Ausstellungen

„Suchen ohne Ankommen“. Ausstellung mit Collagen von Jean-Luc bis zum 8. Dezember 2019 im RPI

© Jean-Luc

„Jeder von uns ist ein Künstler“, sagt Jean Luc. „Wer daran zweifelt, klammert einen Teil von sich aus.“ Er selbst hat lange mit sich gerungen, bis er der Kunst einen festen Platz in seinem Leben einräumte. Geboren 1946 in der Schweiz, lebt Jean Luc seit 1978 in Deutschland. Er war Lehrer, Geschäftsführer des Internationalen Christlichen Friedensdienstes EIRENE in Neuwied bei Koblenz, Mitarbeiter der Braunschweiger AIDS-Hilfe. Seit 1991 ist er in Braunschweig zuhause. Heute teilt er seine Zeit auf zwischen seiner künstlerischen Tätigkeit und seinem ehrenamtlichen Engagement. Letzteres war ihm lange Zeit wichtiger als die Kunst. Inspiriert durch das vielseitige Wirken Albert Schweitzers begab sich Jean Luc auf dessen Spuren. Was in der Schweiz sein Hobby war, wurde in Deutschland zu seinem Beruf: Entwicklungspolitik, Einsatz für Gewaltfreiheit, Friedensengagement behaupteten lange Zeit den Vorrang vor künstlerischer Arbeit, der sich Jean Luc aber – nach dem frühen Erfolg „gelegentlicher“ Collagen – seit 1978 systematisch widmet. 

„Es ist erstaunlich, wie sich Kunst in ein Leben einschleicht“, erinnert er sich. „Es gibt Menschen, die mit Literatur, Musik oder in der Mitte von Bildern groß werden. Bei uns gab es kein Radio, mein Vater spielte im Posaunenchor, wir lasen Heimatgeschichten. Um Kindersendungen auf dem schwarz-weiß Fernseher zu sehen, ging ich zu den Nachbarn. Nicht dass wir kulturlos gewesen wären, es war nur eine ganz besondere Kultur, geprägt von meiner protestantischen sozial engagierten Arbeiterfamilie, vom rauen Klima meiner Kleinstadt auf 1000 Metern über dem Meeresniveau, von der zwanghaften Präzisionstradition der Uhrmacher, abgesondert in den engen Tälern des Neuenburger Juras.“ Die erste Konfrontation mit Kunst der Surrealisten war gleichsam ein Kulturschock – er sollte das Leben und künstlerische Arbeiten Jean Lucs fortan prägen. Zunächst schuf er literarische Arbeiten; dann entdeckte er Foto-Collagen als Kunstform, um auf mysteriöse Art anziehende Bildwelten zu eröffnen. Im RPI sind ab September 2019 Arbeiten des Künstlers unter dem Titel „Suchen ohne Ankommen“ zu sehen. Jean Lucs Collagen entstehen ausschließlich aus Ausschnitten fotografischer Abbildungen. Die Projektionsflächen lassen sich nie in Gänze erfassen, sie bieten eher Assoziationsräume von Glauben, Sehnsucht und Vision. Der Künstler lädt die Betrachtenden im RPI durch vier Schwerpunkte seines Schaffens der letzten Jahre ein auf eine Reise ohne Ankunft: Die Gefühlsfragmente in 44 kleineren Collagen wirken wie ein Kaleidoskop, das man immer neu drehen kann. Die Serie der Landschaften in verschiedener Farbgebung erweitern und vertiefen die reale Betrachtung unserer Umgebung. DieIdentitäten wirken wie ein komplexes Spiel zwischen den Welten, im Inneren wie im Äußeren. Die Engpässe geben eine Ahnung davon, was es wirklich gibt und was sein könnte oder umgekehrt.

Die Collagen transzendieren die Realität, überwinden die Gesetze von Proportion und Perspektive, assoziieren, was nicht zusammengehört. Jean Luc ist der Auffassung, dass Gottes Vertrauen eine angstfreie Suche ohne Ankommen ist. Das kann man auch in seinen Collagen erleben.

Das Religionspädagogische  Institut Loccum zeigt in seinen Räumen jährlich vier Kunstausstellungen.  Herzlich  eingeladen sind alle  Gäste  der Loccumer Bildungseinrichtungen  wie auch  interessierte  Besucherinnen und Besucher von außerhalb. Der Eintritt ist frei. 

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Hausanschrift
Religionspädagogisches Institut Loccum
Uhlhornweg 10-12

31547 Rehburg-Loccum

Ansprechpartnerin

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Dr. Simone Liedtke
Tel.: 05766 81-143
Fax: 05766 81-184