How Futures Literate Are We?

von Marcell Saß

 

So kann das nicht weitergehen! Mit drastischen Worten lässt sich eine der (gemeindepädagogisch) besonders spannenden Phasen des 20. Jahrhunderts pointiert zuspitzen. Im Zeitraum zwischen 1964 und 1973 liegen Weichenstellungen für die Zukunft der Konfi- und Jugendarbeit, die jetzt unsere Gegenwart sind. Im Rückblick stellt sich diese religions- und gemeindepädagogische Reformphase als beherzte Forderung nach einem Abschied von vertrauten Konzepten hin zu einer an der Lebenswelt junger Menschen orientierten, religionspädagogisch und allgemeindidaktisch bestens informierten und ekklesiologisch innovativen Konfi- und Jugendarbeit dar. Mit der ersten Ausgabe der Zeitschrift „KU-Praxis“ im Jahr 1973 („Lernen, was es heißt, als Christ in unserer Zeit zu leben“) ist paradigmatisch nach Jahren intensiver Debatten, auch und gerade am RPI in Loccum, ein für Theorie und Praxis bis heute wirksamer Umbruch sichtbar. Weert Flemmigs berühmt gewordene Grundsatzerklärung für eine andere Zukunft des kirchlichen Unterrichts1  nimmt schonungslos die unübersehbaren Spannungen zwischen den in Rahmenordnungen sowie Richtlinien formulierten amtskirchlichen Forderungen an junge Menschen und den empirischen Realitäten vor Ort in den Blick. Die starre Logik einer in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre unter Druck geratenden Institution Evangelische Kirche und die sich erheblich wandelnden lebensweltlichen Kontexte schienen kaum mehr vereinbar: Krise, Frustration und ein Leiden am Traditionsabbruch des Christlichen forderten ein Nachdenken über neue Zukünfte.

Gut 60 Jahre sind seither vergangen, wir feiern also zeitgleich zum Jubiläum des RPI Loccums auch Diamantene Konfirmation der Reformbemühungen um die kirchliche Konfi-und Jugendarbeit. 1964 erregte Walter Neidhart mit seinem Buch „Konfirmandenunterricht in der Volkskirche“2  Aufsehen, in manchen religionspädagogischen Kolloquien in Loccum Ende der 1960er-Jahre wurde das intensiv, kontrovers und leidenschaftlich diskutiert. Auf den Weg gebracht wurde konzeptionell eine grundlegende Transformation, die uns bis heute prägt. Es hat sich einiges geändert, übrigens auch und gerade dank der flächendeckenden Etablierung alternativer Organisationsformen, zu denen vor allem die Freizeiten und Fahrten in Konfi- und Jugendarbeit zu zählen sind. Hier, unterwegs und abseits der Parochie, vernetzen sich Konfi- und Jugendarbeit auf originelle Weise, es stellen sich spannende Momente inter-professioneller Kooperation und übergemeindlicher Kollaboration ein. Vor allem die seit einigen Jahren unverzichtbar gewordenen sog. KonfiCamps sind ein Lichtblick in manch dunklen Wahrnehmungen zum Zustand der Ev. Kirche.3  

