Seit der Teillegalisierung vor zwei Jahren können Vereinigungen unter bestimmten Voraussetzungen Cannabis anbauen. Mehr als 400 solcher Clubs sind bisher bundesweit entstanden. In der Rangliste der Länder liegt Niedersachsen ganz vorn.
Hannover, Berlin (epd). Niedersachsen hat einer Medienrecherche zufolge im bundesweiten Vergleich die meisten genehmigten Cannabis-Anbauvereine im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Im zweitgrößten deutschen Flächenland sind insgesamt 85 Clubs entstanden, wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Donnerstag) nach einer Umfrage unter allen 16 Bundesländern berichtete. Das sind 1,06 Clubs pro 100.000 Einwohner. Dahinter folgen Hamburg mit einer Quote von 0,91 Clubs und Brandenburg mit 0,82. Deutschlandweit sind seit der Teillegalisierung von Cannabis vor zwei Jahren 413 Anbau-Clubs entstanden.
Nur neun Clubs in Bayern
In Bayern gebe es mit 0,07 Vereinigungen pro 100.000 Einwohner die wenigsten Anbau-Vereinigungen, heißt es in dem Bericht. Der Freistaat genehmigte seit der Teillegalisierung demnach nur neun Clubs. Einem Sprecher zufolge haben zwischenzeitlich drei davon mit dem Anbau begonnen, diesen jedoch wieder eingestellt.
Auch die Zahl der gestellten Anträge variiere stark, berichtet das „RedaktionsNetzwerk“. Die meisten seien in Nordrhein-Westfalen gestellt worden, dort gingen 219 Anträge bei den zuständigen Behörden ein. Das einwohnerstärkste Bundesland habe mit 118 auch nach absoluten Zahlen die meisten Clubs genehmigt. In Niedersachsen seien 136 Anträge eingegangen, die zweitgrößte Zahl im Bundesvergleich. Die wenigsten Anträge seien in Bremen und dem Saarland gestellt worden.
Gesetzliche Voraussetzungen
Seit dem Frühjahr 2024 ist der Konsum sowie in begrenzten Mengen der Besitz und Anbau von Cannabis für Erwachsene erlaubt. Unter anderem dürfen als Vereine organisierte Clubs mit bis zu 500 Mitgliedern mit behördlicher Erlaubnis Cannabis-Pflanzen anbauen. Dabei müssen die Anbauvereinigungen gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. So müssen sie etwa sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugriff auf die Droge haben. Deutschlandweit wurden dem Bericht zufolge bisher 864 Anträge gestellt.
epd lnb bas mig