Bereits im Grundschulalter: Kinder sind häufig gestresst

Nachricht 28. April 2026

Etwa ein Viertel der sechs- bis zehnjährigen Kinder klagen einer Umfrage zufolge bereits über Stress. Zu den Gründen zählen hohe Erwartungen an sich selbst und Versagensängste.

Hannover (epd). Kinder sind nach einer forsa-Umfrage bereits im Grundschulalter häufig gestresst und psychisch belastet. Etwa ein Viertel der sechs- bis zehnjährigen Kinder fühlen sich häufig gestresst. 42 Prozent der Eltern sagen, Druck und psychische Belastung ihrer Kinder hätten zugenommen, wie die KKH Kaufmännische Krankenkasse am Montag in Hannover mitteilte. Die Krankenkasse hatte die Umfrage bei dem Marktforschungsinstitut forsa in Auftrag gegeben. Mehr als 1.000 Eltern wurden deutschlandweit befragt.

Die KKH hat zudem Daten ihrer sechs- bis 18-jährigen Versicherten ausgewertet. Diese haben für das Jahr 2024 ergeben, dass 25 von 1.000 Kindern im Alter von sechs bis zehn an Störungen des Sozialverhaltens sowie an akuten Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen leiden. Auch von Angststörungen sind die Kinder den Angaben zufolge betroffen. Zudem stiegen diese im Alter stark an, gab die Krankenkasse aus ihren eigenen Daten an: Im Grundschulalter leiden demnach 7 von 1.000 Kindern unter einer Angststörung. Bei den Elf- bis 14-Jährigen sind es 15 von 1.000 Kindern, im Alter von 15 bis 18 schon 32 von 1.000 Jugendlichen.

Große Herausforderungen für junge Menschen

Als Gründe nannten die Eltern vor allem hohe Erwartungen an sich selbst, sowie Versagensängste. Genannt wurden zudem Probleme mit anderen Kindern wie Mobbing, Streit oder Gruppenzwang sowie Erwartungen von außen, etwa in der Schule oder beim Sport. Weitere Stressfaktoren bei Grundschulkindern seien digitale Medien sowie Inhalte von Streaming-Diensten und Online-Spielen. Die Belastung steigt nach KKH-Angaben, wenn auch die Eltern gestresst sind oder selbst an psychischen Erkrankungen leiden.

„Die Anzeichen sind oft schwer zu deuten, da sie oftmals sehr unspezifisch sind“, sagte Psychologin Franziska Klemm. So könnten Bauchschmerzen oder Leistungsabfall in der Schule sowohl auf tägliche Herausforderungen des Aufwachsens hindeuten als auch Anzeichen einer Belastungs- oder Angststörung sein, erläuterte die Psychologin.

epd lnb fle mir