Betrunken oder berauscht am Steuer: Das sollte aus Sicht des niedersächsischen Gesundheitsministers Philippi ein Tabu sein. Der Minister möchte die Grenze auf 0,0 Promille senken. Philippi ist Vorsitzender der deutschen Gesundheitsministerkonferenz.
Hannover (epd). Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) plädiert für eine Null-Promille-Grenze am Steuer. Er halte es „definitiv für ratsam“, nur mit 0,0 Promille Alkohol im Blut am Straßenverkehr teilzunehmen, sagte Philippi der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch) mit Blick auf die jüngste Verkehrsunfall-Statistik für Niedersachsen. Der bisherige Grenzwert von 0,5 Promille und die Wirkung von Alkohol im Straßenverkehr seien für viele kaum verlässlich einzuschätzen. Philippi ist seit Januar Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer.
Die Zahl der Todesopfer bei Unfällen unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss im Jahr 2025 war in Niedersachsen zuletzt gesunken. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hatte jedoch bemängelt, dass nach wie vor zu viele Menschen unter dem Einfluss von Suchtmitteln oder Medikamenten auf den Straßen ums Leben kämen. Auch Philippi betonte: „Jeder Verkehrstote ist ein Toter zu viel.“
Auch Cannabis am Steuer bereitet Sorgen
Sorgen bereitet Philippi auch Cannabis im Straßenverkehr. Unter dem Einfluss des Cannabis-Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) habe es im vergangenen Jahr zahlreiche Verkehrsunfälle auf den Straßen gegeben. Zudem seien bei Kontrollen viele Verstöße gegen den geltenden Grenzwert festgestellt worden. Nach der Teillegalisierung von Cannabis vor zwei Jahren tauchen Zahlen zu der Droge erstmals in der Verkehrsstatistik auf. Die Ergebnisse seien alarmierend, sagte Philippi: „Berauscht oder betrunken am Straßenverkehr teilzunehmen, muss ein gesellschaftliches Tabu sein.“
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