Mit einer gemeinsamen Erklärung haben Kirchenleitende in Niedersachsen und Bremen für Demokratie geworben und die AfD direkt kritisiert. Die Partei weist die erhobenen Vorwürfe nun zurück.
Hannover (epd). Die AfD in Niedersachsen wehrt sich gegen Kritik aus den evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen, die der Partei vorgeworfen hatten, verfassungsfeindliche Aussagen zu verbreiten. „Der AfD zu unterstellen, dass ihre führenden Vertreter sich verfassungsfeindlich und rechtsextremistisch äußern, ist unwahr“, sagte am Mittwoch der religionspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Jens-Christoph Brockmann, auf Nachfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine ehrliche Auseinandersetzung mit der AfD, ihren Mitgliedern und Zielen „würde dies rasch zeigen“.
Die leitenden Theologinnen und Theologen der evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen hatten am Dienstag eine gemeinsame Erklärung für Demokratie und Menschenwürde veröffentlicht. Explizit warnen sie darin vor „antidemokratischen Tendenzen“ und benennen dabei auch ausdrücklich die AfD. Führende Vertreterinnen und Vertreter der Partei äußerten sich verfassungsfeindlich und rechtsextremistisch, heißt es in der Erklärung. Und weiter: „Mit Sorge beobachten wir, wie Wut, Ausgrenzung und Verachtung den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben.“
Kirchen treiben aus Sicht der AfD Spaltung voran
Brockmann sagte, wer sich Sorgen mache, dass Wut, Ausgrenzung und Verachtung den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergraben, „sollte zunächst prüfen, wie viel Anteil er selber daran hat“. Die Kirchenvertreter predigten unversöhnliche Feindschaft gegen die AfD, weil sie die Partei als Bedrohung ihrer religiösen und politischen Autorität wahrnähmen. „Sie fürchten uns zu Recht. Während die AfD wächst, wenden sich die Christen zu Tausenden von ihnen ab. Derartige Schriften sind ein Grund dafür.“
Die kirchliche Erklärung trägt den Titel „Menschenwürde - Nächstenliebe - Zusammenhalt“. Unterzeichnet ist sie von den Bischöfen Thomas Adomeit aus Oldenburg, Ralf Meister aus Hannover und Oliver Schuegraf aus Bückeburg, Bischöfin Christina-Maria Bammel aus Braunschweig sowie Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden aus Leer und Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus aus Bremen.
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