Loccumer Pelikan 2/2016

Themenheft: Heiliges Essen – Tägliches Brot

Landkarte Flüchtlingshilfe

Ein Projekt der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und der Diakonie

Ev. Religion studieren in Niedersachsen

Universitäten, Referendariat, FAQ

Landeswettbewerb

Preisträgerinnen und Preisträger

AKTUELL


 © LID (CC BY-SA 2.0)

Sich nähren wie ein Pelikan? Tierethische Überlegungen zur menschlichen Ernährung

Von Michael Rosenberger

  

Bereits im frühesten Christentum ist der Pelikan ein zentrales Symbol für die Lebenshingabe Christi. Der um 200 verfasste Physiologus beschreibt, wie sich der Pelikan mit dem Schnabel die eigene Brust öffnet und seine toten Jungen mit dem eigenen Blut wieder zum Leben erweckt. Vermutlich dürfte diese naturwissenschaftlich irrige Behauptung auf die Tatsache zurückgehen, dass sich beim Krauskopfpelikan während der Brutzeit das Gefieder im Bereich der Kehle rot färbt. In außerchristlichen Naturbeobachtungen der Antike ist gleichwohl nichts von dieser Legende zu finden. Sie scheint eine bewusst christliche Bildung zu sein, um eine Parallele zur Erlösung des Menschen durch Christus herzustellen, ist also vom Ursprung her soteriologischer Prägung.

Man kann die Legende aber auch schöpfungstheologisch als Symbol für unsere geschöpfliche Wirklichkeit lesen: Lebewesen ernähren einander. Insbesondere Tiere einschließlich des zweibeinigen Tiers homo sapiens können sich nicht anders als von anderen Lebewesen ernähren. Damit sie sich am Leben halten können, müssen andere Lebewesen für sie sterben. Angesichts dieser Tatsache könnte man jetzt dogmatisch die Theodizeefrage stellen: Wie kann ein Gott, der seine Schöpfung so konstruiert, gut sein?

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PRAXIS


 © stck.xchng

Mit Schülerinnen und Schülern der Sek II von der (Un-)Verfügbarkeit Gottes sprechen

Von  Kirsten Rabe

 

Mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II über die Gottesfrage zu sprechen, setzt voraus, dass sie sich einlassen auf etwas, das von dem einen als zu privat, von der anderen als Fremderfahrung, von einem dritten als ganz vertraut empfunden werden kann. Hinzu kommt, dass alles menschliche Reden von Gott (R. Bultmann) ein subjektives ist, das nur aus der Gott-Mensch-Beziehung heraus verstanden werden kann und will. Damit gibt sich der Unterrichtsgegenstand selbst letztlich in unterschiedlicher Hinsicht gleichermaßen verfügbar wie unverfügbar.

Die Gottesfrage im Religionsunterricht immer auch zugleich aus der Perspektive der Anthropologie zu stellen, liegt nicht nur theologisch auf der Hand, sondern ermöglicht didaktisch Chancen für den Unterricht. Jugendliche dieser Jahrgangsstufen stellen verstärkt die Frage nach der eigenen Identität und der persönlichen Lebensgeschichte. Sie machen Erfahrungen von Freiheit und Machbarkeit ebenso wie die von Begrenzung und Ohnmacht. Dabei kann die Frage nach Gott, nach seiner Gegenwart und Abwesenheit, Teil dieser persönlichen Erfahrungen sein.

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© Voedingscentrum (CC BY 2.0) 

Das Mittagessen an der Bodensee-Schule St. Martin in Friedrichshafen

Von Jutta Widmaier

 

Die Bodensee-Schule St. Martin gibt mit ihrem Gesamtkonzept Antworten auf Anforderungen unserer heutigen Zeit und unserer Gesellschaft. Unser Streben ist es, von der Einschulung bis zum Abitur ein Konzept aus einem Guss zu leben mit ca. 1.100 Schülerinnen und Schülern und ca. 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Der Marchtaler Plan, das Konzept unserer echten GANZ-TAGES-SCHULE; viele Mosaiksteine unseres täglichen Zusammenlebens mit den uns anvertrauten Jugendlichen und Kindern haben sich seit der Gründung 1971 bewährt und werden von Eltern, Betrieben, weiterführenden Schulen und Schülern wertgeschätzt. Der Mensch als soziales Wesen benötigt das Miteinander auch über Jahrgangsgrenzen hinweg. Wir sind uns dessen bewusst und organisieren Alltag mit seinen Erfahrungs- und Erprobungsmöglichkeiten entsprechend als Lebensraum für alle Beteiligten.

