Auch Menschen unter 65 Jahren können an einer Demenz erkranken. Die Malteser in Niedersachsen machen anlässlich der bundesweiten Demenzwoche auf spezifische Hilfen aufmerksam.
Hannover (epd). Angesichts der „Woche der Demenz“ vom 21. bis 27. September hat der Malteser Hilfsdienst auf die Demenzerkrankung von Jüngeren hingewiesen. Zwar betreffe Demenz überwiegend ältere Menschen, doch auch Personen unter 65 Jahren könnten erkranken, teilte der katholische Hilfsdienst der Diözese Hildesheim am Mittwoch mit. Die Aktionswoche steht unter dem Motto „(K)eine Frage des Alters“.
Häufiger seien Menschen um die 60 Jahre betroffen, die noch mitten im Berufsleben stünden und familiäre Verantwortung trügen, sagte Andrea Eckhoff-Rosenbaum von den Maltesern. „In seltenen Fällen kann eine Demenz bereits ab einem Alter von etwa 50 Jahren auftreten.“ Oft seien auch Partnerinnen oder Partner voll berufstätig, während Kinder noch zur Schule gingen oder eine Ausbildung absolvierten. Für Angehörige bedeute diese Mehrfachbelastung eine besondere Herausforderung
Spezifische Hilfen für den Alltag
Viele bestehende Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz richten sich den Angaben zufolge vor allem an Ältere und entsprächen daher nicht immer den Bedürfnissen jüngerer Betroffener. Entsprechend hoch sei den Angaben zufolge die Hemmschwelle, Gruppenangebote in Anspruch zu nehmen. Für jüngere Erkrankte biete sich daher eine individuelle Begleitung durch Besuchs- und Entlastungsdienste an, bei denen geschulte Ehrenamtliche Familien zu Hause unterstützen.
Durch frühe Hilfe könnten finanzielle und rechtliche Fragen rechtzeitig geregelt werden, hieß es. Zudem trage eine frühzeitige Begleitung dazu bei, die Selbstbestimmung möglichst lange zu sichern. Erkrankte könnten so länger aktiv an Entscheidungen über ihren Alltag, die Wohnsituation und die medizinische Versorgung mitwirken, unterstrich die Organisation. In Hannover halte der Hilfsdienst zudem mit dem „Café Malta“ eine Nachmittagsbetreuung vor.
epd lnb cmo bjs