Sport: Abgrund oder Brücke zwischen Krieg und Frieden? (1)

von Peter Dabrock

 

Kennen Sie Anna Smirnova (re.) und Olha Charlan (li.)? Wenn nicht, letztere ist zweifache Olympiasiegerin, sechsmalige Weltmeisterin, achtmalige Europameisterin im Säbelfechten und hat im Einzel in Paris 2024 eine Bronzemedaille errungen – ein Star in der weltweiten Fechtszene. Warum frage ich nach den beiden? Smirnova und Charlan gerieten in den Blick der Weltöffentlichkeit während des Viertelfinales der Fecht-WM 2023 in Mailand. Dieses Turnier war das entscheidende Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Nach ihrem Sieg verweigerte der ukrainische Fechtstar Charlan ihrer russischen Gegnerin Smirnova – diese konnte unter neutraler Flagge am Turnier teilnehmen – den Handschlag. Dieser war in der Tradition des sich als besonders elegant und altehrwürdig verstehenden Fechtsports nach Turnierregelwerk für die Sportler*innen vorgeschrieben. Die Ukrainerin Charlan hatte bereits vor der WM angekündigt, dass sie gegen russische Gegnerinnen kämpfen werde, aber auf den verpflichtenden Handschlag verzichten wolle (sie wolle – in Anlehnung an die Klitschko-Brüder formuliert – „keine blutige Hand schütteln“). Smirnova akzeptierte ihrerseits nicht, dass ihre ukrainische Gegnerin ihr zumindest den Säbel zum Klingenkreuzen hinhielt: Das ist das übliche Begrüßungsritual vor einem Wettkampf. Vermutlich hatten sie und ihr Umfeld, durch die Ankündigung Charlans alarmiert, die mögliche Szenerie bereits durchgespielt. Jedenfalls verließ die Russin die Planche nicht, vermeintlich auf den Handschlag wartend. Nach etwa einer Dreiviertelstunde konnte sie von dem zuständigen Kampfrichter überredet werden, den Platz für die schon längst auf ihren Anschlusskampf wartenden Sportlerinnen freizumachen. Zu einem weltweiten Aufschrei führte die Entscheidung des Weltverbandes, Olha Charlan, und nicht, wie der unbedarfte Zuschauer vielleicht vermutet hätte: Smirnova, zu disqualifizieren, statt ihren deutlichen Sieg in diesem Duell zu bestätigen. Als Grund gab der Weltfechtverband FIE formal an, dass der Handschlag nach dem Kampf vorgeschrieben sei, Charlan durch ihre Verweigerung das Regelwerk gebrochen habe und daher nicht zur Siegerin hätte erklärt werden können.

Halten wir für unser Thema an dieser Stelle inne, weil am Ende die Sache für Charlan nicht so dramatisch ausging, wie es zunächst zu befürchten war. Ihre Olympiaqualifikation – Spoiler: Sie wurde in Paris Olympiasiegerin in der Mannschaftswertung und holte im Einzel die Bronzemedaille– wäre nicht nur durch eine paternalistische Intervention des damaligen IOC-Präsidenten Thomas Bach ermöglicht worden. Vielmehr hatte schon kurz nach der WM der Weltfechtverband die Disqualifikation aufgehoben und eine Regeländerung beschlossen, nach der die bis dato zum Wettkampf gehörende Verpflichtung zum Handschlag aufgehoben wurde. Das – durchaus mit schalem Beigeschmack – lesbare Ende der Geschichte lassen wir beiseite und fokussieren uns vielmehr auf diese emblematische, wenn nicht gar ikonische Situation. Sie verdeutlicht meines Erachtens wie in einem Brennglas die Ambivalenzen und Brüche meines Themas: „Sport – Brücke oder Abgrund zwischen Krieg und Frieden“. 

Die von den Organisator*innen des Sportethischen Fachtags der EKD 2025 auf den Flyer2  gedruckte Szene bringt auf bedrückende Weise im Bild Sport und Krieg – genauer: Kriegsfolgen – zusammen3.  Zugleich drückt die Szene der Umarmung der beiden ukrainischen Sportler eine der Kernthesen, die die Organisator*innen über diese Tagung gestellt haben, aus: Sport „stellt einen Raum bereit, in dem sich Athlet/innen jenseits aller zwischenstaatlichen Konflikte begegnen.“ Dass sich mit diesem Satz oft nur eine vage Hoffnung verbindet, formuliert die anschließende von ihnen geäußerte bange und skeptische Frage: „Doch kann der Sport seine Funktion, den kleinen Frieden zur Entfaltung zu bringen, auch in Kriegszeiten weiter erfüllen?“ 

