Neue Ausstellung im RPI

Volksheld oder Agitator? - Luther Postkarten

AKTUELL


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„An die Kunst glauben“!?
Chancen und Grenzen des Umgangs mit Kunst im Religionsunterricht

Von Claudia Gärtner

 

An die Kunst glauben“, so betitelt der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich sein Buch, in dem er Phänomenen einer „Kunstreligion“ nachgeht. Hierunter versteht er die Tendenz, dass Kunst bei „Kunstgläubigen“ Funktionen und Bedeutungen von Religion übernimmt. Indem der Glaube an die Heilsversprechen und Sinngebung der Religionen verblasst, tritt an seine Stelle die Kunst, deren Betrachtung und Besitz Erfahrungen von Transzendenz und Erhabenheit versprechen. Die hohe Popularität von Kunst lässt „eine große Sehnsucht erkennen, in der Kunst auf etwas zu treffen, das das Irdische abgestreift hat – das purer Sinn ist und somit maximales Heil verspricht“ (Ullrich 2011, S. 22). Diese Hoffnungen in Kunst gehen dabei eine (unheilvolle) Allianz mit dem ökonomischen System ein. 

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PRAXIS


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Gilt das Bilderverbot im Religionsunterricht?
Eine christliche Perspektive

Von Jeannette Eickmann

 

Gibt man den Begriff „Bilder von Gott“ in Internet-Suchmaschinen ein, so findet man neben dem alten Mann mit Bart (auf einer Wolke) ein paar kitschige Naturbilder, Herzwolken am Himmel, Comics, Hände, die sich berühren. Brauchen wir also Bilder von Gott? Ja, ich glaube, wir brauchen Bilder von Gott – nicht, um ihn uns verfügbar zu machen, sondern um über unsere jeweiligen Vorstellungen von ihm ins Gespräch zu kommen. Wie soll sich ein Gottesbild entwickeln, verändern, erweitern, wenn wir zur Beschreibung keine Bilder benutzen dürften? Die Bibel selbst wimmelt von Gottesbildern, Metaphern und Vergleichen – es gilt aber zunächst, mit Kindern und Jugendlichen deren Bilder zu finden, die sie selbst füllen können, da die biblischen wie Hirte, Vater, Licht usw. häufig nicht mehr der Lebenswirklichkeit heutiger junger Menschen entsprechen.

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Gilt das Bilderverbot im Religionsunterricht?
Eine muslimische Perspektive

Von Annett Abdel-Rahman

 

Kann man sich ein Bild machen ohne Bilder? Bilder spielen im Religionsunterricht eine ganz besondere Rolle, sie vermitteln Sachinformationen und sind eine Brücke, Gefühle oder Gedanken anzuregen, die den emotionalen Zugang zu einem Thema erleichtern können. Auch im islamischen Religionsunterricht werden Bilder eingesetzt, aber die Rahmenbedingungen mögen sich dabei von denen anderen Religionsunterrichtes unterscheiden. Mit einer Kollegin arbeite ich an der Lehrwerkreihe „Bismillah – Wir entdecken den Islam“, dies sind Arbeitshefte für die Grundschule. Es galt, hinsichtlich der Verwendung von Bildern über zwei Schwerpunkte zu entscheiden: Wie ist mit der Abbildung religiöser Gestalten, also Allah und den Propheten, umzugehen? Und: Welche dargestellten Menschen und Lebensräume würden die Schülerinnen und Schüler ansprechen und ihnen helfen, sich dazu in Beziehung zu setzen?

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Edgar, Dänemark und ein Paket
Können Filme Werte vermitteln?

Von Steffen Marklein

 

Können Filme Werte vermitteln? Ein erstes Gefühl stimmt dem ungebrochen zu. Selbstverständlich können Filme Werte vermitteln. Schnell wird jedoch deutlich: es ist ein Satz mit mindestens drei Unbekannten!

  • Welche Filme meinen wir?
  • Was bedeutet Vermittlung?
  • Von welchen Werten – gegebenenfalls auch Normen – ist die Rede?

Ein religionspädagogischer Zusammenhang könnte vermuten lassen, dass sich diese Fragen leicht klären lassen. Gemeint sind Filme, die den Zuschauenden biblische Themen und Geschichten vor Augen stellen und so das Doppelgebot der Liebe und den Dekalog veranschaulichen. Indem uns diese Bilder und Geschichten modellhaft vor Augen gestellt werden, lernen wir, uns an ihnen zu orientieren.

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REZENSION


Bärbel Husmann und Roland Biewald (Hg.): Spiritualität. Impulse zur Reflexion religiöser Praxis im Religionsunterricht

 


Kann man sich im Religionsunterricht auch praktisch mit Formen christlicher Spiritualität befassen, ohne in den Verdacht zu geraten, den Unterricht ungebrochen zu einer kirchlichen Veranstaltung zu machen? Das Themenheft „Spiritualität“ zeigt performative, d.h. erprobende und zugleich reflexive Wege dafür auf, gelebte Praxis christlichen Glaubens ansichtig zu machen und sie als solche gesprächsfähig zu halten. 


Den Hintergrund dieses Konzepts zum liturgischen Lernen in der Schule bildet ein christliches Spiritualitätsverständnis, für das der Wechselbezug von Überzeugung und Gestaltfindung prägend ist und in welches auch konfessionell-kooperative Sichten differenziert eingetragen werden (Peter Zimmerling). Bärbel Husmann legt auf dieser Folie didaktische Leitlinien als roten Faden eines evangelisch verstandenen Spiritualitätslernens dar, das sich von mystagogischem Lernen abgrenzt. Dafür ist nicht nur die Verbindung, sondern auch die Unterscheidung von schulischem religiösen Lernen zu kirchlicher Einübung wichtig: Dem Konzept geht es darum, Formen gelebten Glaubens als solche kennenzulernen und so Jugendliche dazu zu befähigen, religiöse Praxis als Praxis begreifen und verstehen zu können. 

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Bildnachweise Themenslider:
Schulseelsorge: stock.xchng
Loccumer Pelikan: Rosel Eckstein / pixelio.de
Reformationsjubiläum 2017: Olaf Schneider / pixelio.de
 

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