In eigener Sache: Das war vieles!

von Silke Leonhard

 

Zum Ruhestand von Dr. Matthias Surall

Unterschiedliche berufliche Stationen haben sein Profil geprägt: Zeiten als persönlicher Referent westfälischer Präsides, im gemeindlichen Pfarrdienst, an kirchlichen Bildungsorten, vor allem am PI Villigst, in der evangelischen Akademie- und Familienbildungsarbeit, als Studierendenpfarrer der ESG; dann sieben Jahre in der Landeskirche Hannovers als Beauftragter für Kunst und Kultur im Haus kirchlicher Dienste. Vom 1.2.2023 bis zum 31.1.2026 war Matthias Surall bei uns als Dozent für Medienpädagogik und Kunst, Kirchenpädagogik und nicht zuletzt auch für die Redaktionsleitung des Loccumer Pelikan am RPI Loccum tätig – mit Fade out: Letztere hat er im Rahmen eines Gastdienstes auch nach seiner Pensionierung noch einige Monate lang übernommen.

„Er ist viele“, sagt Matthias Surall von Bob Dylan, und das gilt auch für ihn selbst: Mit seiner theologischen und kulturwissenschaftlichen Expertise, deren Fundamente in der Promotion zu Nick Cave „And God is Never Far Away“ und anderswo publiziert sind, hat er im RPI und auf dem gesamten Loccumer Campus Kunst – auch die von Outsidern –, Popmusikkultur und Theologie zu religionskulturellen Lebens-Mitteln verknüpft. 

Sein Blick für moderne Kunst und Theologie hat thematische Tagungen, Sommerwerkstätten und Ausstellungen Türen geöffnet für neue Farben, Formen, sichtbare Jazz-Musik und Kunst in Lost Places, in denen sich Endlichkeit und Unendlichkeit spiegeln. In der kirchenpädagogischen Arbeit hat Matthias Surall Netzwerke mit Beauftragten und Engagierten gepflegt und die Bandbreite sakraler Räume für schulisch Tätige erweitert. Seine Vorliebe für Nachkriegskirchbauten, sein Sinn für Friedhofskultur, wo Tod und Leben zusammenkommen, haben das RPI und die kirchenpädagogische Arbeit mit Lehrkräften bereichert. In etlichen weiteren Zusammenhängen mit der Ev. Akademie und dem Pastoralkolleg, mit der EKD und dem Deutschen Evangelische Kirchentag und darüber hinaus hat er ergiebig und mit Leidenschaft gewirkt.

Seine sorgfältige Redaktionsarbeit in stets gutem Stil mit viel Sprachgespür und eigener Note hat dem Loccumer Pelikan die nötige Flugsicherheit gegeben und seine thematische Breite erweitert.

Matthias Surall nimmt sein Knowhow, seine Perspektiven und sein Leben als Pensionär nun mit nach Köln. Und wir sind dankbar für einige Jahre Teilhabe an seinem klugen, anregenden und kreativen Denken, für seine hohe Kollegialität, Freundlichkeit und den Humor, mit denen er das Team und das Institut geprägt hat. In Erinnerung behalten wir seinen schwungvollen Gang, seine klugen Beiträge und Kommentierungen, den schlagfertigen Humor, seine hohe Kollegialität und Zuverlässigkeit – und auch den goldenen Engel, der bis vor kurzem im Fenster des Medienhauses gewacht hat.

Lieber Matthias, dir wünschen wir einen lebendigen und gesunden Ruhestand im Westen samt gutem Ankommen in Köln und neuen Perspektiven für Leben und Wirken – And that God is Never Far Away!