Rezension

 

Christian Butt et al.: Expeditionen ins Leben. Entdecken, was wirklich zählt. Ein evangelischer Begleiter für Jugendliche, hrsg. v. Elisabeth Lange, Friedemann Müller und Georg Raatz im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD, Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-69008-6, 160 Seiten, 15,00 EUR

Der Evangelische Begleiter für Jugendliche ist auf den ersten Blick mehr als ein Buch: Es gibt ein Kartenspiel dazu. Auf den Karten finden sich Rollenbeschreibungen: der Fremde, die Mutige, der Nörgler, die Vergnügte usw. Das macht schon einmal neugierig auf eine Expedition ins Leben.

Acht solcher Expeditionen werden mit dem Buch angeboten. Alle haben zwei gegensätzliche, ja geradezu widersprüchliche Worte als Titel: frei verbunden, endlich lebendig, sicher risikobereit, erfolgreich gescheitert, ohnmächtig stark, unsichtbar angesehen, gemeinsam allein, zufällig geplant.

Jedes Kapitel beginnt damit, das Forschungsanliegen vorzustellen. Die erste Expedition soll z.B. die Freiheit ausloten. Dazu gibt es Expeditionsproviant in Form von Texten, Bildern oder Liedern. Wer das Buch nutzt, wird bald im Internet forschen müssen, also neben dem vielleicht ungewohnten Buch auch das gewohnte Smartphone nutzen dürfen.

Im Teil „Entdecken“ gibt es Aufgaben. Spätestens hier kommen nun die Karten ins Spiel. So werden z.B. mehrere Rollenkarten gezogen. Nun sollen Menschen sich mit diesen Rollen Gedanken zu einem Thema machen. Das kann man allein durchdenken oder noch besser mit anderen ausprobieren. So lädt die Expeditionsanleitung immer wieder dazu ein, sich mit anderen zusammenzutun.

Zum Schluss der Expedition geht es raus. Experimente werden angeregt: Überlegt euch einen Flashmob zum Thema. Oder: Schaut euch einen Film an und diskutiert darüber.

Die Aufmachung des Buches macht sofort Lust, sich auf die Expeditionen einzulassen. Man kann quer blättern, Seiten überspringen, schmökern, aber auch eine Expedition von vorne bis hinten durchführen.

Ob Jugendliche einzeln mit dem Buch arbeiten werden, scheint mir fraglich. Das Buch ist aber eine Schatzgrube für die Arbeit in bzw. mit Gruppen. Teamer einer Jugendgruppe können die Expeditionen mit der Gruppe durchführen. Auch in der Konfi-Arbeit wäre das Buch bestens einzusetzen. Die Einheiten sind praktisch schon fertig, sie sind subjektorientiert und ermöglichen es Konfis bzw. Jugendlichen, sich mit Hilfe der Rollenkarten und der Aufgaben leicht einzubringen.

Fazit: Ich würde mir genau überlegen, ob ich dieses Buch einem jungen Menschen z.B. zur Konfirmation schenke. Ich empfehle es aber unbedingt als Methodensammlung allen zur Anschaffung, die in der Konfi- und Jugend-Arbeit tätig sind.

Andreas Behr 

 

Text erschienen im Loccumer Pelikan 1/2019

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