Seither wurde viel und breit geforscht, v.a. empirisch4 , bis hinein in die aktuelle VI. Kirchenmitgliedschaftsstudie.5  Allein eine Schwierigkeit, die sich durch die letzten 60 Jahre zieht, bleibt eigentümlich unbearbeitet: das Verhältnis von normativen, an der Logik der Institution und von Mitgliedschaft orientierten Bestimmungen von Kirche und den sich diesen Vorstellungen entziehenden lebensweltlichen Kontexten gemeinschaftlichen „Lehrens und Feiern“6  junger Menschen in der Konfi-Zeit. Um es offen zu sagen: 60 Jahre lang liegen die Probleme auf dem Tisch. Wir wissen umfassend, was funktioniert und was eben auch nicht. Wer dennoch beharrlich an wöchentlichen, am Schulrhythmus orientierten Treffen in unattraktiven Räumen multifunktionaler Gemeindehäuser festhält, hat ganz offensichtlich 60 Jahre Reformbemühungen und eine Vielzahl empirischer Daten nur am Rande wahrgenommen. Immerhin haben wir seit Jahrzehnten7  attraktive alternative Organisationsformen, zuvorderst die Freizeiten der Jugendarbeit, aber auch die KonfiCamps mit ihrer Vernetzung von Konfi- und Jugendarbeit, mit ihren Möglichkeiten zu Partizipation und Gestaltung durch junge Menschen selbst. All das wird nicht nur von Jugendlichen hochgeschätzt, sondern auch von allen beruflich und ehrenamtlich Beteiligten als wirksam und nachhaltig eingeschätzt. 


Von enttäuschten Hoffnungen und überzogenen Erwartungen

Elementarer Bestandteil der gesamten Reformdebatte in ihren Anfängen war ein intensives Nachdenken über geeignete Organisationsformen. Freizeiten avancierten schnell zur neuen Gelingensbedingung. In den theoretischen Impulsen und praktischen Anregungen scheint die bemerkenswerte Hoffnung durch, dass die aktuelle Krise zugunsten einer attraktiven Zukunft insbesondere durch die Einführung von Freizeiten mit jungen Menschen überwunden werden kann. Vielerorts geschah (und geschieht das) bis heute. Gleichwohl sind bis heute Fahrten, Freizeiten und Camps nicht unwidersprochen als attraktives Gestaltungsprinzip wertgeschätzt. Solche (neuen) Organisationsformen mit hoher Erlebnisqualität an attraktiven Orten, gestaltet in überregionalen Teams mit anderen Formen kirchlicher Vergemeinschaftung als in der Parochie irritieren und verstören, werden bisweilen gar als bedrohlich erlebt. Erfahrungen auf Synoden, in Kirchenvorständen, Fortbildungen und Seminaren, aber auch in Kirchenleitungen zeigen, dass viele diese Entwicklung eher als deviante Gestalt christlicher Lebensform8  begreifen und nach wie vor auf die Logik der Ortsgemeinde setzen, in der sich (wenige) Menschen regelmäßig und mit hoher Verbindlichkeit treffen. 

Camps und Freizeiten gehören mittlerweile zum Standardprogramm.9  Sie sind zeitlich begrenzt, haben Anfang und Ende, widerstehen allen Versuchen parochialer und institutioneller Einhegung und lassen sich mit Blick auf potenzielle Wirkungen nur sehr schwer beschreiben. Das alles liegt quer zu den Ansprüchen vor Ort. Hier wird die eigene Vorstellung von Kirche infrage gestellt. Anders formuliert: die eigentümliche Versammlung Jugendlicher an einem Ort außerhalb der Parochie mit dem Ziel religiösen Erlebens und inhaltlichen Austausches stellt die nach wie vor verbreitete Idee eines Normalfalls von Kirche auf die Probe. Freizeiten und Camps werden deshalb bisweilen als Kirche am anderen Ort, als zweites Programm, gegenüber dem „Eigentlichen“ von Kirche abgestuft. Auf unangenehme Weise perpetuiert sich so auch im Jubiläumsjahr des RPI Loccum eine enge, institutionstheoretisch aufgeladene Vorstellung, die sich nur schwer mit einem ursprünglichen „evangelischen“ Verständnis von Kirche zusammendenken lässt, da sich die „Kommunikation des Evangeliums“ ja gerade nicht auf die Ausprägung einer einzigen Sozialform (Ortsgemeinde) reduzieren lässt.10  Kirchentheoretisch wäre zu klären: liegt die Zukunft von Konfi- und Jugendarbeit in einer an überkommenen Vorstellungen orientierten Theorie von Kirche oder aber lässt sie sich inspirieren von der Einsicht in die offensichtliche Kontingenz und Arbitrarität der Form und Gestalt von Kirche, die wir heute für selbstverständlich halten. 

