"Fridays for Future" kritisiert Verschieben der Klimaneutralität

Nachricht 14. August 2026

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hatte sich offen dafür gezeigt, das Ziel der Klimaneutralität um drei Jahre zu verschieben. Die Bewegung "Fridays for Future" kritisiert diesen Vorschlag.

Hannover (epd). Die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ Niedersachsen hat den Vorstoß von Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) kritisiert, das Ziel der Klimaneutralität von 2045 auf 2048 zu verschieben. Der Klimawandel lasse sich nicht einfach aufschieben, teilte „Fridays for Future“ am Dienstag in Hannover mit. Lies hatte in der vergangenen Woche in einem Zeitungsinterview gesagt, er sei zu Kompromissen auf dem Weg zur Klimaneutralität bereit, wenn dadurch Beschäftigung gesichert werde.

Lies hatte erläutert, er begrüße die geplante Lockerung des europäischen Emissionshandels durch die EU-Kommission. Die Klimapolitik müsse an die Realität angepasst werden. „Ich möchte konkret, dass energieintensive Industrieunternehmen, die CO2 emittieren, länger als bisher geplant kostenlose CO2-Zertifikate bekommen - wenn sie dafür die Beschäftigung und Investitionen garantieren“, hatte er etwa vorgeschlagen.

Klimabewegung fordert zügiges Handeln

„Fridays for Future“ verwies dagegen auf zunehmende Hitzewellen, Waldbrände und trockene Flüsse. Die Klimakrise könne nicht drei Jahre länger warten, bis Politik und Wirtschaft zur Klimaneutralität bereit seien. „Jede Minute zählt“, betonte die Bewegung. Der Klimawandel stehe vor einem irreversiblen Kipp-Punkt. „Was wir heute nicht besorgen, ist morgen schlichtweg keine Option mehr.“ Zu den Kommunalwahlen im September seien daher erneute Protestaktionen für mehr Klimaschutz geplant.

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