Neue Wege für den Religionsunterricht an der Grundschule

07. Juli 2026

Vielfalt gemeinsam gestalten

Rund 40 Fachkonferenzleitungen für Religion an Grundschulen aus ganz Niedersachsen kamen Anfang Juni im RPI) Loccum zusammen. Unter dem Titel „Viel Neues, viele Perspektiven, Vielfalt – zu viel?“ beschäftigte sich die Loccumer Fachtagung Religionsunterricht heute mit den Herausforderungen und Chancen des neuen christlichen Religionsunterrichts. Geleitet wurde die Fortbildung von der Dozentin für Grundschule Kreske van Wezel. Im Mittelpunkt standen die neuen Kompetenzbereiche des Kerncurriculums und die Frage, wie sie gemeinsam gestaltet und mit Leben gefüllt werden können.

Austausch, der weiterbringt
Die Tagung bot vor allem eines: Zeit für den Austausch. Nach einem ersten Kennenlernen entwickelte sich schnell eine offene und wertschätzende Arbeitsatmosphäre. Erfahrungen wurden geteilt, Fragen diskutiert und neue Ideen gemeinsam weitergedacht. Genau dieser kollegiale Austausch wurde von vielen Teilnehmenden als besonders bereichernd erlebt.

Vielfalt nicht nur besprechen, sondern erleben
Nach einem theoretischen Einstieg wurde es praktisch. An vier Stationen konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Zugänge zum Thema Vielfalt kennenlernen und direkt ausprobieren.

Wimmelbilder luden dazu ein, religiöse Vielfalt zu entdecken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Anschließend stand eine vielfaltssensible Kinderbibel im Mittelpunkt, die neue Impulse für den Unterricht gab. Digitale Materialien der Plattform religion-entdecken.de wurden selbst getestet und ausprobiert. Außerdem richtete sich der Blick auf das Umfeld der eigenen Schule: Wo begegnet Vielfalt im Alltag und wie kann sie im Religionsunterricht aufgegriffen werden?

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Bücher-Speeddating. Jede Lehrkraft stellte ein Buch vor, das sie für den Religionsunterricht empfiehlt. So entstand eine reichhaltige Sammlung neuer Literaturtipps und Unterrichtsideen.

Vom Kerncurriculum in die Unterrichtspraxis
Am zweiten Tag arbeiteten die Teilnehmenden intensiv mit dem neuen Kerncurriculum und den Kompetenzbereichen. Gemeinsam entstanden erste Unterrichtseinheiten und Arbeitspläne, die sich direkt in den Schulalltag übertragen lassen.

Neue Perspektiven statt Berührungsängste
Viele Teilnehmende starteten mit Respekt vor den Veränderungen. Nach zwei intensiven Tagen fiel das Fazit jedoch eindeutig aus: Die Unsicherheit war deutlich kleiner geworden, das Interesse und die Offenheit dafür umso größer.

Eine Teilnehmerin brachte ihre Eindrücke treffend auf den Punkt:
„Mensch, da finde ich meine Schülerinnen und Schüler wieder.“
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Ein gelungener Auftakt
Die Tagung machte deutlich, wie wichtig gemeinsames Lernen und der Austausch unterschiedlicher Perspektiven für die Weiterentwicklung des Religionsunterrichts sind. Wer miteinander ins Gespräch kommt, Materialien gemeinsam erprobt und Unterricht zusammen weiterdenkt, schafft beste Voraussetzungen für einen Religionsunterricht, der nah an der Lebenswelt der Kinder ist.

Foto: Kreske van Wezel, Text: Bianca Reineke