Das ikonisch gewordene Bild der den Säbel zum distanzierten Abschiedsgruß (mit der Botschaft: „Ich habe gegen dich gekämpft, aber menschlich und politisch will ich mit dir nichts zu tun haben.“) haltenden Ukrainerin und der Russin, die ihren Handgruß nicht als Verbindungs-, sondern als Trennungsmarker verstand, verdeutlicht für mich auf verstörende Weise die höchst ambigue spannungsgeladene Rolle des Sports als Brücke UND Abgrund zwischen Krieg und Frieden. Anders als im ebenfalls bedrückenden, aber artifiziellen Tagungsflyer-Bild der beiden ukrainischen Fechter in ihrem von russischen Angriffstruppen zerstörten Trainingsgelände in Charkiw treffen in Mailand zwei Gegnerinnen aus verfeindeten Lagern aufeinander. Ende Juli 2023 hat der brutale Angriffskrieg zehntausende zivile und soldatische Opfer gefordert, Landstriche und weite Teile der Infrastruktur in der Ukraine zerstört. Beide Athletinnen sind, wie diverse Social-Media-Posts ihrerseits zeigen, offensichtlich in diesen verfeindeten Lagern fest verwurzelt: Welch Sprengladung (auch eine militärische Metapher) liegt also von vornherein über diesem Kampf. Die Russin darf an dieser Weltmeisterschaft zwar nicht als Russin, sondern nur „neutral“ als Einzelsportlerin teilnehmen, aber diese sportpolitische Demütigung scheinen sie und ihr Team noch zusätzlich motiviert zu haben, zur Eskalation der Situation beizutragen.

In vielen Kommentaren ist meines Erachtens zu Recht festgehalten worden, dass dieser Eklat noch der letzten Romantikerin, aber auch dem ersten Verschleierer, namentlich Thomas Bach, vor Augen gestellt hat: Sport, jedenfalls der weltverbandlich organisierte und ökonomisierte, ist niemals „nur“ Sport. Ist also nie einfach unpolitisch. Ein Scherbenhaufen – so wurde angemerkt – sei das Versprechen, die Spiele könnten als „fröhlich“ inszenierte durchgehen, wenn man sich auf das Techtelmechtel mit Autokraten und Diktatoren einlässt. Diese wirkten noch durch ihren Ausschluss hindurch in die Lebenswelt der Sportlerinnen ein. 

Die Szene macht aber nicht nur die vielfältigen Verflechtungen des großen Sports mit den unterschiedlichsten und vielfach einander entgegenlaufenden Erwartungen allgemeiner Politik, Sportpolitik, Wirtschaft und Medien deutlich, sondern zeigt auch, wer die primär hilflos unter diesen ungelösten Spannungen Leidenden sind – nämlich zwei Sportlerinnen, die zunächst einmal leidenschaftlich für ihren Sport brennen und vermutlich – wie bei Spitzensportler*innen üblich– nahezu alles ihrem Sport hintanstellen.4  Und nun grätscht die große Politik, die Weltpolitik, auf die Planche. Das Ganze hätte verhindert werden können, wenn – wie viele vor und nach diesem Ereignis, gerade in unserem medial vermittelten Kulturkreis gefordert haben– nicht nur Russland von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen worden wäre, sondern auch russischen Sportler*innen die Möglichkeit, bei Turnieren anzutreten, verweigert worden wäre. Aber ist das fair gegenüber den Einzelpersonen? Wir kennen diese intensiv wie extensiv, oft emotional aufgeladenen Debatten: Bin ich als Sportler*in im Sport auf meine Staatsbürgerschaft, hier: mein „Russisch“-Sein, reduzierbar? Warum soll in diesem Fall eine Kollektivhaftung gelten? Was müsste die Einzelperson tun, damit sie doch noch zu internationalen Wettkämpfen zugelassen werden könnte? Soll sie um politisches Asyl in einem anderen Land bitten? Soll sie sich formaliter im Land regimekritisch (mit welchen erwartbaren Konsequenzen) zeigen? Immerhin haben die Athlet*innen oft jahrelang auf den entscheidenden Wettkampf, vor allem gilt dies in den nicht mit Aufmerksamkeit und Geldern überschütteten Sportarten, sprich hier: auf Olympia hingearbeitet – ihre oft lebensgeschichtliche Silver Bullet?

