Mit dem „Protestant-O-Mat“ Vorbilder finden – Eine evangelische Perspektive

Von Oliver Friedrich

 

Ehrlich gesagt: Ich tu mich mit Vorbildern schwer. Das liegt vor allem daran, dass ich bestenfalls einzelne Aussagen oder bestimmte Handlungen eines Menschen als für mich vorbildlich erkennen kann. Einen Menschen als ganze Person zum Vorbild zu nehmen, fällt mir schwer, weil alle auch Schattenseiten und dunkle Ecken im Herzen haben – ganz gleich, womit sie im Leben geglänzt haben.
Wer dennoch auf der Suche nach protestantischen Vorbildern ist, dem empfehle ich den „Protestant-O-Mat“ auf der Homepage von evangelisch.de (evangelisch.de/protestantomat). Er funktioniert wie ein Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für Politische Bildung: Wer den „Protestant-O-Mat“ nutzt, dem werden 22 Fragen gestellt. Die dazu gehörenden Antwortmöglichkeiten können angeklickt werden und am Ende werden den Nutzer*innen drei evangelische Persönlichkeiten genannt, mit denen es eine größere Anzahl von Übereinstimmungen bei den gegebenen Antworten gibt. Das Charmante daran: Auf diese Weise wird deutlich, dass es eben nie alles ist, was ich mit einer der Glaubenszeug*innen teile. Der „Protestant-O-Mat“ arbeitet mit 15 Persönlichkeitsprofilen. Die üblichen Verdächtigen sind darunter (Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King), aber auch weniger bekannte Personen wie Charlotte Brontë und Aemilie Juliane Gräfin von Schwarzburg Rudolstadt.
Ich hatte übrigens neun Übereinstimmungen mit Elisabeth Schwarzhaupt, acht mit Dietrich Bonhoeffer und acht mit Dorothee Sölle. Eine Gesellschaft, in der ich mich ganz wohl fühle.
Zum „Protestant-O-Mat“ ist in der Reihe edition Chrismon ein Buch mit dem Titel: „Überzeugend evangelisch. Vorbilder fürs Leben“ von Frank Muchlinsky (Leipzig 2017) erschienen.