Laut der Krankenhausgesellschaft arbeiten im deutschen Gesundheitssystem Tausende Fachkräfte aus Syrien. Ihre Rückkehr in die Heimat hätte "spürbare Auswirkungen auf die Versorgung", warnt der Verband.
Hannover, Berlin (epd). Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor Bestrebungen der Bundesregierung, die Rückkehr eines Großteils der in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer in den kommenden Jahren zu forcieren. „Syrische Ärzte stellen die größte Gruppe unter den ausländischen Ärzten in Deutschland dar“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Donnerstag). „Sie haben damit eine erhebliche Bedeutung für die Gesundheitsversorgung.“
Ende 2024 hätten 5.745 syrische Ärztinnen und Ärzte in deutschen Krankenhäusern gearbeitet, erklärte Neumeyer. Auch in der Krankenpflege seien syrische Fachkräfte von größter Bedeutung. Die Krankenhausgesellschaft gehe von mehr als 2.000 syrischen Pflegekräften in deutschen Kliniken aus. „Würden diese Fachkräfte wieder das Land verlassen, hätte das spürbare Auswirkungen auf die Versorgung“, warnte Neumeyer. „Eine Rückkehr zu forcieren, wäre aus Sicht der Gesundheitsversorgung nicht produktiv.“
Verwirrung um Merz-Aussage
In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Ende März gesagt, rund 80 Prozent der noch in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrer sollten in „der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre“ in ihre Heimat zurückkehren. Einen Tag später stellte Merz klar, dass die Zahlenangabe vom syrischen Präsidenten gekommen sei. Dieser wiederum erklärte laut Medienberichten, dass die Zahl von Merz stamme.
epd lnb bas mig