Und dann wirkt sich nicht nur das schwer verknäulte Kompetenzwirrwarr im Weltsport auf diese beiden hilflosen und in ihren Ländern unter jeweils so unterschiedlichen Bedingungen sozialisierten und so – überraschungsfrei – keineswegs unschuldigen Sportler*innen aus, sondern auch die bis dato gültige Regel: „Der Handschlag gehört zum Sport intrinsisch dazu“. Hätte man sie nicht zur Vermeidung nicht schwer prognostizierbarer Konflikte vorher ändern können? Als das nicht geschehen war, hätten die Funktionäre nicht wenigstens Billigkeit (sprich: Einzelfallgerechtigkeit) walten lassen und auf die Anwendung der Regel verzichten können? So zu verfahren, ist nicht ganz so leicht, wie es die moralische Empfindung vielleicht fordert. Ethisch stellt sich nämlich dann die schwierig zu beantwortende Frage: Wann muss im Sport als einem autonomen System, zumindest als einer autopoietischen Lebensform, eine Regel außer Kraft gesetzt werden, weil sie unmenschlich, sprich: unpraktizierbar wird, und noch schärfer gefordert: sogar ihre Anwendung retrospektiv gecancelt werden? Ergo: Wann gibt es den Radbruch-Formel-Effekt im Sport? (Nach dem großen deutschen Rechtsgelehrten Gustav Radbruch [1878–1949] gilt die Richtschnur: Grundsätzlich ist den Normforderungen des positiven Rechts zu folgen, es sei denn, diese widersprächen der Gerechtigkeit „in unerträglicher Weise“. Intuitiv denkt man, dass mit dieser Formel ein Ausweg aus der verfahrenen Situation gefunden sei. Aber es bleiben drei schwer entzifferbare Unklarheiten: Was ist Gerechtigkeit? Was meint „unerträgliche Weise“? Und woran darf sich der Widerspruch zeigen?) Auf den Kasus bezogen: Stellt die Verpflichtung, der Gegnerin die Hand reichen zu müssen, obwohl sie aus dem Land stammt, das das eigene vernichten will, eine solche unerträgliche Verletzung der Gerechtigkeit im Radbruch’schen Sinne dar? Und sportrechtsethisch formuliert: War deshalb eine nachträgliche Aufhebung der Shakehand-Regel und der darauf beruhenden Disqualifikation gerechtfertigt?

Als alternativer Ausweg werden manch Frommen die jesuanischen Worte von der Feindesliebe (Mt 5,43-48) und dem übermäßigen Verzeihen (Mt 18,21-22) in den Sinn kommen. Aber bevor wir der Versuchung erliegen, sie in hochmoralischer Traditionslinie zu funktionalisieren (in der hochmoralischen Rede zeigt ein*e Sprecher*in meist von sich auf andere, ohne das Diktum des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann zu bedenken, dass dabei drei Finger auf eine*n selbst zurückzeigen), sollten wir fairerweise erst einmal einige Schritte zurücktreten, und dekonstruktiv fragen, welches friedensstiftende Potential, aber auch welches gewalt-, ja kriegsförderliche Risiko dem Sport innewohnt. Offensichtlich – so zeigt der Fall Charlan/Smirnova – lässt sich seine Wirkung nicht einfach der einen oder anderen Seite zuschreiben. Nur wenn wir die Ambivalenz bereit sind auszuhalten, können moralisch orientierende Worte überhaupt Gehör finden. Anders formuliert: Ich möchte zuerst „moralische Luft“ aus der Deutung der Gemengelage „Sport zwischen Krieg und Frieden“ herauslassen, übereilige Hoffnungen dekonstruieren und erst dann, weil eben auch gilt: „Man kann nicht nicht moralisch sein“, bescheiden schauen, welche Hoffnungspflänzchen noch nicht gänzlich verdorrt sind, sondern Blüten treiben könnten für unsere schwierig zu verstehende Konstellation. Um dieses bescheidene, aber doch nicht gänzlich orientierungsfreie Ziel zu erreichen, werde ich erst einen Blick auf die Sporthistorie werfen, um diese kurze Darstellung dann mit sozialwissenschaftlichen, konkret sozialpsychologischen, kultur- und systemtheoretischen Metaüberlegungen zu reflektieren, bevor ich zu den erwähnten (theologisch-)ethischen Schlussfolgerungen komme. 


Ambivalenzen der Sportgeschichte

Im Kontext des Charlan/Smirnova-Eklats hatten zahlreiche Kommentierende die Schlussfolgerung gezogen, dass sich wieder einmal gezeigt habe: Der Wunsch, Sport könne dort Brücken bauen, wo sonst nur politische Abgründe klafften, sei ein bloß frommer oder gar eine narkotisierende Täuschung. Anders gewendet bedeutet dies: Jede vorschnelle Erwartung ausgerechnet an Individuen, sei es im Breiten- oder Spitzensport, die Weiche von Krieg und Gewalt auf Frieden – und sei es durch Gewalt kanalisierende Wettbewerbe – umstellen zu können, sei hoffnungslos überfordernd. Natürlich könnten Sportprojekte, wenn sie richtig angeleitet würden, Werte des Sports (Teamgeist, Regelbefolgung, Kanalisierung von Gewalt durch fairen Wettbewerb, Respekt etc.) über Gruppengrenzen hinweg friedensförderlich wirken. Beispiele gibt es weltweit: Fußballschulen, in denen israelische und palästinensische Kinder gemeinsam kicken; Cricket-Workshops für Hindus und Muslime in Indien; Basketball-Camps, die Jugendliche aus verfeindeten Stämmen in Kenia zusammenbringen. In solchen Settings hilft Sport nicht nur dabei, gemeinsame Regeln und Fairness erlebbar zu machen, sondern damit auch Vertrauensbildung zwischen vormals verfeindeten Menschen oder Menschengruppen zu begünstigen.

