem sei mehrfach Pyrotechnik gezündet worden, hieß es von der Polizei.
Zusammenstöße in Bremen und Hamburg
In Bremen gingen nach Behördenangaben rund 2.800 Menschen auf die Straße, auch dort kam es wiederholt zu Pyrotechnik-Zwischenfällen. Zudem seien Böller auf Polizeikräfte geworfen worden. Nachdem die Beamten eine verdächtige Person stellten, attackierten den Angaben zufolge mehrere Demonstranten die Polizisten mit Tritten und Schlägen. Auch seien unter anderem Flaschen auf die Polizeikräfte geworfen und Müllcontainer angezündet worden.
Auch in Hamburg kam es zu Zusammenstößen. Nach Polizeiangaben demonstrierte dort eine niedrige vierstellige Zahl von Menschen. Einige hätten Pyrotechnik gezündet und Einsatzkräfte damit sowie mit Baumaterial attackiert. In Köln löste die Versammlungsleitung den Protest mit mehreren Tausend Menschen wegen Vermummungen und Pyrotechnik vorzeitig auf.
„Gen Z“-Sprecherin: „Meine Generation ist zurück auf der Bühne“
In Berlin versammelten sich laut Polizei rund 5.000 Menschen vor dem Brandenburger Tor, die Initiative sprach von 10.000. Eine der Berliner Sprecherinnen der Initiative, Kaja Schwab, kritisierte die aus ihrer Sicht falschen Versprechungen der Politik. Der Jugend sei erzählt worden, „wenn wir uns nur genug anstrengen, wird es uns gut gehen“, sagte sie. Stattdessen sei das Leben schwer bezahlbar geworden und die junge Generation soll „in den Kriegsdienst gezwungen werden“.
Nun wolle sich die Jugend ihre Zukunft zurückholen: „Meine Generation ist zurück auf der politischen Bühne“, sagte Schwab. An dem Protest in Berlin nahmen auch viele Menschen außerhalb der „Gen Z“ teil.
Auch in weiteren Städten gab es großen Zulauf. In Frankfurt am Main zogen rund 8.000 Personen durch die Innenstadt, in Leipzig waren es laut Polizei bis zu 7.000. In Stuttgart zählte die Polizei rund 3.000 Demonstrierende; dort kam es nach Böllerwürfen und dem Verlassen der Route zu Sachbeschädigungen. Kundgebungen gab es zudem unter anderem in Essen, Münster, Bielefeld, Mainz und Dresden.
Bündnis distanziert sich von Gewalt
Im Vorfeld hatte es nach Ausschreitungen bei Schülerprotesten in Frankreich Debatten über mögliche Krawalle gegeben. Jugend- und Sozialforscher hatten gewarnt, Proteste vorab zu kriminalisieren. Die Initiative „Gen Z regelt“, die die Großdemonstrationen in Berlin, Köln, Frankfurt am Main und München hauptverantwortlich anmeldete, distanzierte sich ausdrücklich von Gewalt. Auf ihrer Website verzeichnete die Gruppe zuvor mehr als 183.000 Teilnahmezusagen.