Zehn Verbände fordern Schutzprogramm für Nationalpark Wattenmeer

Nachricht 27. August 2026

Gasbohrungen und touristische Übernutzung bedrohen nach Ansicht von Umweltschützern den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Zehn Verbände verlangen nun einen Aktionsplan für das Schutzgebiet.

Hannover (epd). 40 Jahre nach der Gründung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer sehen Umweltverbände das Schutzgebiet bedroht. In einem am Dienstag an Landesumweltminister Christian Meyer (Grüne) Papier fordern zehn Organisationen ein Aktionsprogramm des Landes mit wirksamen Schutzmaßnahmen.

Das Wattenmeer ist seit 1986 Nationalpark und seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe. Trotzdem stehe das Ökosystem zunehmend unter Druck, erklärten die Verbände: Energie- und Rohstoffgewinnung, Kabel- und Pipelineinfrastrukturen, Schifffahrt, Fischerei, Küstenschutz und Tourismus wirkten auf den sensiblen Naturraum ein.

BUND und NABU unter den Unterzeichnern

„Das Wattenmeer braucht konsequenten Schutz statt immer neuer Eingriffe“, hieß es. Nutzungen müssten sich an den Belastungsgrenzen des Ökosystems orientieren, natürliche Prozesse Vorrang haben. Unterzeichnet haben die Erklärung unter anderem der BUND, der NABU, der WWF, der Niedersächsische Heimatbund und mehrere Bürgerinitiativen.

Ein Schwerpunkt ihrer Forderungen ist der Umgang mit Energie- und Rohstoffgewinnung. Die Förderung von Öl und Gas im und am Wattenmeer schädige das einzigartige Ökosystem und heize die Klimakrise weiter an. Die derzeit geplanten Erdgasfördervorhaben vor der niedersächsischen Küste würden daher strikt abgelehnt.

Drei Viertel des Schutzgebietes sollen sich ohne menschliche Nutzung entwickeln

Beim Natur- und Artenschutz sprechen sich die Verbände für eine deutliche Ausweitung der sogenannten Nullnutzungszonen aus. Bestehende Ruhezonen müssten konsequent vor Störungen geschützt werden, mindestens 75 Prozent der Nationalparkfläche sollten sich künftig ohne menschliche Nutzung entwickeln können.

„Ein Nationalpark muss seinem Anspruch gerecht werden“, so die Verbände. Jetzt komme es darauf an, die seit 40 Jahren geltenden Schutzziele konsequent umzusetzen. Dazu brauche es endlich konkrete politische Entscheidungen. Nur so ließen sich Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer für künftige Generationen bewahren.

epd lnb rmp dab