Erneut lädt die AfD zu einem Kongress zum Thema "Kinderschutz" in den niedersächsischen Landtag ein. Das Bündnis "Bunt statt braun" will mit einer "Warnwache" dagegen protestieren.
Hannover (epd). Mit einer zweistündigen „Warnwache“ will das Bündnis „Bunt statt braun“ am Sonnabend vor dem niedersächsischen Landtag in Hannover gegen den sogenannten „Kinderschutzkongress“ der AfD-Landtagsfraktion protestieren. Die Kundgebung unter dem Motto „Unser Regenbogen bleibt bunt!“ beginnt um 9 Uhr auf dem Hannah-Arendt-Platz, wie der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Hannover am Mittwoch mitteilte.
Zu dem Kongress im Landtag werden unter anderem die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, Beatrix von Storch, und der ehemalige Leiter des Thüringer Landeskriminalamtes, Uwe Kranz, erwartet. Initiiert wurde er von der familienpolitischen Sprecherin der AfD-Landtagsfraktion, Vanessa Behrendt. Zum Bündnis „Bunt statt braun“ haben sich Kirchen, Parteien und Gewerkschaften zusammengeschlossen.
Bündnis wirft AfD Angriff auf Kinderrechte vor
Die „gesichert rechtsextreme AfD“ stehe für „Antifeminismus, für Queerfeindlichkeit, für Rassismus, für Demokratiefeindlichkeit“, heißt es im Demo-Aufruf. Die Partei nutze den Kinderschutz als Deckmantel, um ihre antidemokratischen Ziele zu verfolgen, etwa „das Ende der Inklusion von beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern, das Aufweichen der Schulpflicht und das Verändern von Lehrplänen im völkisch-nationalen Sinn“, hieß es: „Wir warnen vor diesem Angriff auf Menschen- und Kinderrechte, auf Vielfalt und Inklusion.“
Proteste bereits 2025
Die niedersächsische AfD-Fraktion veranstaltet den „Kinderschutzkongress“ am Sonnabend zum zweiten Mal. „Was sonst in der Öffentlichkeit entweder gar nicht oder nur verharmlosend abgehandelt wird, sprechen wir an“, erklärte Behrendt. „Ob Genderkult, Verharmlosung der Pädophilie, Gewalterfahrungen oder Frühsexualisierung - Kinder und Jugendliche werden mit gefährlichen und verstörenden Entwicklungen konfrontiert.“ Ihr Schutz brauche „klare Worte und klare Kante“.
Bereits der erste Kongress vor einem Jahr war von Protesten begleitet. An der Demonstration mit rund 900 Teilnehmern beteiligten sich damals auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) und der evangelische Superintendent Christian Brouwer vom Kirchenkreis Hannover.
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