Konfi- und Jugendarbeit unterliegen gleichwohl nach wie vor einer binnenkirchlichen Anspruchshaltung. Dabei geht es um die als „normal“ erwünschten Formen der Beteiligung an kirchlichen Angeboten. Der Blick ist nach wie vor der der Parochie. Wie wenig bedeutsam dies alles ist, zeigen die EKD-Mitgliedschaftsbefragungen; und die eindrücklichen Studien zur Konfi-Arbeit der letzten Jahre und Jahrzehnte geben auch keinen Anlass zu anderen Einschätzungen. Alternative, die Parochie bewusst entgrenzende und sogar transformierende Formen evangelischer Konfi- und Jugendarbeit verlassen konsequent diese tradierten Logiken – und haben darin eine große Stärke und somit auch Bedeutung für die Zukunft; übrigens auch, weil sie anders als die überschaubar reizvollen kirchlichen Angebote vor Ort ein echtes „Erfolgsmodell“ kirchlicher Praxis geworden sind. 

Damit ist auch heute paradigmatisch eine unbeantwortete Frage aufgerufen, nämlich nach einer den aktuellen Transformationsprozessen gemäßen Vorstellung von Kirche, bzw. von einer zukünftigen Kirche, bei der neu über das Verhältnis von „Organisation, Institution, Interaktion und Inszenierung“ nachgedacht wird.11  Ortsgemeindlichen Widerständen gegenüber alternativen Organisationsformen ist dann beherzt entgegenzutreten. Wer nämlich findet, dass diese in ihrem Verhältnis zur Kirche begründungspflichtig sind, hat nicht verstanden, was kirchentheoretisch gilt: sie präsentieren fundamental, elementar und paradigmatisch, was Kirche ist bzw. sein kann und wie diese sich zukünftig transformieren muss. Freizeiten, Camps und Fahrten sind kein kirchlicher Sonderfall, sondern schöner Normalfall. Heute sind es doch eher die parochialen Formen, die begründungspflichtig werden. 


Konfi- und Jugendarbeit als exemplarischer Fall von Kirche 

Dieser Normalfall wird nun wesentlich in der Inszenierung von Gemeinschaft greifbar, die hier gedeutet werden soll als eine exemplarische, mit Blick auf die Mehrzahl der Kirchenmitglieder gar stellvertretende, Erprobung christlicher Lebensformen. Empirisch und jugendsoziologisch ist das überaus plausibel (Stichwort peer-group). Studien zur Konfi-Zeit zeigen längst, dass gelingende religiöse Praxis auf plausiblen Erfahrungen von Gemeinschaft beruht.12  Nur, weil etwas aus Sicht von Jugendlichen in deren Erleben und deren Wahrnehmung besonders zustimmungsfähig ist und zu begeistern vermag, mindert das doch nicht die Bedeutung dieser Gestalt des Christlichen als Ausdruck von (evangelischer) Kirche. Was in Konfi- und Jugendarbeit gut gelingt, ist unstrittig und damit per se auch kirchentheoretisch bedeutsam. Nun ist das zwar oft räumlich und zeitlich begrenzt, d.h. die besondere „Gemeinschaft“ findet ein organisatorisches (vorläufiges) Ende. Auch ist diese Zeit klar altersgemäß inszeniert und begrenzt auf eine bestimmte, rückläufige Kohorte von Jugendlichen. Und dennoch: Hier gelingt Kirche, auf Zeit! Dem Einwand, hier würde zugunsten von Erlebnisorientierung und Bedürfnisbefriedigung der geistliche Rahmen und die theologische Fundierung verlassen, sollte mit Bedacht begegnet werden. Mal abgesehen davon, dass sich darin eine gewisse Hybris und protestantische Antipathie gegenüber dem „Unterhaltsamen“13  zeigt, dürfte doch mindestens gefragt werden, wer eigentlich darüber entscheidet, welche Formen, Orte und Gestalten des Christlichen bevorzugt werden sollten. Wenn dann aus Sicht der Jugendlichen „Gemeinschaft“ eine eher gruppendynamische Kategorie ist, wen stört es? Vermutlich besuchen viele andere Menschen Sonntagsgottesdienste auch weniger wegen der intellektuellen Brillanz einer Predigt, sondern gerade wegen der für sie plausiblen Gemeinschaftserfahrungen, z. B. beim anschließenden Teetrinken.


