Umweltschützer haben vergeblich gegen Gasbohrungen vor der Insel Borkum geklagt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Tonne begrüßt das Urteil: Gas, das nicht durch die Straße von Hormus transportiert werden müsse, stärke die Versorgungssicherheit.
Hannover, Borkum (epd). Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat das jüngste Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts zur Erdgasförderung in der Nordsee vor Borkum begrüßt. „Jedes Gasmolekül, das wir hier gewinnen, muss nicht erst durch die Straße von Hormus oder über den Atlantik transportiert werden - es stärkt unmittelbar unsere Versorgungssicherheit“, sagte der Minister am Mittwoch in Hannover.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte gegen Richtbohrungen und die Erdgasförderungen des niederländischen Konzerns One-Dyass im niedersächsischen Küstenmeer geklagt. Das Gericht wies die Klage jedoch am Dienstag zurück (Az.: 7 KS 64/24). Der Energiekonzern zapft tief unter dem Meeresboden von niederländischer Seite aus Gasvorkommen an, die zu einem großen Teil auf deutschem Gebiet liegen. Die DUH wollte dies mit Blick auf mögliche Umweltschäden verbieten lassen.
Gegner wollen vor niederländische Gerichte ziehen
Das Urteil schaffe Verlässlichkeit für alle Beteiligten, betonte Tonne. Umwelt- und Naturschutzbelange seien umfassend geprüft und berücksichtigt worden. Außerdem habe das Gericht festgestellt, dass die mit dem Vorhaben verbundenen Auswirkungen die Schutzzwecke der betroffenen Gebiete nicht erheblich beeinträchtigen. Dies bewertet die Deutsche Umwelthilfe anders: Sie kündigte an, nun vor niederländischen Gerichten gegen die Bohrungen kämpfen zu wollen.
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