Loccumer Pelikan 4/2018

Krieg und Frieden

Jahresprogramm 2019

Tagungen und Fortbildungen für Schule und Gemeinde

Treffpunkt Kindergarten

17. bis 18. Januar 2019

Aktueller Podcast

"Der Widerspenstigen Zähmung“ – Wie lässt sich das Konfliktpotenzial von Religionen domestizieren?

AKTUELL


  

„Kirche des gerechten Friedens” werden: Ein Pilgerweg durch die Bibel

Von Martin Schindehütte

 

Ein Pilgerweg ist zum einen eine konkrete auch ganz körperliche Anstrengung auf einem Weg durch eine Landschaft mit konkreten Orten und Aufgaben. Ein Pilgerweg ist aber zugleich ein ganz persönliches, ein geistliches, ein spirituelles, ein theologisches, gerade darin auch ein politisches Ereignis. Dieser Innenseite will ich mich zuwenden.

Woran orientieren wir uns auf dem Weg zu einer „Kirche des gerechten Friedens”? An unserem Glauben! An der Quelle unseres Glaubens, an der Bibel. Ich will Sie daher einladen zu fünf Stationen auf einen „Pilgerweg durch die Bibel“. In der Bibel können wir erkennen, woraus wir leben und wofür wir Gott einfach nur danken können. Sie führt uns vor Augen, was wir als schreiendes Unrecht zu beklagen und öffentlich zu machen haben. Sie zeigt uns, wo Veränderung zum Frieden stattfindet und Gottes Güte uns zur Umkehr leitet.

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PRAXIS


vorher

Ärger um die Glocke.
Zum Umgang mit nationalsozialistischem Erbe – Ein Planspiel

Von Fabian Gartmann

 

Das Ende des Ersten Weltkrieges jährt sich im Jahr 2018 zum einhundertsten Mal. Die November-Pogrome liegen 80 Jahre zurück. Und vor mittlerweile 50 Jahren wollten die revoltierenden Studenten des zur Generation gewordenen Jahres 1968 den tausendjährigen Muff unter den Talaren der Autoritäten lüften und mit ihrem berühmt gewordenen Schlachtruf die bis dahin ungenügende Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen einfordern. Unterrichtende stellen manchmal scherzend fest, dass solche Ereignisse im Empfinden einiger Schülerinnen und Schüler ähnlich weit von deren Gegenwart entfernt sind wie die Punischen Kriege oder der Thesenanschlag Luthers.

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Detail eines Kirchenfensters des Haarlemer Künstlers Michel van Overbeeke in der Grote Kerk St. Bavo, Haarlem, Niederland. © Michel van Overbeeke

Frieden und „Verdraagsamkeit“
Eine Andacht über das Kirchenfenster in der Grote Kerk St. Bavo, Haarlem (Niederlande)

Von Silke Leonhard

 

Liebe Gemeinde,

hinter vielen der politischen Slogans verbergen sich Bilder von der Welt. America first! Yes, we can! Ja, wir schaffen das! Friede den Hütten, Krieg den Palästen! Manche Slogans, die auch dazu aufrufen, reißen Menschen mit. Und sie stoßen uns in politischer wie in religiöser Hinsicht auf die Frage, was sich hinter ihnen verbirgt: Was sind die Visionen, die uns leiten? Woran können wir glauben, welchen Weltsichten können wir vertrauen? Manche rufen zu Sieg gegenüber den anderen auf, sie verführen zu dem vermeintlichen Glauben, die Welt wäre heiler, wenn nur wir schneller, höher, weiter, klüger, erfolgreicher, wirtschaftlicher, ja besser sind.

Noch einmal: Was sind die Visionen, die uns leiten?

Die Bibel hat ein besonderes Verhältnis zu Visionen. Amos ist ein Prophet, der hinschaut. Kein Vorhersager, wie wir immer sagten, sondern ein Hervorsager. Als Prophet aus dem anderen Land sieht er manches Elend, was man selbstverständlich vielleicht übersieht – soziale Ungerechtigkeit, die Scheren zwischen Reich und Arm, die Unruhen und Kriege, die Machtstreitigkeiten. Gott lässt ihn schauen, so ist seine Berufung, Unheilsvisionen zu haben. Er sagt etliche Plagen voraus und den Untergang des Nordreiches. Das Fenster, durch das er schaut, ist das der Gerechtigkeit – und durch dieses Fenster hindurch sieht die Welt nicht heile aus.

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Foto: Pixabay

Der Luther-Koffer

Von Mathias Hülsmann

 

Man nehme einen schlichten Pappkarton, bestücke ihn mit den im Folgenden erläuterten Gegenständen, lasse die Teilnehmenden in einem Stuhlkreis Platz nehmen und stelle den Karton in die Mitte. Zur Auflockerung lege man auf den Karton ein Blatt mit dem Satz: „Am 31. Oktober 1617 nagelte Martin Luder seine 99 Prothesen an die Schlossküche zu Württemberg“ und der kleinen schriftlichen Aufforderung „Finde die Fehler!“

Dann stelle man im freien Gespräch die Fehler richtig. Der Satz müsste nämlich heißen: „Am 31. Oktober 1517 nagelte Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg.“

Dann ziehe man das schwarze Tuch heraus, das im Karton obenauf liegt, und decke den geöffneten Karton damit ab. Mit der Aufforderung „Phantasieren Sie mal! Was könnte das schwarze Tuch Ihrer Meinung nach mit der Reformation zu tun haben?“ beginnen die Teilnehmenden, ihre Einfälle auszutauschen. Dabei ist die Assoziation „das finstere Mittelalter“ genauso naheliegend wie „alles schwarzsehen“ oder „Depressionen“.

