oneminutesky – Eine Video-Serie von Simone Liedtke

1 Minute: Mitdenken. Nachdenken. Weiterdenken.

Religiöse Motive im Alltag entdecken
Dauer pro Folge: ca. 1 Minute

Diese Impuls-Videos erzählen von Momenten, in denen Religion im Alltag begegnet. 

Ein Gegenstand, ein Erlebnis, ein Spruch, eine Perspektive - überraschend kann etwas zum Anlass für theologische Fragestellungen werden. 
Für einen Moment tut sich ein Himmel auf: ein Horizont, in dem Lebenserfahrungen und Lebensfragen aufscheinen und dazu herausfordern, sich ihnen zu stellen.

Diese Videoclips lassen sich in Schule und Kirchengemeinde, in Unterricht und Andacht oder Gottesdienst einsetzen. Auch in der Jugendarbeit oder der Erwachsenenbildung kann mit diesen Videos gearbeitet werden. 

Die Videoclips folgen jeweils einem gleichbleibenden Schema, setzen aber im Hinblick auf ihre Verwendung kein bestimmtes Setting voraus und sind nicht für spezifische Zielgruppen konzipiert. So sind sie flexibel und kreativ handhabbar und können in unterschiedlichsten – formalen und inhaltlichen – Zusammenhängen einen Beitrag leisten. Unter jedem Clip finden Sie einen Link zu einer Extra-Seite mit Impulsen, die Ihnen helfen sollen, das jeweilige Video thematisch und methodisch zu kontextualisieren: geistliche Lieder, Bibeltexte, aber auch theologische Hintergrundinformationen u.v.m..

Die Videos sind bewusst kurz gehalten. Sie wollen nichts erklären, sondern anregen, die in ihnen präsentierten Eindrücke und Fragen zu diskutieren oder um eigene Erfahrungen und Fragestellungen zu ergänzen.  Die gezeigten Bilder laden auch unabhängig vom gesprochenen Begleittext dazu ein, beschrieben und interpretiert zu werden. Und vielleicht regen sie sogar dazu an, eigene Videobeiträge zu drehen?

Die Kürze der Videos erlaubt es, sie vielseitig einzusetzen.
Da sie sehr kompakt sind, kann man sie auch mehrmals nacheinander zeigen – mit und ohne Ton.


Die ONEMINUTESKY-Clips funktionieren einzeln und in Serie als 

  • Anreiz für einen Gesprächseinstieg  
  • spiritueller Impuls, z.B. für eine Andacht oder innerhalb eines (Schul-)Gottesdienstes
  • Andachts- oder Gesprächsimpuls zu Beginn einer Schul- oder KU-Stunde, einer Gemeindeveranstaltung oder (KV-)Sitzung
  • Anregung, um selbst kurze Videos zu produzieren

Die Serie wird fortlaufend um weitere Ausgaben ergänzt.

Die Videoclips der Serie ONEMINUTESKY entstehen exklusiv für das RPI. Bild- und Textrechte liegen bei Dr. Simone Liedtke, die Ihnen die Videos über diese Internetseite zur Verfügung stellt, so dass Sie die Clips in Präsenzveranstaltungen ebenso wie in Online-Formaten einsetzen können. 

Bei Verwendung geben Sie bitte an: 
Text und Bild: Simone Liedtke 
Danke!

oneminutesky 8 – Anerkennung

Beschreibung

Kloster Marienthal im Rheingau. Menschen fühlen sich durch heiligen Beistand aus Not gerettet und setzen ihrer Erleichterung Zeichen. Mit Votivtafeln. Maria, Mutter Gottes, war fleißig - hat geholfen, wird helfen. Eine Danksagung besteht darauf: Auch Josef war nicht untätig.

Matthäus- und Lukasevangelium bemühen sich, Jesu Abstammung vom König David zu beglaubigen. Dafür ist Josef unverzichtbar. Die Legitimation Jesu durch Josefs Herkunft wird trotzdem noch überboten – durch das Motiv der Jungfrauengeburt. Um Gottes Handeln zu bekennen, machen sich die Narrationen Konkurrenz. Und heben sich gegenseitig auf.

