Fast doppelt so viele Menschen wie noch ein Jahr zuvor besuchten 2025 die Gedenkstätte Ahlem in Hannover.
Hannover (epd). Mehr als 15.000 Besucherinnen und Besucher sind im vergangenen Jahr in die jüdische Gedenkstätte Ahlem in Hannover gekommen. Damit habe sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, sagte die Sprecherin der Region Hannover, Frauke Bittner, dem Evangelischen Pressedienst (epd). 2024 sei die Resonanz mit rund 8.000 Gästen allerdings auch deutlich geringer gewesen als in vergleichbaren Vorjahren, da der zentrale Veranstaltungsraum der Gedenkstätte aufgrund eines Wasserschadens ganzjährig nicht zu nutzen war.
Allein mehr als 8.000 Menschen folgten laut Bitter im vergangenen Juni der Einladung zum „Denk.Mal.Garten.Fest“ der Gedenkstätte. Rund 1.300 nahmen im vergangenen Jahr an einer Führung durch die Ausstellung teil. Noch einmal rund 4.500 waren zu einem der insgesamt über 150 Workshops gekommen und weitere 1.200 nutzten das Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und Lesungen oder die Gedenktage für einen Besuch.
Blumenkränze zerstört
Neben der Besucherresonanz verzeichnete die Gedenkstätte aber erneut auch rechtsextreme Übergriffe. So wurden Ende Januar 2025 dort Blumenkränze zerstört, die am Holocaust-Gedenktag vor der „Wand der Namen“ abgelegt worden waren. Dafür und wegen anderer Delikte wurde inzwischen ein polizeibekannter Rechtsextremist zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.
In den Räumen der heutigen Gedenkstätte richteten die Nationalsozialisten 1941 eine Sammelstelle für Juden ein, die in die Vernichtungslager in Osteuropa deportiert werden sollten. Davor befand sich dort eine „Israelitische Gartenbauschule“. Dort wurden seit 1893 junge jüdische Männer in Gartenbau und im Handwerk ausgebildet, ab 1903 auch Frauen in Hauswirtschaft. 1943 zog eine Dienststelle der Gestapo für Zwangsarbeiter in die Räume ein. Zudem entstanden eine Hinrichtungsstätte und ein Polizeigefängnis. Die Gedenkstätte erinnert seit 1987 an die Geschichte des Ortes.
epd lnb mir/mig bjs