Sozialverband: Frauen bei medizinischer Versorgung benachteiligt

Nachricht 28. Mai 2026

Der Sozialverband Deutschland in Niedersachsen fordert eine bessere medizinische Versorgung von Frauen. Forschung und Therapie seien noch zu stark am männlichen Körper orientiert.

Hannover (epd). Anlässlich des „Internationalen Tags der Frauengesundheit“ am 28. Mai fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen mehr Sensibilisierung der Ärzte und Ärztinnen bei der Behandlung von Frauen. Forschung, Diagnostik und Therapie orientierten sich noch immer zu häufig am männlichen Körper, obwohl Patientinnen bei verschiedenen Krankheiten oft andere Symptome und Krankheitsverläufe als Männer zeigten, teilte der SoVD am Mittwoch in Hannover mit.

„Die sogenannte Gendermedizin rückt zwar zunehmend in den Vordergrund, trotzdem fehlt es vor allem noch an entsprechenden Daten aus der Forschung“, sagte Dirk Swinke, Vorstandvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Es brauche finanzielle Mittel für Studien, die sich mit Geschlechterunterschieden in der Medizin beschäftigen. Nur mit ausreichend Daten könnten die Lücken geschlossen werden.

„Medical Gaslighting“

Als Folge fehlender Daten verwies der Verband auf das sogenannte „Medical Gaslighting“. Dabei würden Frauen trotz Beschwerden und Symptomen nicht ernst genommen, sagte Swinke. Häufig würden Beschwerden mit psychosomatischen Ursachen erklärt. Das führe dazu, dass Patientinnen ohne Behandlung und Medikamente weggeschickt würden, etwa bei zyklischen Unterleibsschmerzen wie Endometriose.

Der SoVD fordert zugleich eine bessere Sensibilisierung des medizinischen Personals. Diese müsse bereits in der Ausbildung beginnen. Ziel müsse sein, dass Frauen künftig gleichwertig medizinisch versorgt würden.