Alles richtig. Dennoch: Erwartet oder – noch schlimmer – propagiert man, dass der Sport dauerhaft und tiefgreifend friedensförderlich sei, übersieht man historische, sozialpsychologische, kulturelle sowie damit konvergierende theologisch-anthropologische Einsichten, die einen gegenüber schneller Zustimmung zu dieser optimistischen These skeptisch sein lassen sollten. 
Daher möchte ich zunächst in einer Art Parforce-Ritt durch historische Situationen daran erinnern, wo und wie der Sport sowohl friedensfördernd als auch gewalt- und kriegsstimulierend wirken konnte oder dafür jeweils funktionalisiert wurde. 

Schon der legendäre Beginn dessen, was wir heute „sportliche Aktivität“ nennen, die antiken Olympischen Spiele, steht offiziell unter dem Zeichen des Friedens. Bekanntermaßen sollte während der Spiele ein Waffenstillstand zwischen ansonsten verfeindeten Stadtstaaten herrschen. Im Spätmittelalter kam den Ritterturnieren u.a. die Funktion eines „Kriegs ohne Kriegserklärung“ zu. Weil lebensförmliche Motive damaliger Eliten, nämlich Ehre und Ruhm, in (feudaler) Hierarchie regelgebunden und gewaltbegrenzt praktiziert und so die Morbiditäts- und Mortalitätsrisiken, gerade für die Oberschicht gesenkt werden sollte, wurden Ritterturniere eingeführt. In Weihnachtspredigten wird immer wieder gerne die „Legende“ vom Weihnachtsfrieden 1914 verwendet, als zwischen den Frontlinien angeblich Soldaten fraternisierend Fußball spielten und kurzfristig den Krieg vergessen ließen. Erinnert sei auch an die Ping-Pong-Diplomatie 1971, als die Wettkämpfe zwischen amerikanischen und chinesischen Tischtennisspielern genutzt wurden, einen durchaus wichtigen Beitrag zum Ende der politischen Eiszeit zwischen den beiden Mächten (damals galt nur eine von beiden als Weltmacht) leisten konnten. Ähnliches geschah bei den Cricket-Dialogen zwischen Indien und Pakistan seit den 1970er-Jahren, die die Gelegenheiten von Länderspielen in der in beiden Ländern so beliebten Sportart nutzten, um politische Dialoge trotz der konfliktuösen Geschichte der Nachbarländer immer wieder neu zu starten und dann möglichst lang aufrechtzuerhalten. Auch der Einmarsch von Nord- und Südkorea bei den Olympischen Spielen 2000 unter gemeinsamer Flagge oder gar die Aufstellung eines gemeinsamen Fraueneishockeyteams bei den Olympischen Spielen 2018 dürfte friedensförderlich gewirkt haben. In französischen Zeitungen wird behauptet, dass der Appell Didier Drogbas wesentlich dazu beigetragen habe, 2005 den Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste beendet zu haben. Selbst wenn diese Geschichten alternativ gedeutet werden könnten, demonstrieren sie doch auch, dass Sport einen Beitrag leisten kann, Frieden (oder zumindest Unterbrechung von blutigen Konflikten) zu fördern. 

Zugleich wird man nicht übersehen können, dass es zu diesen kontingenten, wenn auch gern gehörten Stories genug Gegengeschichten gibt. Denn Sport fungierte immer auch als Katalysator für Gewaltausbrüche: Am schauerlichsten kommt einem der Fußballkrieg 1969 zwischen Honduras und El Salvador in den Sinn, bei dem ein aufgeheiztes WM-Qualifikationsspiel als Anlass, sicher nicht Grund – Hintergrund sind komplexe Spannungen und Konflikte um Landbesitz und Migration – für eine anschließende kriegerische Auseinandersetzung diente. Die bittere Bilanz dieses anlässlich des Fußballspiels zwischen den Nationalmannschaften der beteiligten Nationen war: 2.000 Tote und über 6.000 Verletzte – unfassbar. 

