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Arbeitshilfe „Damit Konfis Kirche mögen! Gute Konfi-Arbeit“

Nachricht Loccum, 18. August 2020

Jugendliche lernen in der Konfi-Zeit, dass sie potenziell religiös sind, und sie erleben sich als Teilnehmende an theologischen Gesprächen. Die Konfi-Arbeit ist nebenbei ein zivilgesellschaftlicher Bildungsort: Weit über die Hälfte aller in Deutschland ehrenamtlich Tätigen sind konfirmiert. Nicht zuletzt ist die Konfi-Zeit eine Prüfungszeit: Die Konfis prüfen, ob Kirche etwas für sie ist.

An alle, die ihre Konfi-Arbeit neu aufstellen wollen, methodische Ideen suchen oder nach einer Pause wieder mit Konfi-Arbeit beginnen, richtet sich dieses Heft. Es versammelt Artikel aus dem Loccumer Pelikan sowie Vorträge und Aufsätze, die eine Beschreibung dessen liefern, was Konfi-Arbeit heute ist.

Andreas Behr / Oliver Friedrich (Hg.) 
„Damit Konfis Kirche mögen! Gute Konfi-Arbeit“
Preis: 7,80, 99 Seiten
Die Arbeitshilfe kann über den Online Shop des RPI bezogen werden.


Interview „Erschlag die Konfis nicht mit Wissen“

„Damit Konfis Kirche mögen!“ – so lautet eine neue Arbeitshilfe des Religionspädagogischen Instituts Loccum. Im Interview erklärt Autor Andreas Behr, Dozent für Konfirmandenarbeit am RPI, wie das gehen kann.

Kurz zusammengefasst: Was ist gute Konfi-Arbeit?
 
Ich sage immer, gut ist Konfi-Arbeit, wenn sie Spaß macht und wenn dann etwas dabei rüberkommt. Spaß muss sie aber nicht nur den Konfis machen. Meine Konfis wussten immer ganz genau: Wenn ich den Spaß verliere, dann ist das auch für sie blöd. Deshalb war Konfi-Arbeit immer ein Geben und Nehmen. Beide Seiten wollten ja gut miteinander auskommen. Die Konfis haben sich Mühe gegeben, mir Spaß zu machen, und umgekehrt. Das funktioniert gut; man darf nur seinen Humor nicht verlieren. 
 
Aber sollte es im Konfer nicht auch um Inhalte gehen?
 
Das schließt ja den Spaß nicht aus. Man kann es auch etwas gehobener „Freude“ nennen. Jesus Christus hatte – und hat – eine Freudenbotschaft für uns. Und um diese Botschaft geht es in der Konfi-Zeit. Eigentlich hat Jesus schon vorgelebt, wie Konfer gestaltet werden sollte, nämlich als Infotainment. Also durchaus unterhaltsam, aber pädagogisch gekonnt. Wir Hauptamtlichen, aber auch Teamerinnen und Teamer, sind ja gut aus- und fortgebildet und bringen in diesem Bereich viel Expertise mit. 
 
Und die notwendige pädagogische Expertise kann auch mit der Arbeitshilfe erworben werden?
 
Die Arbeitshilfe macht einen Rundumschlag und setzt Pflöcke. Es geht um Merkmale für die Qualität der Konfi-Arbeit, um die Theorie der sogenannten Subjektorientierung, um Konfirmationssprüche aus der Bibel, Seelsorge und vieles mehr. Außerdem finden sich konkrete praktische Hinweise. Auf all diesen Grundlagen kann aufgebaut werden. Dazu gibt es übrigens schon in der Arbeitshilfe weitere Lesetipps. 
 
Wenn jemand zum Beispiel nach langer Zeit mal wieder eine Konfi-Gruppe hat oder ein Neuling in der Konfi-Arbeit ist, welchen Rat würden Sie ihm oder ihr als erstes geben?
 
Mein Rat wäre: Pack dein theologisches Wissen und deine Glaubenssätze ein, du wirst sie brauchen. Aber erschlag die Konfis damit nicht. Bevor du dein Wissen auspackst, solltest du Interesse an den Konfis haben und ihre Sicht der Dinge kennenlernen wollen. Kurz gesagt: Stell den Konfis echte Fragen, die dich wirklich interessieren. Das wirkt Wunder.

Das Interview führte Dr. Michaela Veit-Engelmann (Öffentlichkeitsarbeit des RPI Loccum)