Neun neue Konfi-Pädagoginnen starten in die Praxis - mit Herz, Haltung und Handwerkszeug

04. Juli 2026

Langzeitfortbildung am RPI Loccum erfolgreich abgeschlossen

Neun Frauen, ein gemeinsames Ziel: Jugendliche auf ihrem Weg durch die Konfi-Zeit begleiten. Ende Juni haben die Absolventinnen der Langzeitfortbildung zur Konfi-Pädagogin am Religionspädagogischen Institut (RPI) Loccum ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Künftig übernehmen sie in ihren Kirchenkreisen eigenverantwortlich Konfi-Arbeit und leiten Konfi-Unterricht – insbesondere in Vakanz- und Vertretungssituationen.
Die Fortbildung, die im September 2025 begann, wurde von Dozent für Konfirmand*innen-Arbeit Karsten Damm-Wagenitz geleitet. Sie richtete sich gezielt an Menschen mit pädagogischer Qualifikation und kirchlicher Erfahrung. Aufgrund des großen Interesses war die Zahl der Plätze begrenzt und wurde über ein Auswahlverfahren vergeben.

Lernen für die Praxis
Wie viel Theologie braucht es? Welche Themen sind für die Arbeit mit Jugendlichen besonders wichtig? Und wie lässt sich all das so vermitteln, dass es in der Praxis trägt? Diese Fragen standen am Anfang der Konzeption der Fortbildung.
„Die große Herausforderung war zunächst, herauszufinden, was die Zielgruppe wirklich braucht“, sagt Karsten Damm-Wagenitz. „Uns war wichtig, theologisches Grundwissen und religionspädagogische Methoden eng mit der Praxis zu verbinden.“

Genau das zog sich durch die gesamte Ausbildung. Jede Teilnehmerin entwickelte eine eigene Unterrichtseinheit, setzte sie in ihrer Gemeinde um und erhielt dazu ausführliches Feedback. Begleitet wurden die Absolventinnen während der gesamten Zeit von Mentor*innen (Pastor*innen oder Diakon*innen), die den Unterricht hospitierten und gemeinsam reflektierten.

Zwischen den Präsenzphasen am RPI traf sich die Gruppe regelmäßig digital, tauschte Materialien aus und entwickelte Ideen gemeinsam weiter.

Eine Gemeinschaft, die trägt
Aus neun Frauen wurde innerhalb weniger Monate eine starke Lerngemeinschaft. Gegenseitige Unterstützung, Offenheit und der intensive Austausch prägten die Ausbildung von Beginn an. „Alle waren hoch motiviert, empathisch und mit großer Begeisterung dabei“, beschreibt Karsten Damm-Wagenitz die Gruppe.

Besonders die religionspädagogischen Methoden und die zahlreichen praktischen Einheiten begeisterten die Teilnehmerinnen. Neue Ideen konnten unmittelbar ausprobiert und anschließend gemeinsam ausgewertet werden. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig ein solides theologisches Fundament für die religionspädagogische Arbeit mit Jugendlichen ist.

Jugendliche ernst nehmen
Für Karsten Damm-Wagenitz ist neben dem fachlichen Wissen vor allem die Haltung entscheidend.
„Jugendliche dürfen nicht an den eigenen Erwartungen gemessen werden. Es geht darum, sich auf sie einzulassen, sie ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen Zugänge zu den Themen des Glaubens zu finden.“

Feierlicher Abschluss im Gottesdienst
Den Abschluss der Langzeitfortbildung bildete ein feierlicher Gottesdienst im RPI Loccum. Gemeinsam mit Oberkirchenrätin Isabell Schulz-Grave und Rektorin Prof. Dr. Silke Leonhard überreichte Karsten Damm-Wagenitz die Zertifikate an die Absolventinnen. Beim anschließenden Empfang wurden die Leistungen der Teilnehmerinnen und das Engagement des Leitungsteams gewürdigt.

Für die Absolventinnen war die Ausbildung weit mehr als eine fachliche Qualifizierung.
Wiebke Niebuhr sagt:
„Ich möchte Verantwortung für die Konfi-Zeit übernehmen und diese wichtige Zeit für Jugendliche gestalten. In der Fortbildung habe ich gelernt, wie wichtig Beziehungsarbeit ist.“

Auch Kerstin Groeneveld blickt begeistert auf die vergangenen Monate zurück:
„Während des gesamten Kurses habe ich gedacht: Genau hier bin ich richtig. Meine Haltung gegenüber Jugendlichen finde ich in dieser Ausbildung wieder. Ich nehme unglaublich viel mit – weit über Methoden und Wissen hinaus. Vor allem das Gefühl, mit anderen verbunden zu sein und künftig Ansprechpartner*innen zu haben.“

Für Stefanie Bunge war die Ausbildung leicht zu erklären – auch gegenüber Menschen ohne Bezug zur Kirche:
„Wenn ich Freund*innen erzählt habe, was ich mache, habe ich gesagt: Ich habe mich mit kirchlicher Jugendarbeit auseinandergesetzt! Und damit, Glaube gemeinsam zu entdecken, zu erleben und zusammen unglaublich vielfältig zu gestalten.“

Ein Modell mit Zukunft
Der erste Durchgang der Langzeitfortbildung hat gezeigt, wie groß der Bedarf an qualifizierten Konfi-Pädagog*innen ist. Für Karsten Damm-Wagenitz ist das zugleich ein Auftrag für die Zukunft:
„Ich wünsche mir eine Kirche, die unterschiedliche Formen der Mitarbeit fördert, Menschen ermutigt, Verantwortung zu übernehmen, und neue Wege ausprobiert“, so der Dozent und Pastor.
Die neun Absolventinnen nehmen nun nicht nur ein Zertifikat mit in ihre Gemeinden. Sie bringen Erfahrungen, Methoden, theologisches Wissen und vor allem eine Haltung mit, die Jugendliche in den Mittelpunkt stellt. Genau das macht die Stärke dieser besonderen Ausbildung aus.

Foto: Karsten Damm-Wagenitz, Text / Interviews: Bianca Reineke