Therapeutenkammer: Präventionsgesetz muss Fokus auf Psyche legen

Nachricht 09. April 2026

Die Bundesregierung plant ein neues Präventionsgesetz. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet derzeit am Referentenentwurf. Die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen fordert, dass es darin vor allem um psychische Gesundheit gehen müsse.

Hannover (epd). Mit Blick auf ein noch für dieses Jahr auf Bundesebene geplantes Präventionsgesetz hat die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen Handlungsempfehlungen zur Verbesserung präventiver Angebote und Maßnahmen vorgelegt. Kammerpräsidentin Kristina Schütz sagte, künftig müsse ein Fokus insbesondere auf psychische Gesundheit gelegt werden. „Die Krankheitslast stagniert auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig nehmen chronische Belastungen aus der Lebens-, Um- und Arbeitswelt zu, die sich negativ auf die mentale Gesundheit auswirken.“

Die Entwicklungen hätten dazu geführt, dass psychische Erkrankungen mittlerweile zu den häufigsten Krankheitsgründen in allen Altersgruppen zählten. „Hier braucht es definitiv stärkere Anstrengungen“, betonte Schütz. Unter anderem forderte sie für Kinder und Jugendliche niedrigschwellige Gruppenangebote zur Prävention psychischer Erkrankungen, die noch ohne Diagnose in den Praxen niedergelassener Therapeuten kostendeckend ausgeführt werden könnten.

Prävention schon im Kindes- und Jugendalter

Zusätzlich müssen Schütz zufolge die Schulen gestärkt werden, damit sie ihrer Funktion auch als Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen gerecht werden können, die zum gesunden Aufwachsen beiträgt. Generell sollten etwa das Gesundheits- und Kultusministerium enger zusammenarbeiten, um präventives Handeln und Präventionsprogramme in Schulen und Universitäten mit dem Gesundheitssystem zu vernetzen.

Psychotherapeuten bräuchten zudem Befugnisse zur Verordnung präventiver Leistungen im Rahmen der psychotherapeutischen Sprechstunde, sagte Schütz: „Wenn die Suche nach Kursen oder Angeboten erst erfolgt, wenn bereits Beschwerden bestehen, ist diese oft weniger effektiv.“

epd lnb bjs mig