Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung, wusste schon der griechische Philosoph Heraklit. Auch Unterrichtsmethoden der letzten Jahrzehnte sind einem beständigen Wandel unterworfen. Die hier vorgestellten Filme erzählen von Bildungskonzepten, die bis in die Gegenwart hinein funktionieren, und von Schulen, die alles anders machen. Sie schildern die Resonanzen, die durch zwischenmenschliche Begegnungen entstehen und beschreiben transformative Prozesse, die notwendige Entwicklungen ermöglichen. All das ist nur möglich, wenn eine Grundzuversicht vorliegt, sich immer neu auf das Schulleben und die Bildungsarbeit einzulassen. Alle hier vorgestellten Filme können unter www.medienzentralen.de/hannover entliehen oder heruntergeladen werden.
Die Konfirmation
Stefan Krohmer
Deutschland 2017
Spielfilm 90 Minuten
empfohlen ab 14 Jahren
Seine Familie fällt aus allen Wolken, als der 15-jährige Ben ihnen mitteilt, dass er seit einem Jahr den Konfirmandenunterricht besucht und sich hat taufen lassen. Die kirchen- und glaubensfernen Eltern sehen sich mit elementaren Fragen konfrontiert, auf die sich keine einfachen Antworten finden lassen. Schließlich aber gelingt es allen Beteiligten, Ben zuversichtlich auf seinem Weg ins Erwachsenwerden zu begleiten.
Der deutsche Spielfilm zeigt die Transformation seiner Protagonist*innen als langsamen, persönlichen Prozess unter dem Druck sozialer und familiärer Erwartungen. Dort, wo echte Begegnung und gegenseitige Veränderung stattfinden, entsteht Resonanz – gerade auch im Konflikt oder in der Sprachlosigkeit. Der Film bietet somit eine eindrückliche Erzählung darüber, wie Menschen versuchen, sich (wieder) zu verbinden – mit sich selbst, mit anderen und mit der Welt. Der Spielfilm eignet sich für die Vorbereitung auf die Konfirmation für Eltern und Konfirmand*innen im schulischen und kirchlichen Kontext und steht als DVD zur Verfügung.
Maria Montessori
Léa Todorov
Italien/ Frankreich 2024
Spielfilm 100 Minuten
empfohlen ab 14 Jahren
Die junge engagierte italienische Ärztin Maria Montessori arbeitet mit ihrem Kollegen und Lebensgefährten in einer Einrichtung für behinderte Kinder. Sie hat eine Methode entwickelt, um diese Kinder individuell zu fördern und ihnen so eine Schulbildung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Ihre Herangehensweise wird im Italien des beginnenden 20. Jahrhunderts und in ihrer eigenen Familie zunächst kritisch begleitet. Gemeinsam mit der Mutter einer Schülerin gelingt es Maria, das Konzept zu erweitern und in der Praxis einzusetzen. Dafür bezahlt sie jedoch einen hohen persönlichen Preis.
Die transformative Selbstbehauptung von zwei jungen Frauen in Beruf und Familie ermöglicht einen aktuellen Blick auf ein pädagogisches Konzept, das seitdem auf die Bildungslandschaft in vielen Ländern abgefärbt hat und zuversichtlich stimmt. Resonanz entsteht dabei zwischen Maria und Lili, zwischen Ärztin und Kindern und zwischen Schauspieler*innen und Publikum.
Für Schüler*innen eignet sich der Spielfilm ab 14 Jahren, um ihre eigenen beruflichen und familiären Erwartungen und Vorstellungen mit gesellschaftlichen Realitäten und historischen Entwicklungen abzugleichen.
Das Lehrerzimmer
Ilker Çatak
Deutschland 2022
Spielfilm 98 Minuten
empfohlen ab 14 Jahren
Lehrerin Carla Nowak sucht aktiv den Dialog zu Schüler*innen und Kolleg*innen. Sie trifft auf Strukturen, deren Abläufe mechanisiert sind und auf Menschen, deren Haltung von gegenseitigem Misstrauen und Frustration geprägt ist. Als Carla eigenmächtig versucht, eine Diebstahlsserie aufzuklären, um einen türkischen Schüler zu rehabilitieren, gerät sie immer tiefer in einen selbstzerstörerischen Strudel, der die ganze Schule erfasst.
