"Luchs"-Jugendbuchpreis würdigt Novelle "Der Sternsee"

Nachricht 18. März 2026

Der Autor Will Gmehling und der Illustrator Jens Rassmus werden am Mittwoch mit dem Jugendbuchpreis "Luchs" geehrt. Ihre Erzählung "Der Sternsee" besticht nach Überzeugung der Jury durch sprachliche Tiefe und die begleitenden Illustrationen.

Bremen/Hamburg (epd). Der Luchs-Jugendbuchpreis 2025 von Radio Bremen und der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ wird am Mittwoch an den Autor Will Gmehling und den Illustrator Jens Rassmus überreicht. Mit einem Preisgeld von 8.000 Euro werden beide nach Angaben der Organisatoren für ihre Novelle „Der Sternsee“ geehrt. Die Auszeichnung wird in Leipzig am Vorabend der dortigen Buchmesse verliehen.

Die Novelle „Der Sternsee“ erzählt den Angaben zufolge davon, wie eine Gemeinde am Stadtrand plötzlich weltweite Aufmerksamkeit erhält. Grund ist ein kleiner See, der im Winter zufriert, aber selbst im Hochsommer nicht wieder auftaut. Journalisten, Wissenschaftler und Touristen reisen an, eine Erklärung findet niemand. Eines Tages verschwindet das Eis auf ebenso rätselhafte Weise, wie es entstanden ist.

Viel Raum für die Geschichte zwischen den Zeilen

„Will Gmehling erzählt in Sätzen, die so schlicht wie eindringlich sind - mitunter auch komisch und nachdenklich“, urteilte die „Luchs“-Jury: „Ein Text, der für Kinder geschrieben ist, aber eine ebenso bereichernde Lektüre für alle jugendlichen und erwachsenen Leserinnen und Leser ist.“ Gerade durch seine zurückgenommene Sprache lasse der Autor „viel Raum für das nicht Erzählte, für das, was zwischen den Zeilen liegt“. Er stelle das Große neben das Kleine und richtet den Scheinwerfer auf einen Ort, der sonst im Schatten liege.

Optisch werde das Buch durch die Illustrationen von Jens Rassmus zu „einem Juwel“, hieß es weiter. Rassmus habe die „Tiefe und Gravität“ der Erzählung perfekt in Schwarz-Weiß-Blau eingefangen. „Es sind Bilder, die Zuversicht, Geschlossenheit und manchmal auch Sehnsucht verströmen“, führt die Jury aus: „Selten findet man eine solche ästhetische Harmonie zwischen Text und Bild, feinfühlig komponiert und voller poetischer Melancholie.“

epd lnb dab mir