"Kraft der Worte": Land Niedersachsen vergibt Stipendien an Autoren

Nachricht 03. April 2026

Knapp 50.000 Euro vergibt das Niedersächsische Kulturministerium an fünf Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Mit der Förderung sollen die Literaten Freiraum bekommen, geplante oder begonnene Schreibprojekte zu vollenden.

Hannover (epd). Das Niedersächsische Kulturministerium fördert die Schreibprojekte von fünf Schriftstellerinnen und Schriftstellern mit seinem Literaturstipendium. Vergeben werden insgesamt 48.000 Euro für ein Übersetzungsstipendium sowie vier Projektstipendien, wovon eins dem Bereich Kinder- und Jugendliteratur gewidmet ist, wie das Ministerium am Mittwoch in Hannover mitteilte. „Literatur ist kein bloßer Zeitvertreib. Sie erweitert unseren Horizont, erschließt uns neue Welten und Sichtweisen. Sie macht uns klüger, nachdenklicher und empathischer“, sagte Wissenschafts- und Kulturminister Falko Mohrs (SPD) am Mittwoch in Hannover. Das Land Niedersachsen wolle mit dem Stipendium „die Kraft der Worte“ fördern.

Das Projektstipendium im Bereich Kinder- und Jugendliteratur in Höhe von 10.000 Euro erhält den Angaben zufolge die 1995 geborene Schriftstellerin Katharina Schlett aus Hildesheim für ihr Romanprojekt „Fünf Fucking Jahre“. Der geplante Roman erzähle von der besonderen Freundschaft zweier junger Frauen. „Gekonnt nähert sie sich aus Sicht der Jugendlichen dem schwierigen Thema von Gewalterfahrung und deren Folgen“, begründete die Niedersächsische Literaturkommission ihre Entscheidung.

Existenzielle Fragen zu Familienverhältnissen und Umweltzerstörung

Ebenfalls 10.000 Euro erhält Anna Maria Eckert für ihr Projekt „Geschwisterlich“. Im Rahmen ihres literarischen Essays stellt die 1979 geborene Berlinerin Familie, Krankheit und Erbe ins Zentrum. „In einem klaren, fast nüchternen Stil führt sie uns zu existenziellen Fragen, die durch die persönlichen Familienverhältnisse entwickelt, zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in Verbindung gesetzt und durch literarische Verweise vertieft werden“, erläuterte die Literaturkommission.

Weitere zwei Stipendien über jeweils 10.000 Euro gehen an die 1997 geborene Berlinerin Liv Mara Mahé Thastum und den Osnabrücker Frank Schulz, Jahrgang 1957. Während Thastum sich in ihrem Text „Aufzutauen das Eis“ mit gewaltigen und gewaltsamen Eingriffen in die grönländische Natur und Kultur auseinandersetzt, will Schulz, der die Jury „mit funkelndem Sprachwitz“ überzeugt hat, seinen Erzählungsband „Das Buch der Weißen Raben“ fertigstellen.

Das mit 8.000 Euro dotierte Übersetzungsstipendium geht den Angaben zufolge an die 1979 geborene Ana Zelin, die laut Jury „mit großer Sensibilität und außerordentlichem Fingerspitzengefühl“ die Reiseerzählung „Beinahe Alaska“ von Arezu Weitholz vom Deutschen ins Spanische übersetzt.

epd lnb dab mir