Bammel: Kirchliches Handeln muss Menschen im Mittelpunkt haben

Nachricht 13. Februar 2026

Die braunschweigische Landeskirche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Die künftige Bischöfin Christina-Maria Bammel hat eine klare Vorstellung, wie kirchliches Leben künftig aussehen kann.

Braunschweig (epd). Die künftige Bischöfin der Landeskirche Braunschweig, Christina-Maria Bammel, will kirchliches Leben stärken, in dem „die Übersehenen und besonders Verletzlichen in die Mitte genommen werden“. Jede Aufgabe und jedes Ehrenamt in der Gemeinde könne mit besonderem Augenmerk auf den Aspekt „Menschen in die Mitte holen“ gesehen werden, sagte Bammel der „Braunschweiger Zeitung“ (Samstag).

„Ob Tafeln, Trost, etwa in Trauer-Cafés, oder geteilte Freude in der Musik: Die evangelische Kirche stärkt durch das Handeln jedes einzelnen Menschen eine zivilgesellschaftliche Widerstandsfähigkeit, sorgt für Resilienz gegen jede Art von Extremismus“, sagte Bammel weiter. „Wir müssen auch in den Gemeinden aktiv teilnehmen an der Debatte darüber, wie wir gemeinsam leben wollen.“ So könne Kirche Gemeinsinn stärken und von Extremisten geschürten Ängsten begegnen.

Kirche soll sichtbar bleiben

Als Bischöfin wolle sie dafür sorgen, dass Berufliche und Ehrenamtliche ihre Aufgaben auch künftig „mit Güte und wohlbehalten“ tun können, betonte Bammel. So werde Kirche trotz sinkender Mitgliederzahlen weiterhin gesellschaftsweit erkennbar bleiben, über die kirchlichen Orte hinaus. Die zuletzt in die Kritik geratene anstehende Strukturreform der braunschweigischen Landeskirche wolle sie in diesem Zusammenhang mit enger Kommunikation und Gesprächen begleiten. „Wo Veränderungen beunruhigen, setze ich auf die Kraft der Besonnenheit und der Argumente.“

Bammel wird ihren Dienst am 1. Mai beginnen. Die offizielle Einführung der 52-Jährigen als Landesbischöfin folgt dann am 27. Juni. Sie war im November 2025 von der braunschweigischen Landessynode zur Nachfolgerin von Christoph Meyns gewählt worden.