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 © matthias bechtle (CC BY 2.0)

Heimkommen. Essen mit EDEKA

von Kirsten Rabe

 

Im Dezember 2015 sorgte ein Weihnachtsclip mit zu dem Zeitpunkt bereits über 60 Millionen Klicks [1] nicht nur für absolute Rekorde auf Facebook und YouTube, sondern auch für eine hitzige Debatte über Geschmack oder Geschmacklosigkeit von Werbung. „Deutsche brauchen für Gefühle den Vorschlaghammer“ [2], „Mit #heimkommen hat EDEKA den Bogen überspannt“ [3]oder „Und die Leute machen auch noch mit“ [4] – Headlines dieser Art haben zahlreiche Kommentare zu diesem Werbespot überschrieben.
Der Spot „Heimkommen“ [5], den die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt für die Weihnachtskampagne der Lebensmittelkette EDEKA produziert hat, ist ein Beispiel für das so genannte virale Marketing. Das bedeutet, für die eigenen Werbefilme nicht mehr allein das Medium des Fernsehens, sondern parallel unterschiedliche Online-Plattformen zu nutzen. Die Macher setzen hier auf den bewährten „Teilen“- Reflex der Nutzer, so dass sich die Werbung virusähnlich verbreitet.

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REZENSION


   

Heike Lindner: Musik für den Religionsunterricht. Praxis- und kompetenzorientierte Entfaltungen, Göttingen 2014

 

Musik gehört in den Religionsunterricht! Heike Linder möchte dazu nicht nur Interesse wecken, sondern mit ihrem neuen Buch einen Steinbruch an unterrichtlich verwendbaren Möglichkeiten vorlegen: „Curriculare Anforderungen, Themen des Religionsunterrichts, Kompetenzfelder, didaktische Schlüssel und Methodentipps werden zusammen mit konkreten Lernaufgaben für die unterrichtliche Umsetzung zur Verfügung gestellt.“ (Seite 7) Heike Linder arbeitet damit ihre Dissertation aus dem Jahr 2003 (Musik im Religionsunterricht, Lit-Verlag, Münster/Hamburg/London zweite Auflage 2009) zu einem Praxisbuch um, indem sie die theoretischen und diskursiven Beiträge auf ein Minimum verkürzt und die praktischen Anregungen für einen kompetenzorientierten Religionsunterricht anpasst und vermehrt.

Heike Lindner ist Musikpädagogin und Professorin für Evangelische Theologie und ihre Didaktik an der Universität Köln. Sie macht mit diesem Buch deutlich, welche große Rolle Musik für und im Religionsunterricht übernehmen kann. Sie belegt erneut ihre These, dass durch die Arbeit mit Musik und an Musik im Religionsunterricht zentrale Kompetenzen gefördert und ausgebildet werden können, die Kindern und Jugendlichen ein Arbeiten an religiösen Themen und Fragestellungen sehr erleichtern.

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Bildnachweise Themenslider: Loccumer Pelikan (groß): © Rosel Eckstein / pixelio.de | Schulseelsorge: © stck.xchng | Podcast: © Philip Kromer (CC BY-SA) | Mit Kunst unterrichten: © Marco Görlich/ PIXELIO | Bibliothek, Online-Vorträge: © Dietmar Peter | Impulsbilder: © Dietmar Peter | Lernwerkstatt: © Beate Peters |
Reformationsjubiläum klein: © Olaf Schneider / PIXELIO | Passion und Ostern: © uschi dreiucker / PIXELIO | Bildungsforum: © Cha già José  (CC BY-SA-NC) | Erklärung: © Jon S (CC BY)| Vorträge: ©  Sascha Kohlmann (CC BY-SA) |  Konfessionelle Kooperation: © Tim Reckmann  / pixelio.de |  Konfessionelle Kooperation groß: © S. Hofschlaeger / pixelio.de |  Schulgottesdienste groß: © digital cat (CC BY)  | Studium für das Lehramt Evangelische Religion: © Universität Salzburg (CC BY) | Stellenanzeige: © Willi Heidelbach (CC BY) |Diakoniepraktika | Diakoniepraktika © Boudewijn Berends (CC BY)| Weihnachten © Groman123 (CC BY-SA) | Neuerscheinung: © Horia Varlan (CC BY)  | Gute Schule © Oliver Tacke (CC BY)  | Loccumer Pelikan - Essen und Trinken: © Tim Sackton (CC BY-SA 2.0)            
 

NEUERSCHEINUNG

     

Dietmar Peter (Hg.): Menschen auf der Flucht
112 Seiten / 60 Unterrichtsmaterialien
EURO 12,80 

Leseprobe

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