Unser Leitbild

1.  Vorwort

  • Das Leitbild wurde im Sommer 2010 in Fortschreibung und Weiterentwicklung des Leitbildes aus dem Jahre 2004 erarbeitet. Es beschreibt die aktuelle gemeinsame Vorstellung für einheitliches Handeln und Verhalten auf allen Ebenen des Instituts, dient als Richtschnur für die tägliche Arbeit und als Basis der Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander.
  • Das Leitbild spiegelt den Prozess der Selbstverständigung aller am Institut Tätigen wider.
  • Es beschreibt Aufgaben, Kompetenzen und Leistungsfähigkeit des Instituts und gibt einen Einblick in die Werte und Handlungsgrundsätze des Hauses, in die Entscheidungsstrukturen, in die Beteiligung und das Engagement der Mitarbeitenden.

 

2.  Wer wir sind

Das RPI ist eine Einrichtung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.
Es entwickelt an der Schnittstelle von Kirche und Schule die Leitlinien und Schwerpunkte seiner Arbeit im Gespräch mit der zuständigen Abteilungsleiterin des Landeskirchenamtes und übernimmt darüber hinaus Aufgaben im Auftrag der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen.

Als Fachinstitut

  • beteiligt sich das RPI am wissenschaftlichen Diskurs um religionspädagogische Fragestellungen;
  • veranstaltet das RPI bildungs- und schultheoretische Fachtagungen;
  • fördert das RPI medienpädagogische Fachkompetenz;
  • berät das RPI die Landeskirche bei pädagogischen Fragestellungen;
  • übernimmt das RPI gutachterliche Tätigkeiten.

Dabei kooperiert das RPI mit staatlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Partnern auch aus anderen Landeskirchen und Bistümern.

 

Als staatlich anerkanntes Fortbildungsinstitut bietet das RPI

  • zentrale und regionale Fort- und Weiterbildungen für Religionslehrkräfte aller Schulstufen und -formen;
  • Tagungen, die die Möglichkeit bieten, das eigene Verhältnis zu Glauben und Kirche zu reflektieren;
  • Tagungen für Fach(seminar)-leiterinnen und -leiter, Fachberaterinnen und -berater und weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren;
  • bildungs- und schulpolitische Tagungen für Schulleiterinnen und Schulleiter, Schuldezernentinnen und Schuldezernenten und andere Verantwortliche aus dem kirchlichen und staatlichen Bereich;
  • Kursreihen, die zu einem zertifizierten Abschluss hinführen (Weiterbildung, Schulseelsorge, Kirchenpädagogik, Neu in der Schule)

 

Für den Bereich Hochschule und Wissenschaft bietet das RPI

  • Expertentagungen,
  • Studierendentagungen

 

Für den kirchlichen Bereich bietet das RPI

  • zentrale Fort- und Weiterbildungen für Diakoninnen und Diakone, Pastorinnen und Pastoren und ehrenamtlich Tätige im Bereich des Konfirmanden- und Religionsunterrichts;
  • Beratung in konzeptionellen Fragen der Konfirmandenarbeit;
  • Weiterbildung zur KU-Beraterin bzw. zum KU-Berater;
  • religionspädagogische Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher in evangelischen Kindertagesstätten;
  • Fortbildungen für haupt- und ehrenamtlich in der Kirchenpädagogik Tätige;
  • im Rahmen des Vikariats die Ausbildung für religions- und gemeindepäda­gogische Aufgaben zukünftiger Pastorinnen und Pastoren.

 

Das RPI erarbeitet und veröffentlicht

  • aktuelles Unterrichtsmaterial für die religionspädagogische Arbeit in Schule und Gemeinde;
  • Beiträge zu religionspädagogischen Fragestellungen in Theorie und Praxis (u. a. im Loccumer Pelikan). 

Die Fachbibliothek des RPI bietet mit ihren rund 36.500 Büchern und 65 Zeitschriften und die Mediothek mit rund 4.000 Medien ein fundiertes Angebot an religionspädagogischer Literatur und aktuellen Publikationen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Sammlung von Unterrichtsmaterialien, die auch zur Ausleihe bereitgestellt werden.