Vielleicht verhelfen uns Josef und Maria zu der Einsicht, dass die Frage nach Abstammung und Herkunft auch unter uns nicht genug aussagt, wenn es darauf ankommt, einen Menschen als Sohn oder Tochter Gottes anzuerkennen.

Impulse für die Arbeit mit dem Video-Clip

oneminutesky 7 – Traumfänger

Beschreibung 

Da hatte jemand sein Herz Richtung Himmel geschickt. Leichten Sinns, leichter als Luft, prall gefüllt, liebesrot glänzend. Aufsteigende Hoffnung: über alle Köpfe und alles Verkopfte hinweg, schwebend.
Und dann verheddert sich das hochfliegende Herz in Verästelungen. Die Luft geht ihm aus. Sein stolzer Glanz legt sich in Falten. Wie gekreuzigt in unzählbaren Verzweigungen, die schon lange gewachsen waren, bevor es seinen Weg zum Allerhöchsten suchte.
Liebes Herz! Da bist du also, aufgehalten und gehalten zugleich. Du behältst den Himmel fest im Blick. Selbst ein Blickfang: Denn keiner geht vorbei, ohne zu dir aufzuschauen. Manch einer mag sich erinnern, wie es sich anfühlt, wenn Träume fliegen lernen. Und in wie vielen Traumfängern auch die guten Träume hängen bleiben. Ich hoffe, du kannst glauben, mein Herz, dass Gottes Barmherzigkeit nur anders ausfällt als erwartet.

Impulse für die Arbeit mit dem Video-Clip

oneminutesky 6 – Versteinerung

Beschreibung 

Ein Feldweg in der Nähe von Hannover. Vor ein paar Monaten blühten hier Steine. Ein Weg, gesäumt mit Hoffnungszeichen: Sonnen lachten, Marienkäfer, Regenbögen und Herzen reihten sich aneinander: ein bunter Walt, errichtet, um dem Andrang von Verdruss zu trotzen, als die Corona-Pandemie das Land zum ersten Lockdown zwang.
Dann kam der Sommer. Und ging. Im müden Gras verwittern Hoffnungsruinen. Ausgeblichen in strahlenden Sommerzeiten. Verblasst, als altbekannte Sonne die Welt wie gewohnt scheinen ließ. Überwuchert von dem, was dort vorher wuchs und wieder wachsen will. Im Überfluss satter Tage überflüssig geworden. Sich selbst überlassen, verstummen die Hoffnungsboten. Schweigende Zeugen, über die Gras wächst. Schnell ist dahin, was sich an versteinerte Formen bindet.

Impulse für die Arbeit mit dem Video-Clip

oneminutesky 5 – Inkarnation

Beschreibung

München, vor der Pinakothek der Moderne. Ist hier etwa ein Ufo gelandet?
Was aussieht wie ein Ding aus einer anderen Welt, ist tatsächlich Raum zum Arbeiten oder Wohnen – ein Futuro-Haus des Architekten Matti Suuronen.
Kurz vor Weihnachten lässt mich dieser ungewöhnliche Anblick an das denken, was Christinnen und Christen bald feiern: dass Gott unter den Menschen wohnt. Ein Gott, der sich herablässt. Sich seinen Geschöpfen mitteilt. Mit seinen Menschen teilt, was ihn und was sie ausmacht. Und das: kompromisslos hingebungsvoll. Ein Gott, der das Leben annimmt, das er nicht braucht. Aber will. Der sich erdet, um uns Irdische teilhaben zu lassen an seiner Ewigkeit, in der unsere Möglichkeiten nicht mehr an Grenzen stoßen.
Das ist die Rettung: dass Gott so außergewöhnlich ist. Aber nicht: außerirdisch.

Impulse für die Arbeit mit dem Video-Clip

oneminutesky 4 – Sackgasse

In Zusammenarbeit mit Kim Sölter.