Abgesehen von diesem fast singulären Ereignis eines sportinduzierten Krieges zeigt sich, wie Sport nahezu kontinuierlich und intensiv in der modernen Sportbewegung konflikt- und auch kriegsvorbereitend von politischen Akteuren in Dienst genommen wurde – meistens durch deren propagandistische Aufladung dem Zweck dienend, sich selbst nach außen strahlend, mächtig, harmonisch geeint zu präsentieren respektive zu inszenieren und nach innen Sozialkohäsion zu stärken. Beides kann und soll kriegsertüchtigend wirken. Man denke an das eklatante Beispiel der Olympischen Spiele 1936, bei denen die Nazis die Welt über ihre eigentlichen strategischen Ziele täuschen wollten, oder an die Spiele von Sotschi 2014, nach deren Ende unmittelbar der Angriff auf die Krim erfolgte. Überflüssig zu erwähnen, dass während des Kalten Krieges immer wieder die vermeintliche Überlegenheit des jeweiligen Machtblocks – oft mit manipulativen, die Gesundheit der Sportler*innen aufs Spiel setzenden Regelbrüchen wie vor allem Doping – demonstriert werden sollte. Oder denken Sie an die Sportboykotte als Mittel der Politik: Der bekannteste war der der Olympischen Spiele 1980 in Moskau aus Protest gegen die Invasion der UdSSR in Afghanistan (und in tit-for-tat-Logik die Antwort des Boykotts der Spiele in Los Angeles durch die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten). 

Allein diese Schlaglichter auf die Geschichte belegen die Botschaft: Sport, vor allem Spitzensport, kann zu beiden Seiten funktionalisiert werden. Während gerade der Breitensport unter dem Dach des ernsten Spiels, der Anerkennung für alle gültiger Regeln, von Fairplay, niedrigschwelligem Kennenlernen des (vermeintlichen) Gegners oder „Feindes“ auf anderem Terrain, dem Eingeständnis, dass er oder sie etwas gut oder besser kann, der Kanalisierung von anthropotypischer Gewaltbereitschaft Gemeinschaft stiften kann, ist vor allem der unter Nationalflaggen organisierte Spitzensport höchst anfällig für seine funktionale Ambivalenz in beide Richtungen! In dieser nutzbaren wie gefährlichen Ambiguität liegt die eigentliche ethische Herausforderung des Verständnisses von Sport in Zeiten des Krieges.


Ambivalenzen des Sports in sozial- und kulturwissenschaftlichen Metabeobachtungen

Damit komme ich zur sozialwissenschaftlichen, sozialpsychologischen, kultur- und systemtheoretischen Metadeutung des historischen Befundes, die zur theologisch-ethischen Perspektivierung führt. In sozialpsychologischer Hinsicht steht hinter den katalytischen, intensivierenden wie entlastend-inklusiven Dimensionen der historisch skizzierten Ambivalenz zumindest eine Herausforderung, der sich weder einzelne Menschen noch ganze Gemeinschaften entziehen können: die Frage nach Identität. Identitätskonstruktion verbindet sich – gerade auf kollektiver Ebene – mit Wir-Erfahrungen, die zunächst mit Gemeinschaft, Verbindung, Zielorientierung und Ehrgeiz zur Zielerreichung konnotiert werden. 

Sportidole werden zu Helden, deren Tod eine Staatstrauer auslösen kann (nach Maradonas Tod 2020 in Argentinien wurden drei Tage Staatstrauer anberaumt); sportliche Siege werden zu Gründungsmythen („Wunder von Bern“) stilisiert. Offensichtlich entfacht der Sport nach innen (wie auch nach außen; man denke an die Änderung der Wahrnehmung Deutschlands im Ausland anlässlich der Fröhlichkeit im „Sommermärchen“ 2006) sozialkohäsive Kräfte. Selbiges gilt für die schon erwähnten Sporttugenden wie Leistungsbereitschaft, Fairplay, Respekt vor dem Gegner oder der Gegnerin, die sich als Grundlage für die Achtung von Vielfalt und Toleranz gegenüber Anderen erweisen kann. 

Was nach innen für Bindungskraft sorgt, wirkt sich nach außen leider oft als Aus- und Abgrenzung aus. Der Wir-Inklusion korreliert oft eine Ihr-Exklusion. Ich wage die Hypothese: Je unsouveräner eine Identitätskonstruktion daherkommt, wenn sie nicht sogar eine Identitätsfiktion darstellt, desto intensiver wird sie zugleich als andere ausschließend inszeniert. Ein Beispiel diesseits der Kriegsthematik: Die Dortmunder Fans leben inzwischen in einer erfolgsverwöhnten Welt jenseits des klassischen Revierderbys. Dieses eine Spiel führt zu deutlich weniger Emotionswallungen als in früheren Zeiten. Anders bei den Schalkern. Für sie, weniger erfolgsverwöhnt, ist es die Fußballschlacht des Jahres, für viele Dortmunder ein wichtiges, aber eben nicht mehr das wichtigste Spiel des Jahres. Die Qualifikation für die Champions League wurde wichtiger.

Blickt man mit kulturtheoretischer Brille auf das Konnotationsfeld von sportlichen Wettkämpfen, fällt auf, dass die Metaphorik arg konflikt-, gewalt- und kriegskontaminiert ist oder oft war. Um nur an diverse Ballsportarten zu erinnern: Da ist von ‚Offensiven‘ und ‚Defensiven‘, von ‚Abwehrschlachten‘, ‚Sturmangriffen‘, ‚Torschüssen‘ oder ‚Bombenschüssen‘ die Rede; man kämpft um den Sieg, alle Teams haben Schlachtenbummler. 

