Die Bremische Evangelische Kirche tritt als erste Landeskirche der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft bei. Im St. Petri Dom werden dazu am kommenden Sonntag zwei Nagelkreuze aus dem englischen Coventry übergeben.
Bremen (epd). Die Bremische Evangelische Kirche wird als erste gesamte Landeskirche Mitglied der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft. Bei einem Gottesdienst im St. Petri Dom übernimmt die Kirche am Sonntag zwei Nagelkreuze aus dem englischen Coventry, wie die Kirche am Dienstag in Bremen mitteilte. An der Feier im St. Petri Dom um 10 Uhr beteiligen sich unter anderem die Dekanin von Coventry, Kate Massey, Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sowie der Vorsitzende der deutschen Nagelkreuzgemeinschaft, der schaumburg-lippische Landesbischof Oliver Schuegraf.
Mit der Aufnahme verpflichtet sich die Kirche, das Versöhnungsgebet von Coventry künftig regelmäßig in Bremen zu pflegen. Eines der Kreuze solle auf den Stufen vor dem Dom montiert werden und damit für alle Menschen zugänglich sein. Ein zweites Kreuz soll als Wanderkreuz durch die Kirchengemeinden reisen, um vor Ort für Denkanstöße zu sorgen. Die Bremer Nagelkreuz-Beauftragte, Pastorin Inge Kuschnerus, sagte, für die Landeskirche gehe ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Das Kreuz drücke aus, wofür sich die Kirche täglich einsetze: „Frieden im Kleinen wie im Großen.“
Hoffnung gegen Resignation
Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus betonte die Bedeutung des weltweiten Friedensnetzwerks. „Das Nagelkreuz von Coventry zeigt eindrucksvoll: Die Hoffnung ist letztendlich stärker als die uns oftmals leider überkommende Resignation vor Hass, Gewalt und Krieg.“ Der 1945 gegründeten Gemeinschaft gehören weltweit mehr als 160 Zentren an, darunter 85 Partner in Deutschland wie die Dresdner Frauenkirche und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.
Das Nagelkreuz-Symbol entstand nach einem deutschen Bombenangriff im November 1940 aus drei mittelalterlichen Nägeln der zerstörten Kathedrale in Coventry. Am Wochenende werden auch die Marktkirche in Hannover und die St. Wilhadikirche in Stade in die Gemeinschaft aufgenommen.
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