Der deutsche Spielfilm zeigt, wie Resonanz im deutschen Schulalltag durch Institutionen, Machtstrukturen und Normendruck gefährdet sein kann. Gleichzeitig wird sichtbar, wie sehr die Schüler*innen um eben diese Resonanz ringen und diese von ihren Ausbildern einfordern. Damit eignet sich der Film für die Lehrkräfteaus- und -fortbildung und für Schüler*innen ab 16 Jahren, um die Stärken und Schwächen des deutschen föderalen Bildungssystems zu thematisieren. Der Film bietet sich weiter an, um mit Schüler*innen über Möglichkeiten und Grenzen individueller und institutioneller Transformationen im beruflichen Alltag zu sprechen.
Berlin Rebel High School
Alexander Kleider
Deutschland 2017
Dokumentation 92 Minuten
empfohlen ab 16 Jahren
Sogenannte „Bildungsverlierer“ des deutschen Schulsystems haben es schwer, einmal verpasste Möglichkeiten in ihrem Erwachsenenleben nachzuholen. Die Berliner Schule für Erwachsene (SfE) hat einen anderen Ansatz. In der basisdemokratisch organisierten Schule sollen Schüler*innen ohne Druck, Zeitvorgaben und Noten zum Abitur geführt werden. Die geforderte Selbstorganisation und der zu leistende Beitrag für die in freier Trägerschaft geführte Schule stellt Schüler*innen und Lehrende vor Hürden und zwingt sie, sich jenseits aller ursprünglichen Zuversicht, mit sich selbst und ihren Lebenswünschen auseinanderzusetzen.
Die Dokumentation zeigt mit einer ungewöhnlichen Schule einen Gegenentwurf zum typischen Schulsystem. Resonanz zwischen Schüler*innen und Lernbegleitung ist erwünscht und wird gefördert. Damit wird jungen Menschen auf ihrem Bildungsweg die notwendige Transformation ermöglicht. Der Film eignet sich für die Sekundarstufe II und die Lehrkräfteausbildung, um Möglichkeiten und Grenzen pädagogischer Bildung zu thematisieren.
PIX (Ich in der Zeit)
Petros Silvestrosr
Kurzfilm 18 Minuten
Deutschland 2019
empfohlen ab 14 Jahren
Ein Familienleben, dokumentiert in sorgfältig inszenierten Bildern: Frisuren und Moden wechseln, die wesentlichen Ereignisse wie Geburt und Tod, Freundschaften, Hochzeit und Abschied vom Leben bleiben gleich. Der Protagonist bleibt lebendiger Teil einer stetig wechselnden Kulisse.
Der Kurzspielfilm eignet sich, um mit Schüler*innen über die Macht der Bilder zu sprechen und über die Art und Weise, wie wir mit dieser bildlichen Darstellung unseres Lebens mit anderen Menschen in Resonanz treten. Dieses Phänomen bekommt durch die Nutzung von Social Media eine noch höhere Relevanz.
Bob – a race around the globe
Jacob Frey, Harry Fast
Deutschland 2009
Animationsfilm 3 Minuten
empfohlen ab 10 Jahren
Ein Hamster entdeckt in näherer Entfernung eine attraktive Hamsterdame, die jedoch in ihrem Hamsterrad davonläuft. Bemüht, dennoch ihre Bekanntschaft zu machen, eilt der Hamster ihr in seinem eigenen Rad hinterher. Dabei durchquert er die ganze Welt, aber alle Bemühungen, die ihm Vorauseilende einzuholen, scheitern. Erst als er durch zu schnelles Treten aus seinem Hamsterrad geworfen wird, sieht er sich mit der Realität konfrontiert. Und diese ist auf vielen Ebenen anders als erwartet.
Der kurze Impulsfilm ist als Fabel aufgebaut und eignet sich für sehr unterschiedliche Themenfelder. Ein allein gehaltenes Haustier in seiner verzweifelten Suche nach Resonanz kann als Impuls dafür dienen, über gelingende und scheiternde Kommunikation zu sprechen. Solange der Hamster sich in seinem Rad bewegt, tritt er im wahren Sinne des Wortes auf der Stelle – Transformation ist nicht möglich. Dennoch gibt es Zuversicht: Bei Anerkennung der Realität öffnen sich neue Möglichkeiten. Für Schüler*innen ab 12 Jahren bietet sich der Trickfilm an, um über Lebensziele, Perspektivwechsel, Vorurteile und Gender zu sprechen.