Schirmherrschaft

Kirsten Rabe im Interview mit dem Schirmherrn des Landeswettbewerbs 2019/20, Kultusminister Grant Hendrik Tonne

 

„Mich stimmt zuversichtlich, wenn ich die vielen jungen Menschen erlebe, die sich gesellschaftlich und politisch engagieren und sich für eine bessere Zukunft einsetzen.“

Ist der Begriff Zukunft für Sie positiv oder negativ besetzt?

Ganz klar positiv. Mich stimmt beispielsweise zuversichtlich, wenn ich die vielen jungen Menschen erlebe, die sich gesellschaftlich und politisch engagieren und sich für eine bessere Zukunft einsetzen. Dies ist auch gleichzeitig ein Signal, wie wichtig es ist, junge Menschen ernst zu nehmen.
 
Wo sehen Sie zentrale Aufgaben, Zukunft zu gestalten?

Mein Ziel als Kultusminister Niedersachsens ist, dass alle Kinder zur gesellschaftlichen Teilhabe befähigt werden. Das ist eine große und eine schwere Aufgabe, aber eine spannende zugleich.
 
Und als Privatmensch? Was gibt Ihnen Zuversicht?

Ich schöpfe viel Kraft aus meiner Familie.
 
Stichwort Digitalisierung: Welche Chancen, aber auch welche Gefahren sehen Sie hier für Individuum und Gesellschaft auf uns zukommen?

Die Digitalisierung ist einer der Megatrends des 21. Jahrhunderts. Sie stellt uns unbestritten vor große Herausforderungen, bietet aber zugleich auch immense Chancen - beides gilt insbesondere für den Bereich der Bildung. Genau hier liegt auch der Grund, warum das Lernen mit digitalen Medien eine Selbstverständlichkeit in Schulen werden muss.
Eine These eines Professors der Universität Wien besagt, dass ein „Internetjahr“ etwa sieben Menschenjahren entspricht. Der Mensch kann also mit der rasanten technischen Entwicklung des Internets nur schwer Schritt halten. So wird auch die Schule den rasanten digitalen Wandel nicht im Vorgriff auf aktuelle technische Entwicklungen im Unterricht begleiten können, sondern muss Kernkompetenzen formulieren, die Kindern und Jugendlichen eine Orientierung ermöglichen, an Gesellschaft und Beruf im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung teilhaben zu können. Und wo sonst kann man diesen Wandel besser und zukunftsfähiger gestalten als in der Schule und der Bildung, auch im Sinne des lebenslangen Lernens?
 
Haben Sie sich als Jugendlicher aktiv mit Zukunft auseinandergesetzt?

Sicher habe ich mich als Jugendlicher auch kritisch mit Entwicklungen auseinandergesetzt. Auch zu meiner Schulzeit hat uns z. B. der Einsatz gegen Rechtsextremismus und Nationalismus beschäftigt. Ich denke, heute mehr denn je, dass jede Stimme zählt und etwas bewirken kann.
 
Was geben Sie Schüler*innen für ihre Wettbewerbsarbeit mit auf den Weg?

Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern zunächst einmal viel Freude beim Wettbewerb! Er bietet ihnen ein Forum, ihre persönlichen Visionen der Zukunft einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, sich kritisch mit aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen auseinanderzusetzen und sie kritisch zu reflektieren und vielleicht auch mögliche Lösungswege aufzuzeigen. Der Landeswettbewerb bietet ihnen dazu eine gute Gelegenheit.

Herr Kultusminister Tonne, ich bedanke mich für dieses Gespräch.

Portrait Kultusminister Tonne
Kultusminister Grant Hendrik Tonne