Beschreibung

Hannover. Eine Kleingartenkolonie verspricht, an diesem Ort sei man im Paradies. Sattgrüne Bäume verlocken zum Eintreten. Wenn nur das hohe Tor nicht wäre, das man passieren muss. Ein Absperrpfosten steht davor wie der cherubinische Paradieswächter.
So ausgebremst ist Zeit für einen zweiten Blick. Das Schild über dem Eingang ist so lieblich wie verrostet. Nostalgisches Versprechen eines Traumlandes. Doch der Mensch ist erwacht. Paradies: Ursprungsort – von dort sind wir aufgebrochen, gottgewollt. Testen unsere Freiheit aus schreiben Geschichte, sind unterwegs, dazu berufen, Gottes Ewigkeit zu unserer Zeit zu machen. Das ist nicht immer eine herrliche Aufgabe.
Trotzdem. Stünde die Pforte offen, ich wüsste nicht, ob ich hindurchgehen sollte. Da ist nämlich noch ein zweites Schild, das mich nachdenklich stimmt: Ist das Paradies eigentlich eine Sackgasse?

Impulse zur Arbeit mit dem Video-Clip

 

oneminutesky 3 – Wahrheitsfrage

Beschreibung 

Erfurt, Augustinerkloster. In der Bibliothek ruht mancher Schatz. Ganz offen. Aber auch verschlossen. Mich interessiert weniger, was sich – zweifellos von gewisser Schönheit – freimütig präsentiert. Ich hätte gern die Schlüssel zu den Sprachzeugnissen, die hinter Gitter gehören.
Bücher im Giftschrank – was darin wohl geschrieben steht? Vielleicht sind diese Folianten einfach nur altersbedingt schutzbedürftig. Meine Phantasie wittert aber lieber verbotene Worte. Verboten: warum? Weil sie mehr Wissen enthalten, als wir vertragen könnten? Weil sie eine Wahrheit als vermeintlich entlarven, mit der zumindest manche von uns sich die Welt so trefflich erklären? Was Wahrheit ist, können wir nicht endgültig feststellen. Das ahnen wir, während wir oft entgegen dieser Einsicht handeln.
Müssen wir eigentlich so handeln, als ob es eine Wahrheit gäbe?
Oder müssen wir so handeln, als ob es keine Wahrheit gäbe?

Impulse zur Arbeit mit dem Video-Clip

oneminutesky 2 – Selbstbehauptung

Beschreibung

Hamburg, St. Pauli. Die hohe Mauer lässt kaum vermuten, dass hinter ihr eine Kirche auf Besucher warten könnte. Das Tor mit lanzenartigen Spitzen geschlossen. Eine Art Kachel mit Sinnspruch ist in die Mauer eingelassen. „Es gibt nichts, womit Jesus nicht fertig wird.“ Jemand hat das mit einem Graffiti kommentiert. „Doch, mich!“ Wer das an die Wand gesprüht hat, muss befürchten, dass man ihn oder sie vergessen hat. Gut, dass sich dieser Mensch in Erinnerung bringt. Zwei Worte, die auf mich wirken wie ein Gebet.
Der eingemauerte Sinnspruch soll sicher ein Trostwort sein. Dagegen tröstet mich der Gedanke, dass Gott tatsächlich nicht mit mir fertig wird. Was fertig ist, ist tot. Da geht nichts mehr. Aber ich hoffe zu bleiben, im Leben wie im Tod und über den Tod hinaus. Ich: eine Möglichkeit, mit der Gott noch rechnet – anstatt mich abzufertigen. Gott sei Dank bin ich noch nicht: erledigt.

Impulse zur Arbeit mit dem Video-Clip

oneminutesky 1 – Grenzerfahrungen

Beschreibung

Die St. Magni-Kirche in Braunschweig. Ich wollte mich nur ein wenig umsehen. Unerwartet dieser Anblick. Er hat mich erschüttert. Dem Gekreuzigten im Rücken stehen: Das war irgendwie eine sehr persönliche, beinahe intime Situation – als hätte ich Gott ungewollt überrascht. Ja, es ist nur eine Skulptur, das ist bloß Holz. Aber ich sah auch so viel mehr. Verletzliche Haut. Ich sah einen Gott und einen Menschen, der mir in seiner Schwäche nahebringt, wie kostbar Leben ist - wie gefährdet, fragil. Die Herrlichkeit des Lebens verkündigt sich wohl dort, wo es seine Grenze erfährt. Dieser Gedanke, dieses Bild sind eine echte Herausforderung, auch für den Glauben. Grenzerfahrung. Ich habe Gott unzählige Male gebeten, mir beizustehen. Stehe ich hinter meinem Gott?

Impulse zur Arbeit mit dem Video-Clip

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Dr. Simone Liedtke
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Fax: 05766 81-184