Ein ausgewogen zusammengesetztes Kollegium von Dozentinnen und Dozenten aus den Bereichen Pädagogik und Theologie dient der Erfüllung unserer Aufgaben. Unsere Fachlichkeit und Kreativität speist sich aus den individuellen Stärken jedes Einzelnen und der Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitenden des RPI.

 

3.  Unsere Ziele

Das Selbstverständnis unserer Arbeit am RPI ist vom christlichen Menschenbild geprägt: Der Mensch ist als Bild Gottes in seinem Selbstwert zu begreifen und gegenüber verabsolutierendem Denken und Handeln zu schützen. Nach unserem Verständnis von Bildung geschieht sinnstiftende Lebensdeutung im Zusammenhang von Lernen, Wissen, Können, Wertbewusstsein und Handeln. In diesem Sinn geht es wesentlich um die Entwicklung und Stärkung der gesamten Persönlichkeit. Wir verstehen unsere Arbeit als eine Form lebendiger Kirche.

Wir verstehen uns als ein religionspädagogisches Fachinstitut, das in besonderer Weise religionspädagogische Theorie und religionspädagogische Praxis aufeinander bezieht und wechselseitig miteinander verzahnt. Daher nehmen wir aktiv am religionspädagogischen Theoriediskurs teil, um die Perspektive der Praxis von vornherein mit einzutragen. Gleichzeitig wollen wir Lehrerinnen und Lehrer sowie kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Praxis in der Weise unterstützen und begleiten, dass sie ihre pädagogische Praxis im Hinblick auf den aktuellen religionspädagogischen Diskurs reflektieren und weiterentwickeln können. In unseren eigenen Beiträgen und Veröffentlichungen soll dieser Theorie-Praxis-Zusammenhang beispielhaft zum Ausdruck kommen. 

Wir verstehen religiöses Lernen als Bildungsaufgabe, durch die Kinder und Jugendliche die Chance erhalten, sich auf dem Hintergrund der jüdisch-christlichen Tradition in protestantischer Perspektive mit den Fragen ihres Lebens und der Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Wir wollen dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche in dialogischer Perspektive eine für ihren Alltag relevante Deutungskompetenz entwickeln und damit Verstehens- und Orientierungshilfen zur eigenen Lebensgestaltung erhalten.

Diese Kompetenz meint auch, über die eigenen Interessen hinaus eine Fähigkeit und Bereitschaft zu Solidarität mit dem Nächsten sowie der Schöpfung zu entwickeln.

Die Verantwortlichen für religiöse Bildungsprozesse sollen in ihrer Aufgabe unterstützt werden, die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen im Kontext von Gesellschaft, Schule und Kirche wahrzunehmen, einzuschätzen und personen- und situationsgerechte Lernprozesse und angemessene Lernkontexte zu gestalten. Dazu benötigen sie umfassende pädagogische, theologische sowie personale und gesellschaftspolitische Kompetenzen.

Unser Anliegen ist auch die Weiterentwicklung wechselseitiger Wahrnehmungen, der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit in Schule und Gemeinde.

 

4.  Die Weiterentwicklung des Instituts und die Qualitätsverbesserung unserer Arbeit resultieren aus dem ...

 

a) Wechselspiel zwischen Lehren und Lernen

In unserer Aus-, Fort- und Weiterbildungsarbeit gehen wir von den Praxisanforderungen, den Kompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und den fachlichen Erfordernissen aus. Auf diesem Hintergrund werden gemeinsam neue Konzeptionen wahrgenommen und weiterentwickelt. Insgesamt basiert unsere Arbeit auf dem Wechselspiel der Kompetenzen von Teilnehmenden und Referierenden. Durch wechselnde Angebote und innovative Tagungsformen halten wir uns und unsere Arbeit lebendig.

Indikatoren:

  • Wir sorgen dafür, dass der Anteil von Input der Referenten/innen und das selbstständige Arbeiten der Teilnehmenden in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.
  • Wir bemühen uns um eine entsprechende Tagungsdidaktik.
  • Wir qualifizieren uns in didaktischen Fragen regelmäßig weiter.

