Mit Schwung und Unterstützung - Religionslehrkräfte aus vielen Schulformen die Vokation

26. Mai 2026

Mit Dankbarkeit, „Schmackes“ und vielen neuen Ideen zurück in die Schulen

Vom 11. bis 13. Mai 2026 kamen 36 angehende Religionslehrkräfte zur Vokationstagung der Konföderation der Evangelischen Kirchen in Niedersachsen im Religionspädagogischen Institut Loccum zusammen. Unter der Leitung von Dozentin Kerstin Hochartz reisten die Teilnehmenden aus ganz unterschiedlichen Schulformen an. Vertreten waren Lehrkräfte aus Grundschulen, Haupt-, Real- und Oberschulen sowie Gesamtschulen und Gymnasien, um ihre Vokation zu erhalten. Diese kirchliche Bestätigung zur Erteilung von evangelischem Religionsunterricht verbindet die Lehrer*innen mit ihrer Kirche. Sie macht deutlich, dass Religionsunterricht weit mehr als reine Wissensvermittlung ist; er begleitet junge Menschen intensiv bei ihren Fragen nach Leben, Glauben und Orientierung.

Praxisnah, kreativ und lebendig

Die Tagung gestaltete sich praxisnah, kreativ und lebendig. Viele Teilnehmende zeigten sich inspiriert von der Kirchenraumpädagogik in der nächtlichen Klosterkirche zu Loccum. Robin Reiter von der IGS Garbsen, der Evangelische Religion und Sport unterrichtet, freute sich über die vielen konkreten Ideen für den Unterricht: „Wir haben mit Schleich- und Legofiguren gearbeitet und unglaublich viele praxisnahe Anregungen für unterschiedliche Altersstufen bekommen.“ Überhaupt wurde in diesen Tagen viel ausprobiert, diskutiert, gelernt und gelacht. Die Workshops am zweiten Tag boten vielfältige Themen wie Kirchenmusik, digitales Arbeiten und Schulseelsorge.

„Uns wird viel anvertraut“

Gerade das Thema Schulseelsorge bewegte viele der jungen Lehrkräfte nachhaltig. Johanna Gaudszuhn vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover mit dem Zweitfach Deutsch betonte: „Uns Religionslehrkräften wird oft viel anvertraut. Schüler*innen kommen mit Problemen zu uns. Deshalb war es wichtig zu erfahren, was Schulseelsorge eigentlich bedeutet.“ Die besondere Atmosphäre in Loccum machte die Gespräche auch zu schweren Themen leichter. Es wurde konzentriert und feierlich, aber zugleich herzlich und offen gearbeitet. Sogar ein Baby war mit angereist – liebevoll begleitet von seiner Großmutter.

Orientierung beim neuen Fach Christliche Religion

Großen Zuspruch erhielt auch die anschauliche Einführung von Kerstin Hochartz zum neuen Unterrichtsfach Christliche Religion, das ab August 2026 an den Grundschulen und im Sekundarbereich I startet. Viele Teilnehmende empfanden diese Einordnung als echte Hilfe. Dabei wurde deutlich, dass das neue Fach nicht plötzlich kommt, sondern das Ergebnis eines langen gemeinsamen Prozesses der evangelischen und katholischen Kirche ist.

Gottesdienst mit Gospel und „Schmackes“

Zum feierlichen Abschluss der dreitägigen Veranstaltung gestaltete die Bevollmächtigte der Konföderation, Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track, den Gottesdienst zur Verleihung der Vokationsurkunden. Passend zum Leitmotiv der „Dankbarkeit“ erklangen moderne Lieder und Gospels – „mit richtig Schmackes“, wie eine Teilnehmerin begeistert feststellte. Auch die Predigt von Frau Dr. Gäfgen-Track zu Jesaja 12,2–5 griff diesen Gedanken sehr eindrücklich auf. In einer meditativen Fingerübung wurden die Teilnehmenden eingeladen, sich bewusst zu machen, wofür sie persönlich dankbar sind – für Menschen, Erfahrungen, Kraftquellen und neue Wege im Leben und Beruf. 

Mit ihren Urkunden, vielen neuen Impulsen, zahlreichen Begegnungen und gestärkt für den Schulalltag kehrten die jungen Religionslehrkräfte schließlich zurück an ihre Schulen.

Text: Bianca Reineke, Öffentlichkeitsarbeit / Foto: Katja Hesterberg

Stichwort "Vokation"

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