Bildung der Eltern prägt Entwicklung von Schulanfängern

Nachricht 05. September 2026

Die Entwicklung von Schulanfängern in Niedersachsen hängt weiter stark vom Bildungshintergrund der Eltern ab. Das zeigen die aktuellen Schuleingangsuntersuchungen für den Einschulungsjahrgang 2025.

Hannover (epd). Die Entwicklung von Schulanfängern in Niedersachsen hängt nach wie vor stark vom Bildungsstand des Elternhauses ab. Das geht aus den Daten der Schuleingangsuntersuchungen für den Einschulungsjahrgang 2025 hervor, wie das Sozialministerium und das Landesgesundheitsamt (NLGA) am Montag in Hannover mitteilten. Demnach zeigen besonders Kinder aus Familien mit niedrigem und mittlerem Bildungsgrad häufiger Entwicklungsauffälligkeiten.

Bei den Schulanfängern aus Familien mit niedrigem Bildungshintergrund wiesen 28 Prozent Sprachauffälligkeiten auf, bei jenen mit hohem Bildungshintergrund waren es 16 Prozent, wie die Behörden erläuterten. Zwar stieg der Anteil übergewichtiger Kinder im Vergleich zum Jahr 2024 um 0,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent. Bei Defiziten beim Hörvermögen (8,9 Prozent) und bei der Feinmotorik (9,7 Prozent) sei jedoch ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Wichtige Rolle von Früherkennung

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) unterstrich die Bedeutung frühzeitiger Vorsorge. „Der Bildungshintergrund der Eltern beeinflusst maßgeblich, mit welchen Chancen ein Kind in die schulische Laufbahn startet“, sagte Philippi. Eine gute gesundheitliche Entwicklung im Kindesalter erleichtere den Anschluss im Bildungssystem. Deshalb sollten alle Eltern die U-Untersuchungen nutzen.

Nach Angaben von NLGA-Präsident Fabian Feil schließen die Schuleingangsuntersuchungen eine Lücke im System. Dadurch kämen auch Kinder mit ärztlichem Personal in Kontakt, die wegen ihres sozialen Hintergrunds einen erschwerten Zugang zur Versorgung hätten. So könnten Defizite frühzeitig erkannt und Förderangebote eingeleitet werden, betonte Feil. Bei den Reihenuntersuchungen werden den Angaben nach möglichst alle Kinder eines Jahrgangs durch Fachkräfte der kommunalen Gesundheitsämter untersucht.

epd lnb dab