Kirchen-Sprengel unterstützen Erklärung für Demokratie

Nachricht 19. Mai 2026

Vor zwei Wochen hatten sich die evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen in einer gemeinsamen Erklärung für die Demokratie ausgesprochen und vor antidemokratischen Tendenzen gewarnt. Nun stellen sich die Kirchenregionen hinter diesen Text.

Emden, Osnabrück (epd). Die Sprengel der evangelischen Landeskirche Hannovers machen sich für die Demokratie und die Menschenwürde stark. In Statements unterstützten die Kirchenbezirke am Montag eine Erklärung der evangelischen Landeskirchen in Niedersachsen und Bremen zur Demokratie. Die Emder Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer betonte: „Demokratie beginnt nicht in Berlin, sondern hier bei uns - auf dem Marktplatz, im Gemeindesaal, am Küchentisch.“

Die fünf niedersächsischen Landeskirchen sowie die bremische Kirche hatten in ihrer gemeinsamen Erklärung Anfang Mai explizit vor „antidemokratischen Tendenzen“ gewarnt und dabei ausdrücklich auch die AfD genannt. Führende Vertreterinnen und Vertreter dieser Partei äußerten sich verfassungsfeindlich und rechtsextremistisch. Deshalb sei sie für Christinnen und Christen nicht wählbar. Die AfD wies die Kritik auf Nachfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) zurück. Die Vorwürfe seien unwahr.

Frieden und Vielfalt über Generationen

In der Erklärung betonen die Landeskirchen, die freiheitlich-liberale Demokratie sei als Form politischen Zusammenlebens unübertroffen. Sie habe über Generationen Frieden und Vielfalt in Deutschland ermöglicht. „Mit Sorge beobachten wir, wie Wut, Ausgrenzung und Verachtung den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben.“ Unterzeichnet wurde die Erklärung von den Bischöfen und leitenden geistlichen Repräsentanten.

Der Osnabrücker Regionalbischof Friedrich Selter sagte nun, Populismus und rechtsextreme Parolen gefährdeten den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Sie spalten Menschen und untergraben Vertrauen in die Demokratie.“ Christinnen und Christen könnten nicht Leute sein, die Hass säen oder Menschen nach ihrer ethnischen Herkunft und ihrer Identität unterschiedlich bemessen. „Deshalb kann für mich als Christ eine Partei, deren führende Vertreter unsere demokratische Ordnung infrage stellen, keine Alternative sein.“

Regionalbischöfin will Dialog suchen

Deutlich wurde auch Regionalbischöfin Sabine Preuschoff in Stade: „Für mich als Christin ist die AfD nicht wählbar, denn deren Positionen sind mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar.“ Die Partei spreche bestimmten Menschen ihre Würde ab und stehe damit nicht in der Tradition des christlichen Menschenbildes. Dennoch müsse Kirche den Dialog suchen. „Wir haben als Kirche die Aufgabe, Menschen nicht auszuschließen, sondern im Gespräch zu bleiben.“

epd lnb jön mig