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REZENSION


   

Bernhard Pörksen, Die große Gereiztheit, Wege aus der kollektiven Erregung. München 2018, 256 Seiten, 22,00 Euro

 

Fake-News, Gerüchte, Wahrheiten, Lügen, Skandale – jede Minute die mehr oder weniger subjektive Aktualität des Weltgeschehens über das Netz. Große Geschichten ganz klein oder kleine Geschichten, die vor zwanzig Jahren noch keinen interessiert hätten, ganz groß. Alles ist möglich, gedankenlos hochgeladene Videos können Existenzen zerstören, über das Internet organisierte Proteste können autoritäre Regime ins Wanken bringen. Der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen beschreibt in seinem neuen Buch das Internet als Erregungsmedium, das es vermag, sowohl in der Politik als auch im Privaten zu einer „großen Gereiztheit“ zu führen.

Als ein Beispiel führt Pörksen die Geschichte der 13-jährigen russischstämmigen Lisa aus Berlin-Marzahn an. Sie verschwindet für einige Tage und wird nach eigenen Angaben von Flüchtlingen vergewaltigt.

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Bildnachweise Themenslider: Loccumer Pelikan (groß): © Rosel Eckstein / pixelio.de | Schulseelsorge: © stck.xchng | Podcast: © Philip Kromer (CC BY-SA) | Mit Kunst unterrichten: © Marco Görlich/ PIXELIO | Bibliothek, Online-Vorträge: © Dietmar Peter | Impulsbilder: © Dietmar Peter | Lernwerkstatt: © Beate Peters |  Reformationsjubiläum groß: © Arkodeb (CC BY-SA 2.0); Reformationsjubiläum klein: © Olaf Schneider / PIXELIO | Passion und Ostern: © uschi dreiucker / PIXELIO | Bildungsforum: © Cha già José  (CC BY-SA-NC) | Erklärung: © Jon S (CC BY)| Vorträge: ©  Sascha Kohlmann (CC BY-SA) |  Konfessionelle Kooperation: © Tim Reckmann  / pixelio.de |  Konfessionelle Kooperation groß: © S. Hofschlaeger / pixelio.de |  Schulgottesdienste groß: © digital cat (CC BY)  | Studium für das Lehramt Evangelische Religion: © Universität Salzburg (CC BY) | Stellenanzeige: © Willi Heidelbach (CC BY) | Diakoniepraktika © Boudewijn Berends (CC BY)| Weihnachten © Vale (CC BY 2.0) | Neuerscheinung: © PROCollegeDegrees360 (CC BY-SA 2.0)| Themanportal: Menschen auf der Flucht © ResoluteSupportMedia (CC BY 2.0)  | Materialpool: © PROallispossible.org.uk (CC BY 2.0) | Kirchentag: DEKT/Alasdair Jardine   |  News: © Silke Remmery (CC BY 2.0) | 
 

„Loccum tut einfach gut!"

Zum ersten Mal in Loccum: 20 Schulleiterinnen und Schulleiter nahmen erstmalig an der Konferenz für Grundschulleitungen teil. Mit im Bild auch OLKRin Dr. Kerstin Gäfgen-Track (links) und Lena Sonnenburg, Dozentin für den Bereich Grundschule am RPI (rechts).

Mehr als 120 Grundschulrektorinnen treffen sich zum Thema Schulleitergesundheit in Loccum

Die jährlich stattfindende Konferenz für Schulleiterinnen und Schulleiter an Grundschulen beschäftigte sich in diesem Jahr mit dem Thema „Schulleitergesundheit“. 

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Neu: EKD Text 131
"Religiöse Bildung in der migrationssensiblen Schule"

   

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NACHRICHTEN

15. Dezember 2018

EKD-Friedensbeauftragter warnt EU vor Entwicklung zur Militärmacht

Bremen (epd). Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),...

14. Dezember 2018

Bistum will Institut mit Aufklärung von Missbrauch beauftragen

Hildesheim/München (epd). Bei der Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe gegen den...

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Landtag debattiert über angebliche "Schnüffel-Fibel"

Hannover/Berlin (epd). Der Streit um eine Handreichung für Kita-Erzieher der Berliner...

PODCAST

   

„Der Widerspenstigen Zähmung“ – Wie lässt sich das Konfliktpotenzial von Religionen domestizieren?

Vortrag gehalten von Lukas David Meyer (Universität München) im RPI Loccum im Rahmen der BBS Jahreskonferenz "Religion und Gewalt – zwei Seiten einer Medaille?" (im Originalton 44 Minuten)

Zum Vortrag