Studierende entwerfen Museumsstation zu germanischer Runen-Schrift

Nachricht 08. Mai 2026

Die Herkunft der germanischen Runenschrift ist bislang ungeklärt. In einer Ausstellung können Besuchende nun selbst das Runen-Alphabet untersuchen. Studierende der Hochschule Osnabrück haben die interaktive Station entwickelt.

Bramsche, Kr. Osnabrück (epd). Studierende der Hochschule Osnabrück haben für die aktuelle Germanen-Ausstellung im Varusschlacht-Museum in Bramsche-Kalkriese eine interaktive Station zur Erforschung der germanischen Runen-Schrift entwickelt. Diese soll die Gäste des Museums dazu anregen, das älteste nordische Runen-Alphabet zu untersuchen, auszuprobieren und mit anderen Zeichensystemen zu vergleichen, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte. Zum Abschluss könnten sie wählen, welche der aktuellen Forschungsthesen zum Ursprung der Runen sie am meisten überzeuge.

Die Schau „Verlorene Krieger - Germanen zwischen Macht und Mythos“ präsentiert mehr als 1.200 Exponate aus dem 2. bis 5. Jahrhundert, die die Germanen damals im Thorsberger und im Nydamer Moor im deutsch-dänischen Grenzgebiet versenkt hatten. Die Funde wurden vor rund 150 Jahren entdeckt und gehören zur Sammlung des Landesmuseums für Archäologie auf Schloss Gottorf in Schleswig. Während der dortigen Renovierung sind sie erstmals und bis zum 11. November 2027 in Kalkriese zu sehen. Darunter befinden sich auch zwei der ältesten mit Runen beschrifteten Objekte.

Forschung ist kein abgeschlossener Prozess

Die Herkunft der Runen-Schrift sei bislang ungeklärt, erläuterte Ausstellungskuratorin Teresa Kopp. Sie hat gemeinsam mit den Design-Studierenden Nicole Tkacev und Michael Eden die Station entwickelt. „Unser Wunsch war es, zu zeigen, dass Forschung kein abgeschlossener Prozess ist, sondern stets von offenen Fragen begleitet wird“, sagte Kopp. Die Besuchenden könnten sich nun selbst mit dieser Fragestellung auseinandersetzen, Argumente abwägen und sich eine eigene Meinung bilden.

epd lnb mas mig