Die Verwendung solcher Bilder macht Intensität, Bedeutung und Dramatik eines jeweiligen Spiels für Teilnehmende und Zuschauende emotional greifbar. Zugleich überträgt sie unbewusst eine Haltung, als stünde beim Sport ähnlich Existenzielles auf dem Spiel wie im Krieg. Permanente Kriegsrhetorik hält die Vorstellung aufrecht, dass Sport eben doch eine Domäne ist, wo tatsächlich Kampf das zentrale Element sei. Wo Gewalt kanalisiert werden soll, liegt der Rückfall in das Muster der Gewalt nahe. Im Bild gesprochen: Wo Feuer gebannt werden soll, wird mit Feuer hantiert und kann rasch ein Brand entfacht werden. Das ist das Risiko auch des Versuchs der Gewaltbannung. Wie eine Rückversicherung für die Versicherung „Sport als Gewaltbannung“ aussehen kann, möchte ich gleich im ethischen Abschnitt andeuten. Es sollte allen, die so argumentieren, bewusst sein, dass entsprechende Kipppunkte ins Gegenteil nicht gebannt sind, wenn man mit homöopathischer Methodik Gewalt im und um den Sport kanalisieren will.

Vor den abschließenden ethischen Perspektiven bedürfen die kurzen sozialwissenschaftlichen Reflexionen jedoch noch einer systemtheoretischen Ergänzung. Ansonsten schiene mir der Ambivalenzbefund, der sich vor allem um teils inklusive, häufiger jedoch katalytisch exkludierende Identitätskonstruktionen und ihre kulturellen Muster (Heldenerzählung oder Gruppenmythologien) rankt, doch zu romantisch gestrickt. Systemtheorie blickt zwar auch auf semantische Legitimations- und Verschleierungsmuster, aber lenkt den Blick auch bis vordringlich auf gesellschaftliche Strukturen, also ordnend-lenkende materielle oder immaterielle Tiefengrammatiken. Ich erinnere nochmals an den anfänglichen Fall Olha Charlan/Anna Smirnova: Die sportliche Begegnung mit all ihrem Potenzial bricht unter der Last der anderen Funktionssysteme, die in das gesellschaftliche System Sport hineinragen, oft zusammen. Die Codierung des gesellschaftlichen Systems Sport: ‚Siegen / Nicht-Siegen‘ wird beständig hyper- oder zweitcodiert. In der „Realität der Massenmedien“ (Luhmann) (und auch der der so genannten sozialen Medien) sind solche Zweitcodierungen kompatibel. Wer im Sport die Codierung – und zwar den Positivwert – der Medien: ‚Aufmerksamkeit / Nicht-Aufmerksamkeit‘ bedienen kann, liegt nicht nur vorne, sondern sichert sich damit in der fast alle Lebensbereiche kolonialisierenden Codierung der Wirtschaft ‚Zahlen können / Nicht-zahlen-können‘ einen entscheidenden Vorteil. Auch wer in romantischer Fußballnostalgie den Satz: „Geld schießt Tore“ nicht gut findet, wird seinen empirischen Wahrheitswert kaum leugnen können (und noch der Satz: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, bestätigt, dass in der Regel es so ist, dass die Großen die Kleinen klein halten können). Die Hypercodierung des Sports durch den Code der Politik, nämlich ‚Macht / Nicht-Macht‘, holt alle semantischen, rein sozialpsychologischen oder kulturtheoretischen Überlegungen zu nur spielerisch-konkurrenzieller Wir /Ihr-Differenz auf den harten Boden der Wirklichkeit von Machtinteressen. Alle Hoffnung, die „wir“ auf das Frieden stiftende Potential des Sports setzen, muss sich vor allem im Spitzensport dieser immer drohenden Funktionalisierung stellen. So schnöde, so böse kann der Sport funktionalisiert werden – bis in die kriegstreibenden Möglichkeiten hinein. Und es kann einem übel werden, wenn man die schmierigen Männerfreundschaften zwischen den Infantinos und Bachs dieser Welt mit den Putins, Trumps, Xis und bin Salmans dieser Welt sieht. Die an der Historie abgelesenen sozialpsychologischen und kulturtheoretischen Ausführungen bilden also eine Art Überbau zu dieser politökonomischen Vermachtung gesellschaftlichen Lebens, die oft toxisch gebraucht wird; gegenwärtig schlägt das ambiguitätsverwaltende Pendel im Sport, genauer: der Sportpolitik, offensichtlich wieder in Richtung von Konkurrenz, Exklusion, Aggression, Gewalt aus und scheint symmetrische Kooperation, Inklusion, Respekt und Gemeinsinn (allen sedativen Respekt-Kampagnen zum Trotz) vergessen lassen zu wollen: Also Sport, jedenfalls Spitzensport, ist (mal wieder) mehr Abgrund als Brücke zum Frieden. 


