Die reformierte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden ruft dazu auf, trotz der Kriege in der Welt für Frieden und Abrüstung einzutreten. Ostern befreie von der Logik der Welt und des Todes, betont die Theologin.
Leer (epd). Die reformierte Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden hat angesichts der gegenwärtigen Kriege vor innerer Abstumpfung gewarnt. „Das Töten muss aufhören. Die Aufrüstung. Die entmenschlichte Kriegsführung. Um Gottes willen. Um unser aller willen“, schreibt sie in einem „Zwischenruf“ zu Karfreitag und Ostern, den die Evangelisch-reformierte Kirche am Mittwoch in Leer veröffentlicht hat. Sie sehne sich nach Recht und der völkerrechtsbasierten Ordnung. „Ich glaube und bekenne: Gott will den Frieden. Und ich will ihn auch.“
Lange gehortete Waffenarsenale ergössen sich mit tödlicher Wucht über die Erde, sagte die Theologin. „Über Menschen und Wohnhäuser, treffen auf zivile Infrastruktur, auf Energiereserven. Auf Leben. Im Iran, in Israel, im Libanon, rund um den Golf, in der Ukraine, in Russland - die Waffenströme reißen nicht ab.“
Krieg wird zum Video-Spiel
Der Krieg habe sein Gesicht verändert, betonte Bei der Wieden. Er werde aus der Distanz, aus Bunkern und von Schreibtischen geführt. Über Satelliten gelenkte Drohnen ließen Treffer auf dem Bildschirm wie in einem Video-Spiel erscheinen. „Die Toten bleiben unsichtbar. Die Schreie unhörbar.“ So lasse sich töten, ohne hinzusehen. „Doch gestorben wird. Nein, getötet! Unschuldige Menschen. Kinder. Träume. Hoffnungen.“
Ihr mache der Apostel Paulus Mut, sagte die Kirchenpräsidentin. Er habe sich nach der Begegnung mit dem Auferstandenen nicht von der Logik der Welt und vom Tod beherrschen lassen. Es gehe um „die Freiheit, dem Tod zu widersprechen“, und darum, für Frieden einzustehen, Abrüstung zu denken und am Recht festzuhalten. „Ostern ist der Anfang davon“, unterstrich die Theologin.
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