Futures Literacy

Allen Widerständen und übellaunigen Kritiken an den erlebnisorientierten Formen der evangelischen Konfi- und Jugendarbeit zum Trotz gilt: Sie gehören zu den hierzulande wenigen Erfolgsgeschichten des Christlichen in unserer Gegenwart. Die dort mit Bedacht, viel Liebe und Geschick inszenierte Gemeinschaft ist ein Ausdruck dessen, wie viel gelingen kann, wenn wir neu, anders und mutig über die potenziellen Zukünfte der evangelischen Kirche(n) nachdenken. Hier nimmt die religiöse Organisation auf, was im individuellen Erleben der Jugendlichen sowie der Teamer*innen und Leitenden wesentlich ist: dass die von außen herangetragene Unterscheidung von normativen Konzepten von Kirche, die ihre eigenen positiven Erfahrungen von Gruppe und Gemeinschaft diskreditieren, problematisch ist, und damit auch als eine letztlich nicht evangelische Abwertung christlicher Lebensform kritisiert werden muss. 

Was in der Idealvorstellung von Kirche als transgenerationeller Formation, die sich institutionell vor Ort zeigt und in der Logik regelmäßiger, auf Kontinuität angelegter Partizipation ausdrückt, unberücksichtigt bleibt, ist die evangelische Einsicht, dass tradierte Formen von Kirchlichkeit eben letztlich nur partielle und damit unvollständige Ausformungen von Kirche sind und bleiben.14  Theologisch gibt es eben keinen guten Grund, zwischen der Gruppe der Jugendlichen (unterwegs) und der Gruppe von Christ*innen in der Ortsgemeinde zu unterscheiden. Gerade in der Konfi- und Jugendarbeit wird in der Gemeinschaft der Jugendlichen eine Erscheinungsweise christlicher Lebensform anschaulich, die gegenüber anderen Formen parochial organisierter Kirchlichkeit klar im Vorteil ist. 

Dass nun die Kirche (griechisch: ἐκκλησία – Ekklesia) nie ein feststehendes Gebilde ist, sondern kontextuell stets neu und weiter erdacht und entwickelt werden muss, ist eine evangelische Binsenweisheit – sie ist immer dann Kirche, wenn sie allzeit reformiert wird. Und unübersehbar ist derzeit auch: Grundsätzliche Gewohnheiten, Kirche zu gestalten, verändern sich radikal, neue (digitale) Ausprägungen von religiösen Praxen sind überall sichtbar. Auch, wenn Fahrten und Freizeiten nichts vollends Neues sind, so zeigt sich in ihnen doch eindrücklich ein Transformationsprozess. Erscheinungsweisen religiöser Praxis sind heute eher kurz, intensiv, eine Art probeweise Erkunden, mit nachhaltigen Erinnerungen, einprägsamen Erlebnissen und lebensgeschichtlicher Relevanz – eben nicht ortsgebunden, ortsgemeindlich, kirchlich normativ korrekt. Das mögen manche als Verlust von Traditionen bedauern, ist aber gut und heilsam – eben evangelisch.