Theologisch-ethische Perspektiven

Der lutherische Theologe in mir mag diesem Befund: „Das wird nichts mit der Hoffnung, dass der Sport eine stabile Brücke über den Abgrund von Hass in Zeiten des Krieges schlagen könne“ zustimmen. Spricht doch die nüchterne evangelische Anthropologie vom Menschen als einem notorisch sich verfehlenden, jedenfalls endgültig sich nicht aus sich selbst perfektionierenden Lebewesen: homo totus peccator in re – ich kann dem etwas abgewinnen, wenn man diese Aussagen als notorisch-kritische gegenüber allem gut gemeinten „Yes, we can“-Optimismus begreift. Es geht nicht darum, Partycrasher gegenüber gut gemeinten Initiativen zu sein, aber einen eschatologischen Vorbehalt gegenüber einem „Hier wird alles gut“ zu wahren. Eben darin kann ein Antidot gegen im Sport drohende toxische Funktionalisierungen bestehen. 

Den alten Adam solle man täglich – und zwar bis zum letzten Tag – neu ersäufen, mahnt in drastischen Worten Martin Luther im Großen Katechismus – und lässt uns gewahr werden: Nie hat man endgültig den Glauben als Sicherheitsventil oder Lebensformstabilisator. Bleibt wachsam! Ähnliches wird man auch vom Sport sagen müssen: „Schneller, höher, weiter“ ist keine Garantie, dass aus dem Übungsimperativ „Du musst Dein Leben ändern!“ (Peter Sloterdijk) eine klare Gewissheit entsteht, und dann noch für andere Bereiche des Lebens über den Sport hinaus. Soweit mein Anti-Coaching-Rat! 

So sehr Sport aus christlicher Sicht Vorvorletztes ist, haben die zurückliegenden Einblicke auch seine religionsanaloge Struktur offengelegt. Mir fällt ein alter Fansong aus dem Borussia-Dortmund-Kosmos ein. Da heißt es in einer Liedzeile: „Du verkörperst die Region, für manche sogar Religion.“ Diese Analogie zur Religion unterstreicht den ambivalenten Charakter und die katalytische Wirkung des Sports – sowohl in konstruktiv-förderlicher als auch in destruktiv-toxischer Hinsicht. Wenn, und für mich gilt, weil ich mein Verständnis der christlichen Religion nicht in religionswissenschaftlichen Außenbeschreibungen aufgehen lasse, sondern auch auf Inhalt und Lebensform der christlichen Botschaft zu achten suche, will ich als theologischer Ethiker festhalten: Angesichts von Sport als möglicher Brücke wie möglichem Abgrund zwischen Krieg und Frieden spricht der christliche Glaube, und ich persönlich tue dies aus der Perspektive der evangelischen Tradition heraus, in diese andere Lebensform Sport hinein von einem Vertrauen auf Gott, von dem wir glauben, dass er den/die Menschen so sehr liebt, dass er selbst sich sogar auf die Seite von Leid und Tod gestellt hat, damit die dunkle Seite des Lebens nicht die letzte Wirklichkeit sei. In der Klammer seiner letzten Wirklichkeit können die Erfahrung der Ambivalenzen des Sports nicht geleugnet werden, sprich: Menschen werden und sollen höchste Glücks- und Gemeinschaftserfahrungen im Sport machen, Brücken zu Anderen, Fremden, Gegnern, vermeintlichen Feinden bauen können, aber genauso fürchterliche Abstürze und Gewalterfahrungen erleben. Im Innewerden solch intensiven Lebens, bei allen Differenzen, bei allem legitimen Ehrgeiz, Konkurrenz und Siegeswillen sowie symbiotischen Wir-Erlebnissen besteht das tröstliche wie ermahnende Potenzial von Glaube, von Religion darin, dass sie unterbrechen und auf eine andere Wirklichkeit hinweisen. So mag aufscheinen, dass es mehr gibt als den Sport, dass angesichts dessen, dass in allem, was der Sport bewirkt, konstruktiv wie toxisch, Neuanfänge möglich sind, dass Unsicherheit im Vorletzten dann einen Gewinn darstellt, wenn die Hoffnung auf ein Fallen-Lassen-Dürfen im Letzten besteht und dass aus all dem im Vor- und Vorvorletzten Tugenden wie Fairness, Respekt, Inklusion erwachsen können, auch weil gewahr werden kann, dass es beim „Höher, schneller, weiter“ nicht um die eigene Selbstvervollkommnung gehen muss. Vollkommenheit – so die evangelische Botschaft – steht nicht nur aus, sie wird jedem und jeder Einzelnen geschenkt. Sie ist – und für den Sport ist das überaus ungewöhnlich – aus Gnade, gratis. 

