Impulse zur Arbeit mit dem Video-Clip

Oneminutesky 4 – Sackgasse

Geistliche Lieder

  • Geh aus mein Herz (Evangelisches Gesangbuch, 503)

- Inwiefern beschreibt dieses Lied „paradiesische Zustände“?
- In der letzten Strophe heißt es: „Erwähle mich zum Paradeis…“: Wie ist das zu verstehen?

  • Du schöner Lebensbaum des Paradieses (Evangelisches Gesangbuch, 96)
  • Holz auf Jesu Schulter (Evangelisches Gesangbuch, 97)

- „Wer siegt, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht“ (Offb 2,7): In der neutestamentlichen Offenbarung des Johannes wird das Bild vom Lebensbaum aufgegriffen, um eine endzeitliche Vision einer Rückkehr ins  Paradies zu entwerfen. Seit dem frühen Mittelalter ist es üblich, das Kreuz Jesu als Lebensbaum darzustellen. Schon eine alte, jüdisch-christliche Legende erzählte, das Kreuz Jesu sei aus dem Holz eines Baumes gezimmert worden, der aus Adams Grab gewachsen se – die Samen des Baumes habe Adams Sohn Seth direkt vom Erzengel Michael empfangen, der der Paradiesgarten bewacht…Theologisch aufarbeiten lässt sich diese Symbolik durch die Erörterung der sogenannten Adam-Christus-Typologie.

Biblische Texte für Lesungen

  • 1. Buch Mose, Kapitel 2 und 3
  • Offenbarung des Johannes, 2, 7: Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.
  • Lukas 23, 32ff., bes. 43: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Denkanstöße

  • Wie wirken Bibelworte über das Paradies auf Menschen heutzutage? Das Wort „Paradies“ ist alt und vielleicht in der Tat etwas „verrostet“. Andererseits wird es geradezu inflationär verwendet, z.B. in der Werbung oder der Popkultur.

– Welcher Zustand wäre für dich „paradiesisch“?
– Was glaubst und hoffst du?

  • Der Theologe Paul Tillich beschreibt im zweiten Band seines Hauptwerkes „Systematische Theologie“ (Seite 39ff.) die anthropologische Grundverfasstheit als Dasein in der Zweideutigkeit von „Essenz“ und „Existenz“. „Essenz“ steht für die eigentliche Natur des Menschen, seine potentielle Vollkommenheit und wirkliche Bestimmung. Mit „Existenz“ benennt Tillich das aktualisierte, verwirklichte Sein des Menschen. Die Essenz des Menschen kommt in der Existenz nur verzerrt zum Ausdruck. Diese Entfremdung vermag der Mensch zu thematisieren, ohne sich dabei über sie hinwegsetzen zu können. Sprechen kann er von der Essenz unter Zuhilfenahme mythischer und dogmatischer Sprache, denen als solchen ein Vorbehaltscharakter eignet. Tillich zufolge schildert die biblische Paradiesgeschichte die Diskrepanz zwischen Essenz und Existenz. Das Bild des Menschen vor dem Sündenfall steht für einen projizierten Urzustand „träumender Unschuld“, in welcher essentielles und existentielles Sein kongruent sind. Die Erzählung von Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies symbolisiert das Moment der Entfremdung von der Essenz im Zustand der Existenz, in welcher der Mensch sein Dasein gestaltet. Die Rede von der „träumenden Unschuld“ hat reinen Verweischarakter: Sie formuliert das Bewusstsein einer Potentialität, die sich in ihrer Verwirklichung nur im Modus der Entfremdung abbildet. Entscheidend ist, dass für Tillich Freiheit zur Selbstaktualisierung und Schicksal der Selbstentfremdung zusammenfallen.

– Reflexion (nicht-)christlicher Freiheitsverständnisse: Inwiefern ist die Spannung zwischen Freiheit und Verantwortung Grundzug menschlichen Daseins?
– Welche Grenzerfahrungen haben für den Menschen existentielle Bedeutung?
– Welche Präsenz spielt im Leben des Menschen die Rolle dessen, was Tillich mit „Essenz“ beschreibt? Inwiefern ist dies ein religiöses Thema?
– Das verlorene Paradies: Wie sind die Begriffe „Sünde“ und „Rechtfertigung“ zu deuten?

  • Heinrich von Kleist (Über das Marionettentheater): „Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.“

– Inwiefern ist das Paradies „verriegelt“?
– Was mag Kleist mit „der Reise um die Welt“ meinen?
– Die Hintertür des Paradieses suchen – das ist wohl eine Chiffre für die Sehnsucht nach Erlösung. Die christliche Lehre besteht darauf, dass sich der Mensch nicht selbst erlösen könne. Warum nicht?

  • Coldplay, Paradise

Songtext:
When she was just a girl
She expected the world
But it flew away from her reach so
She ran away in her sleep
And dreamed of paradise…
Every time she closed her eyes

When she was just a girl
She expected the world
But it flew away from her reach
And the bullets catch in her teeth
Life goes on, it gets so heavy
The wheel breaks the butterfly
Every tear a waterfall            
In the night the stormy night she'll close her eyes
In the night the stormy night away she'd fly
And dreams of paradise…

And so lying underneath those stormy skies
She'd say, "oh, I know the sun must set to rise"

This could be paradise

Quelle: https://www.coldplay.com/song/paradise/

o     „When she was just a girl / She expected the world“: Welche Beispiele für Lebensträume lassen sich formulieren, die Menschen sich in jungen Jahren erdenken? Was kann solche Träume zunichtemachen („But it flew away from her reach…“)?
o    Wofür könnte im Song von COLDPLAY der Begriff „Paradies“ stehen?
o    Der Begriff „Paradies“ wird nicht immer im biblischen Sinne verstanden. Inwieweit hat er aber auch im allgemeinen Sprachgebrauch eine religiöse Bedeutung?

 

 

 

 

Vorschlag für eine Andacht mit ONEMINUTESKY-Videos

Begrüßung
[Musik]
Video als Impuls
Stille
[Lesung]
[Ansprache]
Gebet
Vaterunser
Segen
[Musik]

Hilfreiche Links:

Bibeltexte  
www.die-bibel.de
www.bibleserver.com

Gebete
www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php
www.ekd.de/gebete-in-zeiten-von-corona-54049.htm

Kirchenjahr    
www.kirchenjahr-evangelisch.de