Schülerprojekttag erinnert in Marienborn an deutsche Teilung

Nachricht 09. September 2026

Rund 175 Jugendliche aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben sich an der früheren Grenzübergangsstelle Marienborn mit der DDR-Diktatur befasst. Beim 14. länderübergreifenden Projekttag tauschten sie sich über Freiheit und Grenzen aus.

Marienborn (epd). Rund 175 Schülerinnen und Schüler aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben sich am Dienstag in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn mit der Geschichte der innerdeutschen Grenze auseinandergesetzt. Bei dem 14. länderübergreifenden Schülerprojekttag unter dem Motto „Aus der Vergangenheit für die Gegenwart lernen“ erkundeten sie unter anderem Kontroll- und Überwachungspraktiken der SED-Diktatur und die ehemals größte DDR-Grenzübergangsstelle, wie die Gedenkstätte mitteilte.

Nach der Erkundung hätten die Teilnehmer ihre Eindrücke in kleineren Gruppen kreativ mit Klängen, Zeichnungen, Originalobjekten oder in Spielszenen und Gesprächen verarbeitet, hieß es. Dabei ging es den Angaben zufolge um den Austausch über die Bedeutung von Freiheit und Grenzen damals und heute.

Minister betonen Wert von Lernorten

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) erklärte, wer Marienborn besuche, verstehe, dass Freiheit nicht selbstverständlich sei. „Der historische Ort macht eindrücklich sichtbar, welche Folgen Teilung, staatliche Kontrolle und fehlende demokratische Rechte für die Menschen hatten“, betonte die Ministerin. Wenn Jugendliche aus beiden Bundesländern gemeinsam Geschichte entdeckten, werde Demokratiebildung unmittelbar erfahrbar.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel (CDU) unterstrich, die frühere Grenzübergangsstelle stehe wie kaum ein anderer Ort für die Folgen autokratischer Herrschaft. Als Teil einer Grenzanlage habe sie vor allem dazu gedient, Menschen an der Ausübung ihres Rechts auf Freiheit zu hindern und Flucht unmöglich zu machen. Wer den Ort besuche, erkenne, dass Demokratie niemals selbstverständlich sei, sagte Riedel.

Die Leiterin der Gedenkstätte, Susan Frisch, sagte, der Projekttag biete Angebote, um über die Bedeutung von Diktatur nachzudenken. Dies gebe wichtige Impulse für die Frage, wie die gesamtdeutsche Gesellschaft gegenwärtig leben wolle, betonte Frisch. Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt der Bildungs- und Kultusministerien beider Länder, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt sowie der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt.

epd lnb cmo dab