Das Gesagte bliebe fromme Rede, wenn es den Eindruck erweckte: Hier, mit dem Glauben, mit der Hoffnung im Glauben böte sich nun der Schlüssel für all die gerade besprochenen Probleme. So ist es aber nicht. Das Gesagte, das Geglaubte, das Erhoffte bleibt Stückwerk (vgl. 1 Kor 15,9) und Stöhnen (vgl. Röm 8,22). Gegenwärtig ist es nur getragen von der fast verzweifelten Ansage: Ja, was denn sonst? Sollen wir etwa die Köpfe in den Sand stecken? Besser die Glaubensimagination: „… weil das, was ist, nicht alles ist“ (Theodor W. Adorno) und zwar mit gutem Grund im protestantisch-formatierten Sinne: Das Letzte tröstet und ermutigt zum erneuernd-versöhnlichen Handeln im Vorletzten. Sehnsuchtsvoll-trotziges Hoffen ist allemal besser, „als den Mördern den Triumph zu gönnen …“ (Max Horkheimer).

Lassen Sie mich aus diesem Geiste einer „hope without optimism“ (Terry Eagleton) in zehn Thesen ein Fazit ziehen und einen Ausblick bieten:

  • Allen leichtfertigen Hoffnungsversprechen auf die friedensstiftende Kraft des Sports ist zu widersprechen. 
  • Umgekehrt heißt das: Es muss – leider – immer wieder mit Einbrüchen menschlicher Gewalt, Hinterlist und Bosheit gerechnet werden.
  • Aber auch kulturpessimistischen Abgesängen ist nicht das Wort zu reden: Sport bietet – gerade im Breitensport – durch seine endorphinfreisetzende Leiberfahrung sowie seinen ernst-spielerisch erlebbaren Leistungs- und Kompetitionscharakter die Möglichkeit, im Vorvorletzten einzuüben, was im Vorletzten relevant werden kann.
  • Sport ist eine der wenigen Möglichkeiten, mit dem Leitbild „Weltverbesserung durch Menschenverbesserung“ ernst zu machen und stellt deshalb einen Mut machenden Ansatz im Vorvorletzten dar, angesichts der Weltlage Mut und Hoffnung zu behalten.
  • Über dieses Potenzial darf und soll man sich freuen – und es Schritt für Schritt befördern (ohne These 1 und 2 zu vergessen). Also: üben, üben, üben – auch den Umgang mit dem alten Adam!
  • Realistisch bleiben: Je mehr Politik und intermediäre Kopplungen zu anderen gesellschaftlichen Systemen wie der Wirtschaft und den Medien sichtbar werden, desto mehr Einfallstore öffnen sich dafür, dass Hoffnungen auf den Sport enttäuscht werden.
  • Bei zunehmender Mehrfachcodierung des Sports sollte man nicht mehr naiv optimistisch sein – aber auch nicht alle Hoffnung fahren lassen (vgl. Dante Alighieri).
  • Auf die Versprechungen der Thomas Bachs und erst recht der Saudis dieser Welt sollte man nicht setzen.
  • Zugleich darf man festhalten: Olha Charlan hat etwas bewegt – für sich, für ihr Land, für den Fechtsport, die Binnenkultur der Olympischen Bewegung – und vielleicht sogar darüber hinaus.
  • Wir dürfen Hoffnungspflänzchen kultivieren. Wenn Menschen im Sport verinnerlichen (sollten), dass es nicht um das Letzte geht, dann könnten sie darauf setzen, dass Menschen, die Hoffnung auf das Letzte haben, darin eine Kraftquelle sehen – und aus ihr schöpfend den Sport eher zur Brücke des Friedens als zum Abgrund des Krieges werden lassen. In diesem Sinne: Glück auf.

Anmerkungen

  1. Dieser hier gekürzt dargebotene Beitrag wurde ursprünglich für einen sportethischen Fachtag der EKD verfasst. Zum Original siehe epd-Dokumentation 42/2025, 5-12.
  2. https://kurzlinks.de/uu19 (20.01.2026).
  3. S. u. 19, Abb. „Fechter beim Training in der zerstörten Unifecht-Halle in Charkiw.” Das unter anderem mit dem „World Sports Photography Awards” 2023 ausgezeichnete Foto des ukrainischen Fotografen Mykola Sinelnikov ist Teil einer Serie „Stop the War” über zerstörte Sportstätten, Schulen und Schwimmbäder, in denen ukrainische Athleten trainierten. Mit der Serie rief Sinelnikov zur Unterstützung ukrainischer Athleten auf und warb für einen Olympia-Boykott Russlands 2024 in Paris.
  4. Ich danke Bernd Brückmann für den in der Diskussion angebrachten klugen Kommentar, dass nicht nur die beiden Sportlerinnen zu den Verliererinnen der Situation gehörten, sondern auch der Kampfrichter, der zwischen die Stühle geraten war, in der Situation deeskalieren zu wollen und sich an das unflexible Regelwerk halten zu müssen.