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Nelly Patenkind, Hannover, 2019 „Mich interessieren meine Vorfahren nicht, weil sie keinen Einfluss in der Gegenwart auf mich haben oder so. Egal, was für Vorfahren man hat, es ändert nichts daran, was für ein Mensch Du bist. Und man hat ja selber noch nix erreicht, worauf man stolz sein kann.“

Onkel Martin – Luther und ich – Die Arbeiten von Antonia Jacobsen sind bis zum 25. April 2019 in den Räumen des Religionspädagogischen Instituts zu sehen.

 

Die Künstlerin über ihr Projekt „Onkel Martin“

„Ich bin mit Luther verwandt. Ich stamme in direkter Linie von seinem Bruder ab. Der übergroße Familienstolz hatte mich gelähmt und abgehalten, mich mit Luther näher zu befassen. Doch dann bin ich neugierig geworden: Wieviel Luther steckt noch in mir? Trage ich eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft mit meinem Erbe, also mit dieser Verwandtschaft? Welchen Einfluss hat ein Erbe generell auf ein Leben - und wird das nicht völlig überbewertet? Kann man in Bezug auf Luther überhaupt von Erbe sprechen? Was bedeutet Kirche eigentlich für mich? Und Glauben?
Mich mit Martin Luther zu beschäftigen, ihn und sein Werk zu untersuchen – künstlerisch herangehend, humorvoll, ernsthaft, wissenschaftlich oder auch spirituell – fand ich plötzlich sehr spannend. Ich bin nach Wittenberg gereist und habe Orte aufgespürt, die mir wichtig erscheinen und nahezu alles, was mit Luther zu tun hatte fotografiert, um dann doch nur eine Essenz davon zu verwerten. Ich habe mich zum Teil intuitiv leiten lassen, zum Teil bewusst Menschen angesprochen, die viel oder gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Die intensiven, berührenden und auch sehr lustigen Gespräche mit Fremden und Freunden haben mich sehr bereichert. Deshalb könnte ich mir gut vorstellen, diese Fotoserie weiterzuführen.

Diese Lutheraufarbeitung ist eine sehr persönliche Arbeit. Immer wieder musste ich mir bewusst werden, was ich nach außen tragen möchte und was bei mir bleibt. Auf viele Fragen, die ich mir anfangs stellte, habe ich Antworten gefunden, einige blieben unbeantwortet; wieder andere verloren im Laufe der Arbeit an Bedeutung, ganz neue taten sich auf.

Durch die künstlerische Auseinandersetzung mit dem „Erbe“ hat sich die schwere Lutherkutte gelüftet und Leichtigkeit und Wissbegierde nimmt nun den Raum ein.

Die Kirche kann für mich ein Kraftort und Ruhepol sein. Wenn die Predigten mich fesseln: umso besser. Gospelsingen macht mich glücklich. Donnernde Kirchenglocken machen mich high.“

Diese Ausstellung wird ermöglicht mit freundlicher Unterstützung durch die Firma Hahnemühle.
 

Weitere Informationen über die Künstlerin

Antonia Jacobsen ist Künstlerin, Fotografin und Illustratorin in Hannover und der Lübecker Bucht. Geboren und aufgewachsen in Hildesheim, studierte sie Grafik-Design, Malerei und Fotografie an der Fachhochschule Hannover bei Heinrich Riebesehl und gewann für ihre Illustrationen den Mailänder Antonio-Lopez-Preis. Jacobsen ist seit 1992 als freie Illustratorin und Grafik-Designerin tätig und arbeitete zudem lange Jahre als Package-Designerin in der Ökobranche. Seit 2004 widmet sie sich der künstlerischen Fotografie. Sie hat eine Coaching-Ausbildung absolviert und engagiert sich als Teamerin in Kunstschulen für Kreativarbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Zahlreiche Ausstellungen in In- und Ausland zeugen von Qualität und Bedeutung ihrer Arbeiten.

www.jacobsen-fotografie.de

Das Religionspädagogische  Institut Loccum zeigt in seinen Räumen jährlich vier Kunstausstellungen.  Herzlich  eingeladen sind alle  Gäste  der Loccumer Bildungseinrichtungen  wie auch  interessierte  Besucherinnen und Besucher von außerhalb. Der Eintritt ist frei. 

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Hausanschrift
Religionspädagogisches Institut Loccum
Uhlhornweg 10-12

31547 Rehburg-Loccum

Ansprechpartnerin

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Tel.: 05766 81-143
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