Niedersachsen macht Niederdeutsch zum regulären Unterrichtsfach

Nachricht 04. Juni 2026

För Plattdüütsch geiht dat bargop: Als erste Schule in Niedersachsen unterrichtet die Oberschule Uplengen künftig Niederdeutsch als zweite Fremdsprache. Für die Kultusministerin ist das ein wichtiges Signal für die Zukunft der Regionalsprache.

Hannover, Uplengen (epd). Als erste Schule in Niedersachsen führt die Oberschule im ostfriesischen Uplengen bei Leer das Niederdeutsche als ordentliches Schulfach ein. Ab dem kommenden Schuljahr soll die Sprache - auch als Plattdeutsch bekannt - als zweite Fremdsprache unterrichtet werden, kündigte Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) am Donnerstag in Hannover an.

Die Förderung von Regionalsprachen sei dem Land ein wichtiges Anliegen, sagte Hamburg: „Wir geben diesen Sprachen nicht nur Raum im Klassenzimmer, sondern eine Zukunft - lebendig, hörbar und getragen von einer neuen Generation.“ Unter dem Motto „Platt und Saterfriesisch sind cool“ werden die norddeutschen Minderheitensprachen als Nebenfach bereits an mehr als 300 Schulen in Niedersachsen unterrichtet.

Vier neue „Plattdeutsche Schulen“

Am Donnerstag erhielten bei einer Veranstaltung in Aurich zudem die katholische Grundschule Ramsloh bei Cloppenburg, die Grundschule Völlenerfehn bei Leer, das Christian-Gymnasium in Hermannsburg bei Celle und die Integrierte Gesamtschule in Buxtehude das Zertifikat „Plattdeutsche Schule“ oder „Saterfriesische Schule“. Damit dürfen nun 50 Schulen in Niedersachsen diesen Titel im Namen führen. Die Schulen können sich alle fünf Jahre um das Zertifikat bewerben.

Kleinste Sprachinsel

Saterfriesisch wird nur noch auf einer der kleinsten Sprachinseln Europas im Landkreis Cloppenburg gesprochen. Es ist kein Platt- oder Niederdeutsch, sondern eine eigenständige Sprache. Von den rund 12.000 Einwohnern der Dörfer Ramsloh, Strücklingen, Scharrel und Sedelsberg beherrschen noch etwa 1.500 die ursprüngliche Sprache der Ostfriesen.