 

b) Wechselspiel zwischen Anforderung und Regeneration


Unsere Gäste sind in ihrer Arbeit als Personen herausgefordert und angefragt. Je mehr es ihnen gelingt, ihre Persön­lichkeit und ihre Ressourcen zu entfalten, desto professioneller werden sie den jeweiligen Ziel­gruppen begegnen können. Persönlichkeitsbegleitende Angebote sind zudem wichtige Maßnahmen, die vor „burn out“ schützen.
Auch wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind in unserer Arbeit als Personen herausgefordert und angefragt. Je mehr es uns gelingt, unsere individuellen Ressourcen und Fähigkeiten zu entfalten, desto professioneller können wir unseren Gästen begegnen.
Die Gestaltung unserer Kurse hat eine exemplarische Funktion für das ausgewogene Verhältnis von Anforderung und Regeneration. Das kommt zum Ausdruck in der äußerlichen Gestaltung und in inhaltlichen Angeboten. Die Geschichte, die Atmosphäre und die besonderen Möglichkeiten des Ortes Loccum und unseres Hauses unterstützen diese Anliegen.

Indikatoren:

  • Wir stellen gut vorbereitete Arbeitsbedingungen mit entsprechender Technik und entsprechenden Materialien bereit.
  • Wir sorgen in den Tagungen für eine ansprechende Gestaltung der Räume.
  • Wir ermöglichen die Wahrnehmung spiritueller Angebote, wie z. B. Andacht, Hora in der Klosterkirche, oder integrieren spirituelle Elemente in unsere Tagungsarbeit.
  • Wir achten auf Angebote zur Rekreation innerhalb der Lernprozesse.

 

c) Wechselspiel zwischen Mitarbeitenden und Zielgruppen

Unsere Arbeit kennzeichnet einerseits, dass wir zielgruppengerechte Angebote machen. Andererseits ist sie dadurch gekennzeichnet, dass wir Impulse, Erwartungen und Fragen unserer Adressaten aufnehmen und einbeziehen.
Wir beabsichtigen sowohl eine große Breitenwirkung als auch eine beständige und verlässliche Begleitung.

Indikatoren:

  • Wir stehen als Ansprechpartner/innen zur Verfügung und sind zuverlässig erreichbar.
  • Wir gehen wertschätzend untereinander sowie entgegenkommend mit Interessierten und Teilnehmenden um.
  • Wir bieten unsere Kompetenzen an.
  • Wir erheben und werten systematisch Rückmeldungen aus und nutzen sie für die weitere Tagungsgestaltung.
  • Wir gehen davon aus, dass unsere Adressaten die hausinternen Absprachen akzeptieren und die Bereitschaft zeigen sich einzubringen.

 

d) Wechselspiel zwischen dem RPI und anderen Einrichtungen

Im Austausch und in Kooperation mit Einrichtungen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen, der evangelischen Landeskirchen, anderen christlichen Kirchen sowie mit staatlichen Einrichtungen entwickeln wir unser Profil beständig fort. Wir bieten ein Forum für den wissenschaftlichen Diskurs mit Fachhochschulen und Universitäten und beteiligen uns mit eigenen Projekten daran.

Indikatoren:

  • Wir treffen mit unseren Kooperationspartnern Vereinbahrungen, die Umfang, Reichweite, Kosten und Ziele umfassen.
  • Wir führen mit unseren Kooperationspartnern einen regelmäßigen Dialog, Fragen überschneidender Arbeitsbereiche und der Publikation von Arbeitsergebnissen werden offen thematisiert.
  • Wir beteiligen uns an Projekten, in denen wir unsere Expertise einbringen.

 

e) Wechselspiel zwischen Kontinuität und Innovation

Innerhalb der Dienstbesprechungen und Klausurtagungen wird die Arbeit des RPI reflektiert und neuen Anforderungen angepasst.
Diese neuen Anforderungen werden definiert durch

  • konzeptionelle Entwicklungen,
  • aktuelle Aufträge durch Dritte,
  • personelle Ressourcen,
  • finanzielle Rahmenbedingungen.

Indikatoren:

  • Wir bemühen uns um einen Konsens in Grundfragen der Religionspädagogik.
  • Wir entwickeln jeweils am Anfang eines Jahres ein internes Fortbildungskonzept.
  • Wir kommunizieren Ziele und Projekte der einzelnen Arbeitsbereiche im Kollegium.
  • Wir schreiben die Ziele unserer Arbeit fort im Blick auf Leitlinien kirchlichen Bildungshandels und unserer Wahrnehmung aktueller Herausforderungen.
 
Bild: Beate Ney-Janssen