Blickt man nun auf all die Herausforderungen, vor denen wir derzeit kirchlich stehen, so fällt auf, dass neben einer spürbaren Trauer über den Verlust vertrauter Formen und Gewohnheiten in der Spätmoderne die Frage aufgeworfen wird, was wir eigentlich erhoffen für die Kirche der Zukunft, die sich doch sehr von unserer Gegenwart unterscheiden wird und muss. Was brauchen wir eigentlich, um die Zukunft, oder besser: die potenziellen Zukünfte zu gestalten? Und was sagen unsere Bemühungen über unser Wahrnehmung der Gegenwart: Ist diese Krise oder Chance? Nicht von ungefähr mehren sich seit einigen Jahren Forderungen, über sog. Future Skills z. B. von Schüler*innen oder Studierenden nachzudenken. Neben der Forderung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), dem profunden Umgang mit Diversität, der Frage nach Demokratiebildung oder friedensethischen Problemlagen gehört dazu der digital-souveräne Umgang mit technischen Innovationen. 

In dieser Debatte um Future Skills sind Anregungen enthalten auch für die Frage nach einer Konfi- und Jugendarbeit der Zukunft. Dabei gilt: Die Zukunft ist ungewiss, es gibt sie nur im Plural. Kirchliche Zukünfte erscheinen nun überaus unsicher angesichts der gegenwärtigen Krisen. Menschen beziehen sich in ihrem Handeln zwar stets auf das, was sie als Zukunft erwarten oder erhoffen. Das geschieht allerdings meist implizit und wird nicht intensiv reflektiert. Komplizierter wird das alles noch durch folgende Einsicht: Planen lassen sich die Zukunft, bzw. die möglichen Zukünfte, jedoch nicht. Vielmehr geht es darum zu klären, was jetzt bereits getan werden kann, um sozusagen sprachfähig zu werden für die erhoffte und erdachte Zukunft. Die UNESCO redet seit einiger Zeit von futures literacy und sieht darin eine entscheidende Kompetenz unserer Zeit.15  Im Kern ist dabei Folgendes gemeint: Lässt sich die Gegenwart von der Zukunft her lesen? Und kann die Idee von Zukünften dazu beitragen, mein persönliches Leben sowie gesellschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen und zu gestalten? Letztlich geht es um die Fähigkeit, unterschiedliche Zukünfte zu imaginieren und bewusst in eigene Analysen einzubeziehen sowie eine kritische Reflexion der eigenen Annahmen anzubahnen.16  Wie blicken wir also eigentlich selbst auf die Zukunft der Kirche, wenn wir über Konfi- und Jugendarbeit nachdenken? Sind wir selbst überhaupt futures literate, wenn wir Tradition und Innovation gegeneinander ausspielen?

Mittlerweile existieren anregende Modelle, die den Erwerb von Futures Literacy mit Hilfe eines sequenziellen Modells ermöglichen.17  Diese zu rezipieren, ist eine Herausforderung. Offengelegt werden sollten dabei, was im Vorherigen skizziert wurde, nämlich zunächst die gegenwärtigen, meist impliziten Annahmen, während im zweiten Schritt mögliche, wahrscheinliche und wünschenswerte Zukünfte imaginiert (rigorous imagination) werden. Ein Möglichkeitsraum (possibility space) kann dann mit Hilfe von Narrationen entwickelt werden, Entscheidungen sollen imaginiert werden (choice), die sowohl für (doing) als auch gegen eine Zukunft ausfallen können (not-doing).

Konfi- und Jugendarbeit sind ein solcher Möglichkeitsraum; Akteur*innen wie Teilnehmende imaginieren hier Zukünfte von Kirche. Damit werden Grundbestimmungen von Kirche verändert, die für viele lieb und vertraut sind. Die Annahme kirchlicher Zukunft ruht immer noch institutionell auf Voraussetzungen, die mittlerweile nicht nur infrage stehen, sondern derer viele verlustig gegangen sind. Konfi- und Jugendarbeit weisen neue Wege, offenkundig so plausibel, dass sich hier jedes Engagement lohnt, um andere für diese Sache zu begeistern. Das haben immerhin viele mittlerweile begonnen zu erkennen, dennoch bleibt es wichtig daran zu erinnern, dass futures literacy ein »default mode« von Kirche der Gegenwart sein sollte. In traditioneller Sprache geht es nämlich um die ekklesia semper reformanda, die sich traut, Zukünfte zu imaginieren und klare Entscheidungen zu treffen, auch gegen das, was ja schon immer so gewesen ist.

