Kuschnerus: Nicht an brutale Absurdität des Kriegs gewöhnen

Nachricht 25. Februar 2026

Der Bremer Kirchenpräsident fordert ein Ende der Kämpfe in der Ukraine und einen gerechten Frieden. Er warnt davor, sich an die brutale Absurdität des Kriegs gewöhnen.

Bremen (epd). Der Bremer Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus hat zu ernsthaften Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe in der Ukraine aufgerufen. „Ein gerechter und nachhaltiger Friede muss das Wohl der Menschen im Blick haben. Er ist über keinen schnellen Deal zu erreichen, der das ausblendet“, sagte der leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche am Dienstag zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine.

Es sei unerträglich, dass das Töten immer weitergehe und kein ernsthafter Wille auf Seiten des russischen Aggressors erkennbar sei, in ernsthafte Gespräche mit der Ukraine und dem restlichen Europa einzutreten, sagte Kuschnerus: „Unsere Rolle als Europäer muss stärker werden. Wir können das Ringen um Frieden nicht denen überlassen, die einen unfairen, schmutzigen Deal auf Kosten freier Menschen als Frieden zu verkaufen versuchen.“

Brutale Absurdität des Krieges

Kuschnerus unterstrich: „Ich kann und will mich nicht an die brutale Absurdität des Kriegs gewöhnen, der nach Gottes Willen niemals und nirgends sein darf.“ Die Kirchen erinnerten an diesen friedensethischen Grundsatz, den der Weltkirchenrat 1948 nach den Erfahrungen zweier verheerender Weltkriege formuliert habe. „Es macht mich traurig und fassungslos, dass zentrale geschichtliche Einsichten immer wieder beiseitegeschoben werden und die Zivilisation preisgegeben wird.“

Christinnen und Christen müssten ihre Stimme erheben und das Böse verurteilen, sagte der Theologe. Der Krieg gegen die Ukraine nehme sinnloses Sterben und die gezielte Vernichtung von Menschenleben nicht nur in Kauf, sondern erhebe sie zum Prinzip, um eigene Machtinteressen durchzusetzen. „Wo Menschenleben, Würde und Freiheit nichts zählen, ist die moralische und politische Legitimation eines Regimes am Ende.“

epd lnb jön mig