Länder sehen sich bei Ganztagsbetreuung auf gutem Weg

Nachricht 30. März 2026

Ein großer Teil der Grundschüler nutzt längst die Ganztagsbetreuung. Doch es müssen weitere Angebote entstehen, wenn Erstklässler ab dem Herbst einen Rechtsanspruch haben. Niedersachsen und Bremen rangieren bei den Betreuungsquoten im Mittelfeld.

Hannover, Bremen (epd). Die Bundesländer sehen sich auf den Start der verpflichtenden Ganztagsbetreuung von Grundschülern ab dem neuen Schuljahr gut vorbereitet. Laut einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) zu den vorhandenen Plätzen im Ganztag sind fast durchweg die Betreuungsquoten im Osten des Landes höher als im Westen - wobei Niedersachsen mit 50,4 Prozent und Bremen mit 70 Prozent im Mittelfeld rangieren. Spitzenreiter sind Thüringen mit 91 Prozent und Brandenburg mit über 90 Prozent betreuter Kinder im Grundschulalter, gefolgt von Sachsen mit 86,9 und Mecklenburg-Vorpommern mit 77,5 Prozent.

Hamburg meldet 91 Prozent, Bayern indes erst 59,5 Prozent, Rheinland-Pfalz 55 Prozent und Schleswig-Holstein 50 bis 60 Prozent. In Baden-Württemberg werden 40,5 Prozent der Kinder im schulischen Ganztagsbetrieb betreut. In Nordrhein-Westfalen besuchten im Schuljahr 2024/25 rund 56 Prozent der Erstklässlerinnen und Erstklässler die Offene Ganztagsschule (OGS).

Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben alle Erstklässler Anspruch auf einen Platz in der Ganztagsbetreuung. Bis 2029 folgen sukzessive alle Grundschüler. Die Länder und Kommunen setzen auf unterschiedliche Modelle der Trägerschaft. Fast durchweg gibt es sowohl Hort-Angebote von oder in Kooperation mit Kindertagesstätten sowie Betreuungsgruppen in den Schulen.

Niedersachsen sieht sich gerüstet

Ein Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums erklärte auf Nachfrage des epd: „Nach heutigem Stand gehen wir davon aus, dass es zum nächsten Schuljahr landesweit flächendeckend ausreichend Schul- und Hortplätze geben wird, um den Rechtsanspruch erfüllen zu können.“ Wie viele Eltern dann die Ganztagsbetreuung tatsächlich in Anspruch nehmen, sei noch nicht absehbar.

In Bremen gibt es zwei Modelle, offene oder gebundene öffentliche Ganztagsgrundschulen. Dazu kämen Plätze in Horten: „Etwa 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler nehmen ein ganztägiges Angebot in Anspruch.“ Im Saarland dominieren ebenfalls schulische Angebote, es gibt nur drei Prozent Hortplätze. 62 Prozent der Kinder sind hier im Ganztag.

Thüringen setze primär auf sogenannte Schulhorte, die organisatorisch Teil der Grundschulen seien, heißt es aus dem Bildungsministerium. Unterricht und Betreuung bildeten eine pädagogische Einheit. Hessen bietet aktuell Plätze für 69 Prozent aller Grundschüler, von denen nur 8 Prozent einen Hort besuchen. Anders in Sachsen, wo 40,3 Prozent der Kinder in Einrichtungen freier Träger betreut werden.

Gesicherte Angaben zur Zukunft fehlen noch

Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte, im Land „besteht kein struktureller Nachholbedarf beim Ganztagsanspruch. Uns bietet das Ganztagsförderungsgesetz die Chance, die Qualität der bereits etablierten Strukturen weiter zu verbessern.“

Die Prognosen für die künftige Nutzung der Angebote ähneln sich. Alle Länder rechnen mit steigender Nachfrage, können aber keine gesicherten Angaben machen, weil unklar ist, wie viele Eltern später tatsächlich Bedarf anmelden.

epd lnb bas/bjs ucm