Bremer Holzkirche zieht ins Museumsdorf nach Cloppenburg um

Nachricht 30. Juli 2026

Eine hölzerne Montagekirche aus Bremen-Nord bekommt im Museumsdorf Cloppenburg ein neues Zuhause. Bis 2027 soll sie dort wieder aufgebaut werden - und künftig nicht nur Geschichte erzählen, sondern auch Veranstaltungen beherbergen.

Cloppenburg, Schönebeck (epd). Im Museumsdorf Cloppenburg wird künftig eine sogenannte Notkirche aus Bremen-Nord stehen. Der Abbau und Wiederaufbau der aus Holzteilen montierten Kirche soll bis zum Frühjahr 2027 abgeschlossen sein, wie das Museum am Mittwoch mitteilte. Sie soll das Ensemble historischer Gebäude aus dem Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert im Museumsdorf ergänzen und gegenüber der Landdiskothek „Zum Sonnenstein“ errichtet werden.

Die Kirche in Form eines großen Zeltes aus dem Jahr 1964 diente ursprünglich der evangelischen St.-Magni-Gemeinde im Ortsteil Schönebeck. In der Nachkriegszeit habe in dem aufstrebenden Stadtteil eine Kirche gefehlt, hieß es. Die Bremische Evangelische Kirche finanzierte den Bau über ein Notkirchen-Programm.

„Schwedenkirche“ wurde 2023 entwidmet

Der Entwurf stammte von dem Düsseldorfer Architekten Helmut Duncker. Er hatte Anfang der 1960er-Jahre im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland den Typ einer schnell auf- und abzubauenden Montagekirche aus Holzfertigteilen entwickelt, der auch als „Schwedenkirche“ bekannt ist.

Die Kirche wurde 2023 entwidmet und der Johanniter-Seniorenhäuser GmbH übertragen, die dem Museumsdorf nun die Kirche samt Inventar zur Verfügung stellt. Das Museumsdorf will seinem Direktor Torsten Müller zufolge mit der Kirche unter anderem Themen wie die Integration der Heimatvertriebenen im ländlichen Niedersachsen sowie die Bedeutung der Konfessionen für die junge Bundesrepublik ansprechen. Das Gebäude werde als Ausstellungsfläche und als Veranstaltungsraum für Lesungen und Vorträge dienen.

epd lnb jön mig