Anmerkungen

  1. Flemmig, Lernen was es heißt, als Christ in unserer Zeit zu leben.
  2. Neidhart, Konfirmandenunterricht.
  3. Vgl. dazu Saß / Weusten, Freizeiten und Camps in der Konfi-Zeit.
  4. Vgl. Simojoki, Art. Konfirmandenunterricht.
  5. Vgl. Ilg, Die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung.
  6. So in Aufnahme von zwei der drei Modi der Kommunikation des Evangeliums in Grethlein, Praktische Theologie.
  7. Vgl. Saß, Frei-Zeiten, 76-135.
  8. Vgl. Grethlein, Lebensform.
  9. Gut dokumentieren lässt sich diese Entwicklung am Werkbuch KonfiCamps, hg. von Haeske u.a.
  10. So v.a. mit Grethlein, Praktische Theologie, 331, 459.
  11. Vgl. Hermelink, Kirchliche Organisation.
  12. Vgl. Meyer, Gottesdienst.
  13. Vgl. Bernstorf, Ernst und Leichtigkeit.
  14. Vgl. bes. Grethlein, Kirchentheorie.
  15. https://www.unesco.org/en/futures-literacy
  16. Vgl de Boer u.a., How futures literate are you?
  17. Vgl. ebd.

Literatur

  • Bernstorf, Matthias: Ernst und Leichtigkeit. Wege zu einer unterhaltsamen Kommunikation des Evangeliums, Erlangen 2007
  • de Boer, Anke u.a,: How futures literate are you? Exploratoy Research in how to operationalize and measure futures literacy. Konferenzpapier zur 6. International Conference on Future-Oriented Technology Analysis (FTA), Brüssel Juni 2018
  • Grethlein, Christian: Christliche Lebensform. Eine Geschichte christlicher Liturgie, Bildung und Spiritualität, Berlin / Boston 2022.
  • Grethlein, Christian: Praktische Theologie. Ein Lehrbuch. 2. Aufl., Berlin 2016
  • Flemmig, Weert: Lernen was es heißt, als Christ in unserer Zeit zu leben. Von den Problemen und Aufgaben des Konfirmandenunterrichts, in: KU-Praxis 1(1973), 26-31
  • Haeske, Carsten u.a. (Hg.): Das Evangelium ins Zelt setzen. Werkbuch KonfiCamps, Gütersloh 2022
  • Ilg, Wolfgang: Die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung: Zentrale Erkenntnisse und Herausforderungen für Religionspädagogik und Gemeindepädagogik, in: ZPT 75(2023), 370-386
  • Hermelink, Jan: Kirchliche Organisation und das jenseits des Glaubens. Eine praktisch-theologische Theorie der evangelischen Kirche, Gütersloh 2011
  • Meyer, Karlo: Gottesdienst in der Konfirmandenarbeit. Eine triangulative Studie, Göttingen 2012
  • Neidhart, Walter: Konfirmandenunterricht in der Volkskirche, Zürich 1964.
  • Saß, Marcell: Freizeiten mit Konfirmandinnen und Konfirmanden. Praktisch-theologische Perspektiven, Leipzig 2005
  • Saß, Marcell / Weusten, Steffen: Freizeiten und Camps in der Konfi-Zeit, in: Böhme, Thomas u.a. (Hg.). Handbuch Konfi-Arbeit, Münster 2018, 400-410
  • Simojoki, Henrik: Art. Konfirmandenunterricht / Konfirmandenarbeit, in: WiReLex 2019, https://kurzlinks.de/k6cv (10.8.2025)